Art for Europe

Kontinent der Kunst

Zeit für die Kunst des Nordens

Eigentlich sollte dieser Reisebericht `Sex Bier um` heißen aber um in der virtuellen Welt keine Probleme mit Suchmaschinen und ähnlichem zu bekommen, habe ich eine sexfreie und alkoholfreie Überschrift gewählt. Bevor es auf in Richtung Österreich geht, habe ich nun Mal wieder ein wenig Zeit mich um die Vergangenheit des Projektes Art for Europe zu kümmern. Denn immerhin gilt es, neben der aktuellen Berichterstattung, auch dass aufzuarbeiten, was sich seit Beginn des Projektes alles tat. Die Vergangenheit ist zwar schon in fast 100 Reiseberichte mit über 1.000 Photos und unzähligen Links eingeflossen, allerdings kennen diese Reiseberichte natürlich nur die Menschen, die diese auch abonniert hatten. Das Ziel dieser Plattform ist es nun ein Mal all die Fakten, die diese Dokumentation über Kunst und Kultur in Europa mit sich bringt, allen zur Verfügung zu stellen, in sofern gibt es natürlich auch hier alle Details. Außerdem ist es auch spannend für mich, wie sich mein Blickwinkel mit der ganzen Erfahrung, die ich über all die Jahre in Europa sammelte, verändert und auch einiges relativiert und dies wird auch sehr schön in diesem Bericht deutlich.

CreaTour-Ein Erlebnis für die ganze Familie

Zu meiner Zeit im Teufelsmoor, wo ich mittlerweile schon recht etabliert war, über ein eigenes kleines Atelier verfügte und eben auch Reisen, 01-creatour-muehle.jpgwie zum Beispiel nach Skandinavien oder auch Prag ihren Startpunkt hatten, widmete ich mich natürlich auch meiner direkt Umgebung. Ein Mal im Jahr findet im Teufelsmoor die CreaTour statt. Hierbei handelt es sich um ein Wochenende, an dem die Künstler der Region ihr Geschaffenes, in den verschiedensten Arten, einem breiten Publikum präsentieren können. Am besten macht man die CreaTour mit dem Fahrrad, denn auch als eine Art Fahrradrundtour, durch das wunderschöne Teufelsmoor, ist dieses Event gedacht. Ich besuchte die CreaTour in zwei aufeinanderfolgenden Jahren, wobei nachdem ersten Besuch für mich schon feststand, dass ich mich an dieser Mischung aus Kunst- und Tourismusevent nicht künstlerisch beteiligen würde. Das Konzept ist gar nicht ein Mal das aller schlechteste, da hier die Kunst natürlich einem sehr breitem Publikum näher gebracht werden soll und sich 03-rosa-rad.jpgdie Künstler auch sehr um ihre Besucher kümmern. Es sind aber natürlich auch viele Menschen unterwegs, die einfach die Radwanderwege der Region nutzen wollen und die Kunst als willkommen Abwechslung nutzen und genau hier beginnt ein Teufelskreis im Teufelsmoor. Denn es gibt Künstler, die sich diesem Publikum nicht stellen wollen, somit fließen dann auch Künstler mit ein, die ich persönlich eher als Hobbykünstler oder ähnliches bezeichnen würde, was wiederum dazu führt, dass sich weitere Künstler von dieser Aktion abwenden, da sie nicht mit diesen Hobbykünstlern etc. in einen Topf geschmissen werden wollen, was auch nicht ganz unverständlich ist. Letztendlich vertrat auch ich die Auffassung das dies der Professionalität eher schadet.

Es gilt festzuhalten, dass diese Region durchaus über großes künstlerisches und kulturelles Potenzial verfügt, was man mindestens schon am weltbekannten und künstlerisch so bedeutsamen Worpswede sieht. Während ich die Tour beide Jahre mit meinem genialen rosafarbenen 03-creatour-hauch.jpgKultfahrrad bestritt, welches man im oberen Absatz sehen kann, kamen mir natürlich auch geniale Künstler, aber auch Kunsthandwerker unter, von denen ich zwei ganz besonders hervorheben möchte. Zum einen Wolfgang Hauch, der tief draußen im Moor in seiner ganz eigenen genialen Kunstwelt lebt, die allerdings keinesfalls künstlich ist. Er ist ein wahnsinnig kreativer Mensch, der zum einen Kunst schafft aber diese auch in einer tollen Art und Weise mit dem Design wirklich spannender Sitzmöbel verknüpft. Nur am Rande sei erwähnt, dass er nebenbei auch noch Musik macht. Der zweite Künstler, der sich meiner Meinung nach von der Masse absetzte, war Michael Klipker aus Axstedt. Der Künstler der laut eigener Aussage, nichts als die Wahrheit zeigt, überzeugt tatsächlich 04-creatour-klipker.jpgüber eine Tiefe in seinen Werken, die beeindruckend ist und sowohl zum verweilen, wie auch zum versinken einlädt. Dieser Tiefgang, der mich bei diesem Künstler so überzeugte war es auch, der mir bei vielen anderen Stationen, die ich in diesen zwei Jahren besuchte, fehlte. Natürlich geht es, wie der Name CreaTour erahnen lässt, um eine kreative Tour, die es auch ist. Aber wie weit dies gehen muss und ob zum Beispiel Puppenbauerinnen unbedingt mit dazugehören müssen, darf durchaus hinterfragt werden. Der Vollständigkeit wegen sei erwähnt, dass ich die zweite CreaTour nicht mehr bis zum Ende durchziehen konnte, da ich auf Grund einer schweren Zahnwurzelentzündung unter starken Schmerzmitteln stand, was natürlich eine kilometerlange Radtour doch außerordentlich erschwerte und ich so früher abbrechen musste.

