Art for Europe

Kontinent der Kunst

Über den Wolken muss…

…man die Ruhe auch erst einmal finden. Fleißige Leser wissen was nun kommt, denn ich hatte es bereits angekündigt, es geht um meine Erlebnisse auf den diversen Flügen, die natürlich zum Teil auch Bestandteil meiner Reise durch Europa sind. Im Herbst reise ich seit fünf Jahren durch Europa und dokumentiere Kunst und Kultur. Natürlich laufe ich dabei sehr viel , da dies die beste Möglichkeit für mich ist, möglichst viel von meiner Umgebung wahrzunehmen. Aber natürlich liegen auch immer wieder ziemliche Distanzen zwischen den einzelnen Zielen, was dann letztendlich auch dazu führt, dass ich viel trampe, was wohl die schönste und spannendste Reisemöglichkeit ist aber natürlich auch die zeitintensivste. Sicherlich ist alles im Leben erreichbar, wenn man es nur will aber trotzdem gibt es eben auch immer wieder Ziele, meistens Inseln, wo ich dann doch auch schon das ein oder andere Mal den Flieger bevorzuge. Bevor ich demnächst natürlich auch noch ein Special über das Trampen in Europa schreiben werde, möchte ich diesmal meine Highlights über den Wolken bzw. an den diversen Flughäfen in Europa präsentieren. In diesem Sinne: Guten Flug!

Von Barcelona bis Glasgow

Natürlich ist Barcelona keine Insel und es liegt auch nur auf einer Halbinsel, außerdem ist es ein Ziel, welches man perfekt `ertrampen` kann. Bei meinem letzten Besuch in dieser wundervollen europäischen Metropole war ich allerdings terminlich sehr gebunden, deshalb nutzte ich bzw. wir, denn Britta war wieder einmal dabei, einen Flug vom Flughafen Köln/Bonn aus. Ein Vorteil meiner Kölner Wahlheimat ist übrigens 01-barcelona-4817.jpgdefinitiv, dass man hier von lauter Flughäfen umringt ist, was diese Stadt zu einem wundervollen Start-und Zielpunkt macht. Der Flug selbst verlief, wie eigentlich fast alle meine bisherigen Flüge, völlig reibungslos bis wir unser Gepäck abholen wollten. Es war schon merkwürdig, wir standen am Gepäckband und plötzlich sah ich meinen Rucksack kommen, dann war ich für eine Sekunde abgelenkt und er war auch schon weg. Noch merkwürdiger war allerdings, dass während ich noch darüber nachdachte, ob ich mich getäuscht hätte, mein Rucksack abermals am Ende des Gepäckbands auftauchte. Diesmal ließ ich ihn nicht mehr aus den Augen und griff ihn mir. Es dauerte nur einen kurzen Augenblick bis mir klar wurde, dass dies allerdings nicht mein Rucksack war, sondern nur einer gleicher Herstellungsweise. Nun war mir auch klar was passiert war, ich hatte beim erstenmal tatsächlich meinen Rucksack gesehen, den sich dann ein Fremder griff, dessen Rucksack ich nun hatte. Als gepflegter Freund des Faustpfands schulterte ich also diesen fremden Rucksack und wir stürmten los, um mein Original zu finden. Vor dem Flughafen, kurz davor den Bus in die City zu besteigen, trafen wir ein junges Paar mit meinem Rucksack und wir konnten das Missgeschick gerade noch verhindern, bevor es echt ärgerlich geworden wäre. Glück gehabt!

