Art for Europe

Kontinent der Kunst

Von der Fächerstadt bis in die Mitte Österreichs

In der nun ablaufenden ersten Jahreshälfte 2009 bin ich doch schon wieder viele tausend Kilometer durch Europa gereist und es hat wie immer sehr viel Spaß gemacht. In den letzten Wochen war ich allerdings soviel unterwegs und somit nur sehr selten in meiner Wahlheimat Köln, dass es schwer ist mit den Reiseberichten aktuell zu bleiben. Da im Moment nur noch ein kleiner Abstecher in die Niederlande geplant ist, werde ich also nun beginnen die letzten Stationen nachzuholen. Denn auch im Frühjahr 2009 haben sich viele spannende Fakten zum Thema Kunst und Kultur in Europa ergeben und nachdem ich nun über viereinhalb Jahre unterwegs bin, habe ich auch fast die Marke von 100.000 Photographien erreicht. Dies würde bei analoger Technologie bedeuten, circa 2.800 36er Filme. Dies wiederum würde alleine einen Turm von gut 140 Metern nur aus Filmdosen bedeuten, würde man sie alle aufeinander stellen. Bevor ich mich aber nun in weiteren Zahlenspielen verliere, beginne ich mit den wirklich spannenden Fakten der letzten Wochen.

Köln. Karlsruhe. Steiermark.

Über die Jahre hat sich aus dem Projekt Art for Europe einiges mehr ergeben und somit umfasst die Interessensgemeinschaft Art for Europe (IG A4E) mittlerweile auch die journalistische Internetplattform fairschreiben.de. Außer das ich hierfür das Kölner Redaktionsbüro leite, betreue ich auch die Redaktion in Österreich und dadurch stand in diesem Frühjahr ein Treffen in der dortigen Redaktion in der Steiermark an. Da ich noch eine Einladung nach Karlsruhe hatte und dies nun so gut wie auf dem Weg von Köln nach Österreich liegt, fuhr ich allerdings als 01-karlsruhe-schloss-2876.jpgerstes nach Karlsruhe. Auch wenn ich während meiner Tour oft in dieser Ecke Süddeutschlands unterwegs war, hatte ich es noch nicht geschafft die Stadt zu besuchen und ich muss sogar gestehen, dass es sich bei Karlsruhe um eine Stadt handelt, in der ich noch nie zuvor in meinem Leben war. Auf Grund dieser Fakten kann man sich vorstellen, wie gespannt ich war. Natürlich ist mir bekannt, dass Karlsruhe unter anderem mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) und der Majolika über sehr wichtige europäische Kultureinrichtungen verfügt aber es gibt soviel in Europa zu sehen, dass es unmöglich ist, dies alles in fünf Jahren zu bewältigen und auch dies Mal sollte ich diese Highlights nur am Rande wahrnehmen, da ich erst nachmittags in der Stadt ankam und schon am nächsten Tag in der Steiermark sein musste.

Mein enges Zeitfenster ließ es leider nur zu, dass wir gute vier Stunden durch diese schöne süddeutsche Stadt liefen und mir die wichtigsten Highlights, wie zum Beispiel das Schloss mit dem dazugehörigen wundervollen Park, gezeigt wurden. Oben vom Schloss aus wird einem dann auch klar, warum man diese Stadt Fächerstadt nennt. Denn von oben betrachtet, wirkt sie genau wie die Oberfläche eines Fächers. Durch den Schlosspark gelangt man dann, natürlich über einen passenden Weg, auch zur Majolika, einer der 02-karlsruhe-weg-majolika-2882.jpgbedeutendsten deutschen Keramikmanufakturen. 1901 begann hier alles und mittlerweile ist es weit mehr als eine reine Manufaktur. Hier arbeiten Künstler und natürlich gibt es auch ein Museum. Meinen ersten Berührungspunkt mit der Majolika in Karlsruhe hatte ich durch meine Begegnung mit der Künstlerin Ana Laibach, die hier auch schon aktiv wurde. Aber natürlich gibt es hier noch viele weitere Museen und Kultureinrichtungen, dessen Besuch eine Reise lohnt. Auch die Galerieszene in dieser Stadt, die ich zum Teil wahrnehmen konnte, ist durchaus beachtlich. Nach diesen etwas mehr als vier sehr spannenden Stunden, stand dann noch ein hervorragendes Essen mit ausgiebigen Gesprächen auf dem Programm, bevor ich spät in der Nacht zum schlafen kam und nach einigen Stunden ging es dann auch schon wieder weiter nach Bad Aussee in der Steiermark.

