Art for Europe

Kontinent der Kunst

Willkommen im Himbeerreich

Die Krise greift schon seit längerem mehr und mehr auch die Kultur an, da ist es nur logisch, dass sie auch in diesem Bereich immer mehr ein Thema wird. Einen sehr wichtigen Beitrag dazu kann man jetzt noch bis in den Februar im Schauspiel Stuttgart sehen und zwar in einer Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin. Andres Veiel, der zu den wichtigsten deutschen Filmregisseuren der Gegenwart gehört, hat mehr als zwanzig führende Banker interviewt und macht es auf dieser Grundlage zusammen mit dem Ensemble möglich, hinter die Fassaden der Glaspaläste zu blicken und liefert somit eine spannende Innenansicht der Welt der Banker. Willkommen im Himbeerreich. An die ständigen Angriffe der amerikanischen Ratingagenturen, auch gegen Deutschland, hat man sich ebenso gewöhnt, wie an Kapitalsummen die verschoben werden, die genauso unvorstellbar groß sind, wie die Bonifikationen, die diese Piraten der Neuzeit erhalten. Aber dieses ganz besondere, dokumentarische Theaterstück geht noch weiter, denn Veiel geht es um die Motive, um die Strukturen hinter den Abläufen.

In Freizeitkleidung getarnt
Dieses Stück bringt Dinge ans Licht, wo man sich manchmal fragt, ob man sie wirklich wissen will. Diese Frage sollte sich aber eigentlich gar nicht stellen, denn natürlich sind diese Informationen aus dem Herzen des ausbeuterischen Systems sehr wichtig, um es zu verstehen und angemessen dagegen vorgehen zu können. So wird in diesem Theaterstück auch klar, dass auf den Totalkollaps gewettet wird, was natürlich alles, was man bisher als Krisenfolgen schon täglich erleben muss, noch einmal in den Schatten stellen würde. Da überrascht es nicht, dass diese kleine vermeintliche Elite im Notfall auf Freizeitkleidung zurückgreifen soll, damit sie von denen, die sie täglich ausbeuten, nicht erkannt werden, sondern in der Masse ungestraft untertauchen können. Man kann in diesen Tagen in Stuttgart wirklich viel mehr erleben, als hochkarätiges Theater, man bekommt den Spiegel unserer Zeit vorgehalten und dies ist wichtiger, als es je war. Man kann nur hoffen, dass sich viele Kulturschaffende, diese Art der Arbeit als Vorbild nehmen und somit die richtige Antwort auf die Krise geben.

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