Art for Europe

Kontinent der Kunst

Vom Blair Atholl bis zu den Hebriden

Wie zu letzt versprochen, beginne ich heute mit Dennis, den wir in einem Burger-Laden in Spean Bridge kennen lernten. Er war mit dem Fahrrad unterwegs von den Niederlanden bis nach Ullapool und er sollte uns nicht das letzte Mal begegnet sein. Nach diesem Abendbrot fuhren wir nicht mehr allzu weit am Loch Laggan vorbei, um am Ende dieses Stausees ein ziemlich geniales B&B zu entdecken. Hier gab es einfach alles. Satellitenfernsehen, eine riesige Auswahl an DVD, Internetzugang, frisches Obst und das alles zum Standardpreis. Allerdings waren wir so erledigt, dass wir so gut wie nichts davon nutzten, außer das wir am nächsten Morgen die volle Spannbreite des Frühstücks ausnutzten und uns richtig leckeren Lachs etc. gönnten. Ich hatte noch die Möglichkeit kurz ins Internet zu kommen, was irgendwo im Nirgendwo auch nicht immer so einfach ist und schon ging es wieder weiter in Richtung Blair Atholl. Aber vorher stand erst einer meiner Favoriten aus dem Bereich der Destillerien auf dem Programm. Dalwhinnie.

Blair Atholl, Loch Ness und Eilean Donan

Wir waren sehr überrascht als wir in dieser Destillerie ankamen, denn wir waren ganz alleine dort. Keine Touristen, keine Arbeiter, nur ein paar Schafe und die sind hier eigentlich immer überall. Schlagartig wurde uns klar, dass wir Samstag hatten und damit loch-ness-6747.jpghier Ruhetag war. Da uns glücklicherweise noch die eine oder andere Destillerie bevorstand, war auch dies kein Weltuntergang und wir düsten über eine Schnellstrasse weiter zum Blair Atholl. Hier besuchten wir den ganz annehmbaren Hercules Garten bis das Wetter uns zurück zum Auto trieb. Aber für ein paar spannende Motive für meine Photokunst reichte es. Da wir seitdem Vorabend irgendwie in einer Schlechtwetterfront hingen und die Route es hergab, beschlossen wir Kilometer bzw. Meilen zu machen und düsten direkt weiter nach Inverness. Inverness ist die Hauptstadt der Highlands, hier leben über 40.000 Menschen und die Stadt liegt nördlich von Loch Ness, an der Mündung des Flusses Ness. Womit wir wieder beim gälischen urquhart-castle-6721.jpgwären, denn Inver heißt übersetzt soviel wie Mündung. Da wir noch immer kein Interesse an größeren Städten hatten, nutzten wir Inverness auch nur kurz zum auftanken und fuhren, bei mittlerweile sonnigen Wetter, am Loch Ness vorbei gen Süden. Loch Ness ist zwar das bekannteste Loch Schottlands, was eben an der Legende um Nessie liegt, aber es gibt bei weitem schönere. Allerdings besuchten wir natürlich die Ruine von Urquhart Castle, die irgendwie immer wieder einen Besuch wert ist. Leider haben die Besuche hier immer etwas von einem Besuch in einem Freizeitpark, Massentourismus halt. Aber wir konnten uns bald schon wieder entspannen.

Die Route führte uns grundlegend quer durch Schottlands schönste Landschaften, zum Beispiel vorbei an den Five Sisters, eine beeindruckende Gebirgskette oberhalb des way-to-shiel-6793.jpgFlusses Shiel, in Richtung Kyle of Lochalsh. Nach gut 280 Kilometern hatten wir genug für den Tag, frischten an einer Tankstelle, wo es so gut wie alles gab, noch ein Mal unsere Vorräte auf und trafen wieder auf Dennis den Radfahrer aus den Niederlanden. Ich muss ziemlich irritiert geschaut haben, denn am Vorabend trafen wir ihn gut 300 Kilometer entfernt von hier und er war mit dem Fahrrad unterwegs. Des Rätsels Lösung, wir hatten einige Schlenker mehr durchs Land gedreht und die direkt Distanz von dem besagten Burger-Laden bis hier war nur etwa ein Drittel, genauer gesagt 90 Kilometer. Wobei das mit dem Fahrrad auch noch genug ist. Wir verbrachten die Nacht dann am Loch Duich und waren so ganz früh am nächsten Morgen am Eilean Donan Castle und das war ein genialer Schachzug. Denn auch dies ist ein absolutes Muss, was die Motivsuche angeht, schließlich wurde hier schon der Highlander mit Christopher Lambert gedreht. Leider ist auch dieser Ort wahnsinnig überlaufen, aber nun ein Mal nicht morgens um diese Zeit. Nach einem richtig tollen Shooting, wo einfach alles stimmte, armadale-garden-6903.jpgtrafen wir noch ein letztes Mal auf Dennis und machten uns dann endgültig auf zum Kyle of Lochalsh, um von dort nach Skye zu gelangen. Skye ist mit einer Fläche von knapp 1.400 qkm die größte Insel der Inneren Hebriden und liegt direkt vor der Westküste Schottlands im Atlantik. Dies ist auch der Grund dafür, warum man sie über eine Brücke erreichen kann, über die die Insulaner allerdings nicht sehr glücklich sind. Auf Skye angelangt ging es erst Mal runter in den Süden nach Armadale. Hier kannte ich noch von meiner letzten Reise her das tolle B&B von Garwin Majors, der es direkt hinter seinem Batikladen betrieben hatte. Leider gab es dort weder noch das besagte B&B, noch Garwin, noch seinen Laden. Direkt gegenüber befinden sich allerdings auch die Gärten von Armadale, die man sich unbedingt anschauen sollte, wenn man auf Skye ist.