Von Freud bis zur Uni Klagenfurt

Dort angekommen wartete dann das zu Beginn beschriebene Redaktionstreffen auf mich. Aber neben all der Arbeit, blieb auch noch immer genügend Zeit um Land und Leute kennen zu lernen. In Bad Aussee findet man den geografischen Mittelpunkt des Landes aber es gibt gerade auch in unmittelbarer Nähe noch sehr viel mehr zu entdecken. Man ist direkt am Grundlsee, wo sich zum Beispiel eine Villa befindet, in der schon Siegmund Freud (1856-1939) ausschweifend gefeiert haben soll. Ein kleines Stück weiter findet man dann den Toplitzsee, wo man sich auf den Spuren eines sagenumwobenen Nazischatzes befindet. Es ist ein solch idyllischer Platz, dass man sich kaum vorstellen kann, was sich hier vom Ende des Zweiten Weltkrieg bis heute alles abgespielt haben soll. Alle bisherigen Versuche, diesen angeblich im Toplitzsee versenkten Schatz zu bergen, schlugen fehl und sorgen so natürlich für immer mehr Legenden und Gerüchte. Dies war aber lange noch nicht alles, was mich an dieser Stelle erwartete. Wie in weiten Teilen Europas, wütete der Orkan `Kyrill` auch hier massiv. Aus den verbliebenen Baumresten 03-ausseer-pilze-3091.jpgsägten Waldarbeiter, die hier aufforsteten, riesige Pilze und ließen so einen ganz besonderen Pilzwald entstehen. In dieser Art könnte ich nun noch unendlich lange weiterschreiben, denn jeder neue Blickwinkel, gerade auch landschaftlich, schließlich ist man in Mitten einer wundervollen Berglandschaft am Rande des Toten Gebirges, ist einfach nur atemberaubend. Aber ich hatte auf dieser Tour durch Österreich noch viel mehr vor und so ging es für mich, wie schon häufiger auf dieser Tour, weiter nach Kärnten und natürlich auch direkt in die Landeshauptstadt, nach Klagenfurt, wo ich dies Mal allerdings nur die Universität besuchte, um Christof Dürnle, den Geschäftsführer von artolino zu treffen.

Christof ist gerade dabei mit einigen Kollegen eine Internetplattform zur Vermarktung internationaler Künstler aufzubauen. Diese Internetplattform soll im Laufe des Juni 2009 verfügbar sein und dann natürlich auch immer weiter ausgebaut werden. Da war es natürlich naheliegend sich zu einem persönlichen Gespräch zu treffen, um weitere Einzelheiten über dieses durchaus spannenden Kulturprojekt zu erfahren. Natürlich war dieses Treffen auch für mich als Künstler sehr interessant, da in Zukunft wohl auch einige meiner Werke dort vertreten sein werden. Nach einem sehr angenehmen Gespräch, nutzte ich die Zeit die mir noch bis zu meinem nächsten Termin blieb, um einige Photographien an der Universität Klagenfurt entstehen zu lassen. Der Besuch in Kärnten sollte auch einen Wendepunkt dieses Tourstücks markieren, denn ich erhielt unterwegs einen Anruf  der Künstlerin und guten Freundin Natascha Sonnenschein, die mich auf eine, einige Tage später anstehende Vernissage und Performance von Jonathan Meese hinwies. 04-kaernten-karawanken-3145.jpgBevor sich aber all dies zu einem Gesamtbild fügen sollte, stand noch ein weiteres Treffen in Kärnten auf dem Programm und zwar ein Treffen mit der über die Grenzen Kärntens hinaus bekannten Künstlerin Danja Kulterer. Dieses Treffen, welches in Völkermarkt, einem beschaulichen kleinen Städtchen in der Nähe der slowenischen Grenze, am Fuße der Karawanken stattfinden sollte, stellte ein weiteres Highlight dieses Reiseabschnitts dar. Was sich dort alles ergab und warum es ein weiteres Highlight war, erfahrt Ihr allerdings erst im nächsten Reisebericht.

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Bislang ein Kommentar

  1. 6. Juli 2015

    | 07:35

    […] Anhang des Vereins aus der Fächerstadt her, gehört dieses Team mit Sicherheit in die 1. Liga, denn nicht nur, dass der KSC tief in […]

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