Bomben in London und ich in den Niederlanden

Natürlich bewegte ich mich auch immer wieder außerhalb des hohen Nordens und so plante ich einen Besuch in der britischen Hauptstadt, um mir dort eine Werkschau der brillanten mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo anzusehen. Außerdem wollte ich mir die Neuauflage des Live Aid Konzertes, welches am 13. Juli 1985 einer der beeindruckensten Konzerte meines Lebens war, ansehen. Diese Neuauflage unter dem Titel Live 8, fand als Aktion gegen den zur gleichen Zeit in Edinburgh stattfindenden G8-Gipfel statt. 05-blauer-bus.jpgGenau diese Kombination von Großereignissen in Großbritannien machten mir dann allerdings auch einen Strich durch die Rechnung, denn ich fand weder auch nur im Ansatz eine Unterkunft in London, noch hatte ich die Chance zu dieser Zeit einen Flug zu bekommen. Obwohl ich diese Reise nach London nun schon in meinen zu Beginn erwähnten Reiseberichten angekündigt hatte, reiste ich zu dieser Zeit Mal wieder mit dem blauen Bus durch die Niederlande, um Material für meine Photokunst zu sammeln. 06-paradies.jpgGenau zu dieser Zeit kam es allerdings in London auch zu den verheerenden Bombenattentaten, bei denen unzählige Menschen starben. Was ich nicht berücksichtigte war, dass ich nicht erreichbar war und die meisten meiner Leser dachten ich sei in London. Seitdem halte ich mich mit präzisen Vorankündigung doch sehr zurück, da ich unzählige besorgte E-Mails erhielt. Die Tour durch die Niederlande, die mich zuvor noch durch das in Deutschland gelegene Paradies führte, brachte mir doch einiges an spannendem Material für meine Photokunst. Auch dies war ein Reiseabschnitt den ich nicht missen möchte, ganz im Gegensatz zu den verursachten Sorgen, die im Zusammenhang mit diesem Teil der Tour unnötigerweise entstanden sind.

Außer einem Besuch in Harlingen, welches noch häufiger auf meiner Reiseplanung stehen sollte, was mir allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst war, besuchte ich auch eine kleine niederländische Stadt namens 07-sex-bier-um.jpgSexbierum, womit nun auch geklärt wäre, wie ich zu der am Anfang erwähnten Alternativüberschrift kam. Außer das man aus diesem wunderwollen Städtenamen sehr viel machen kann, einem quasi sofort ganze Romane einfallen, war ich von dem örtlichen Friedhof sehr beeindruckt. Es war mein erster, wenn auch natürlich nicht mein letzter Besuch eines niederländischen Friedhofs und diese unterscheiden sich auch noch ein Mal von denen in Deutschland, was mir wieder deutlich machte, wie wichtig auch Friedhöfe in einem kulturellen europäischen Kontext sind. Beenden möchte ich diesen Reisebericht allerdings noch ein Mal mit einem norddeutschen Kulturhighlight und zwar dem Skulpturenpark Kramelheide. Ich habe während meiner seitdem Herbst 2004 andauernden Reise nun schon einige Skulpturenparks besucht und es waren auch einige sehr schöne darunter. Allerdings auf Deutschland bezogen, zählt dieser wohl mit zu meinen absoluten Favoriten, was wohl auch ein Grund dafür ist, dass ich ihn immer wieder besuche. Zum einen spürt man hier eine stetig andauernde sehr positive künstlerische Entwicklung,08-kramelheide-boot.jpg die perfekte Synergien mit der sie umgebenden Natur eingeht aber trotzdem gibt es auch Klassiker, die einen immer wieder faszinieren können, wie zum Beispiel ein kleines Boot in den Baumwipfeln, welches signalisiert, wie stark der Wasserspiegel auf dieser Erde schon gesunken ist. Man sieht an diesem Beispiel sehr schön, dass es hier weit über die reine Schönheit der gezeigten Objekte hinaus geht und dies sollte in der Kunst ruhig häufiger passieren, denn schön kann nicht alles sein.

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Schade, bislang hatte noch keiner eine Meinung

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