Die Hebriden

Von Armadale aus fuhren wir über eine Single Track Road weiter über den Südzipfel der Insel quer durch diese traumhafte Landschaft. Leider gibt es auch hier immer weniger way-to-elgol-7073.jpgdieser einspurigen Strassen, was der Insel etwas den Reiz nimmt, da sie sich so natürlich mehr dem Massentourismus öffnet. Dies wurde uns auch kurz nachdem wir in Broadford, der zweitgrößten Stadt der Insel mit knapp 1.200 Einwohnern, auf dem Weg nach Elgol machten, bewusst. Hier draußen ist mittlerweile richtig viel los. Aber die landschaftlichen Eindrücke sind auch atemberaubend. Nach einer Nacht in Broadford ging es am nächsten Morgen zu meiner Lieblingsdestillerie Talisker. Ich gestehe hier ein leckeres Tröpfchen entdeckt zu haben aber das Whisky-Special kommt noch, also sei nur soviel verraten, es war ein lohnenswerter Besuch. Von hier aus ging es weiter gen Norden mit dem Ziel Dunvegan Castle und den dazugehörigen Gärten und auch dieser Besuch hatte sich genau, wie der Weg dort hin, alleine schon wegen den Eindrücken gelohnt. Nachdem wir uns in Uig, dem Fährhafen zu den Äußeren Hebriden, die Tickets für die Fähre und ein B&B besorgt hatten, machten wir uns noch ein Mal kurz in südliche Richtung auf. Es ging in die old-man-of-storr-7238.jpgInselhauptstadt Portree. Diese größte Stadt der Insel mit gut 2.500 Einwohnern ist immer wieder schön um ein bisschen zu bummeln, Vorräte aufzufrischen etc. Von dort aus ging es entlang der Ostküste zurück gen Norden. Natürlich bewunderten wir immer wieder den Old man of storr, ein Wahrzeichen der Insel. Eine verrückte Felsformation mit einer circa 50 Meter hohen Felsnadel. Natürlich besuchten wir auch Highlights, wie die Lealt falls, eine wahnsinnig beeindruckend Bucht mit Steilklippen an deren Fuß eine alte Industrieanlage liegt. Nach einem Besuch des Kilt Rock, einem Klippenabschnitt, von welchem aus sich ein Wasserfall circa 60 Meter in die Tiefe stürzt, ging es dann zu einer meiner Lieblingsstrecken auf Skye, einer Single Track Road quer durch das Klettergebiet rund um Quirang. Selbst hier hatten wir, wie die ganze Zeit, nicht ein Mal Nebel und immerhin bedeutet es Insel des Nebels, wenn man Isle of Skye genau übersetzt. Nach einer letzten Nacht auf Skye, ging es dann am nächsten Morgen mit der Fähre von Uig auf Skye nach Tarbert auf Harris.

Somit begann unser Besuch von zwei Inseln der Äußeren Hebriden nach gut 90 Minuten Fährfahrt. Harris ist die Insel des Tweeds und auf Lewis erwartete uns unter anderem der nördlichsten Punkt unserer Reise. Als erstes Highlight erreichten wir nach gut 12 horgabost-7706.jpgKilometern das Skoon, eine Mischung aus Cafe und Galerie, einfach nur großartig. Ich war vor allem angetan von den Werken des Künstlers Andrew Craig. Der Besuch dieses Kunstcafes hier an der Ostküste, begeisterte uns so sehr, dass wir sogar am Folgetag noch ein Mal zurückkehrten. Auch wenn diese Kunstbegegnung der etwas anderen Art, irgendwo dort draußen in den unwirklichen Weiten der Äußeren Hebriden, schon genial war, sollte es noch besser werden. Denn wir besuchten, bevor wir Harris für einen Tag verließen, die Strände von Horgabost. Ich habe viele Strände überall in Europa besucht aber solch beeindruckende habe ich vorher nirgendwo gesehen. Nachdem wir stundenlang über riesige Sandflächen und Strände liefen, machten wir uns über Tarbert auf nach Stornoway auf Lewis. Von dieser nächsten Inselhauptstadt aus, ging es gleich weiter in den Norden, wo wir die Nacht blieben. Der nächste Tag begann mit dem Leuchtturm des Port of Ness, dem nördlichsten Punkt dieser Reise und auch gleichzeitig der nördlichste Punkt der Hebriden. Auch hier war es sehr beeindruckend. Nach dem Besuch eines Black Houses, einer traditionell keltischen callanish-stones-8047.jpgUnterkunft, wie sie auch noch bis in die 1970er genutzt wurde, ging es zu dem Highlight diesen Tages und eigentlich auch zu dem absoluten Highlight der Insel Lewis. Der Steinkreis von Callanish stand auf dem Programm. Es handelt sich hierbei um den besterhaltensten Steinkreis nach Stonehenge in England. Dieser ist allerdings noch komplett zugänglich und einfach großartig. Nach einem interessanten Shooting, bei dem wir so gut wir allein waren, ging es dann wieder zurück nach Harris, um wie bereits erwähnt, noch ein Mal das Skoon aufzusuchen. Natürlich besuchten wir auch noch einige traditionelle Tweedwebereien. Nach einer letzten Nacht in der Inselhauptstadt Tarbert, ging es dann am nächsten Tag wieder mit der Fähre zurück nach Uig auf Skye. Wie es ab dort auf dieser spannenden Reise, die uns nun erst Mal nur weiter gen Norden führen sollte, weiter ging, erfahrt Ihr im nächsten Teil.

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