Einige Wochen später sollte es dann vom Flughafen Weeze am Niederrhein aus in Richtung Glasgow gehen. Eine gute Freundin war so nett uns zu diesem Flughafen, der eine ganze Ecke außerhalb der Stadt liegt, zu fahren. Wir gaben unser Gepäck auf, was diesmal ein wenig mehr war, da wir fast einen 02-schottland-9785.jpgMonat in Großbritannien bleiben sollten. Danach ging es erst einmal in Richtung Cafeteria, schließlich war es noch recht früh. Kurz bevor wir den Kaffee bestellen konnten, wurde ich ausgerufen. Nun wurde es kompliziert, denn ich musste an verschiedene Schalter und Informationen bis ich endlich wusste wer mich suchte, es war der Sicherheitsdienst. Dieser bat mich mit in den Sicherheitsbereich zu kommen. Also das volle Programm mit durchleuchten, Pass etc. Das Problem war, ich hatte einen Gaskocher inklusive Gaskartusche im Gepäck, wie immer bei längeren Touren, bislang hatte dies auch auf Flugreisen niemand beanstandet. Also den Gaskocher samt Kartusche auspacken, darüber nachdenken, warum die beiden Gaskartuschen in Brittas Gepäck kein Problem darstellten und wieder raus. Da mich niemand fragte, ob in Brittas Gepäck auch noch etwas wäre, kamen wir übrigens mit zwei Gaskartuschen ohne Gaskocher in Schottland an. Das Leben ist schon immer wieder witzig. Das wirkliche Highlight war allerdings, als wir kurze Zeit später an Bord gingen, war ich davon überzeugt, dass ich nun noch einmal den kompletten Sicherheitscheck etc. durchlaufen müsste, da ich die Sicherheitszone für einige Zeit wieder verlassen hatte. Ich war doch sehr perplex, als man mich ohne eine weitere Kontrolle, überall sehr freundlich, einfach durchwinkte. Letztendlich hätte ich all dies auch einfach nur inszenieren können, mich nachdem verlassen der Sicherheitszone bis unter die Zähne bewaffnen können und dann so, völlig ungestört das Flugzeug betreten können. Soviel zum Thema Sicherheit an deutschen Flughäfen. Safety first!

So schmerzhaft kann fliegen sein

Ich habe nun wirklich keine Angst davor ein Flugzeug zu betreten, eigentlich mag ich es auch, da ich die Zeit an Bord immer zum schlafen nutze. Deshalb versuche ich auch immer einen Fensterplatz zu bekommen, denn dort kann ich meinen Kopf entspannt an die Bordwand lehnen, muss nicht ständig aufstehen und ähnliches. Nun ist das Leben aber nicht jeden Tag ein Wunschkonzert und so ergab es sich, dass ich bei meinem vorletzten Flug nach 03-sardinien-4706.jpgOlbia auf Sardinien einen Platz am Gang hatte. Nachdem es nun schon Probleme beim betreten der Maschine gab, da ich aus der Reihe trat, um ein jüngeres Paar mit zwei kleinen Kindern vorzulassen, was die Senioren die hinter mir standen dazu veranlasste mich mit dem Hinweis, ich sollte mich gefälligst nicht vordrängeln, sondern hinten anstellen, quittierten, sollte es noch besser werden. Ich platzierte mich auf meinem Platz und schlief auch bald ein. Plötzlich weckte mich ein dumpfer, heftiger Schmerz in meinem rechten Knie. Noch bevor ich die Situation ganz überblicken konnte, knallte die Stewardess ein zweites Mal mit dem Cateringwagen gegen meine Kniescheibe. Sie wäre locker an meinem Knie vorbei gekommen, hielt dies aber wohl nicht für nötig. Wer nun, wie auch ich, meinen würde, es hätte eine Entschuldigung an dieser Stelle gegeben, wird genauso enttäuscht, wie ich damals. Da ich nun einmal wach war, trank ich einen Kaffee und aß etwas. Dann schlief ich wieder ein. Man glaubt es kaum aber die Stewardess tat es noch einmal. Diesmal rammte sie mir den Bordshop vor die Kniescheibe. Meine langsam, den Schmerzen angemessen, lauter werdenden Proteste, ignorierte sie. So kam ich nach fast 700 Flugmeilen mit einem schmerzenden Knie und der Erkenntnis, dass dies meine schmerzhafteste Flugreise war, auf Sardinien an. Autsch!

Wie bereits ausführlich beschrieben, war auch der Besuch dieser italienischen Mittelmeerinsel ein Traum und dem Knie ging es auch bald schon wieder besser. Nun stand natürlich auch noch der Rückflug auf dem Programm und dieser verlief völlig anders, als noch der gerade geschilderte, äußerst schmerzhafte Hinflug. Wenn man an diesem Flug überhaupt etwas Negatives anmerken könnte, wäre es vielleicht, dass das Soundsystem defekt gewesen ist. Ansonsten war es wirklich toll, dies lag wohl auch nicht zu letzt daran, dass ich diesmal einen Fensterplatz hatte aber auch der Service war wirklich sehr zuvorkommend. Diesmal sollte der Schock wieder bei der Entgegennahme meines 04-rucksack-4871.jpgGepäcks auf mich warten. Ich holte es vom Gepäckband und musste schon bald feststellen, dass einige Nähte völlig aufgerissen waren, ein Verschluss angerissen war und ein weiterer komplett abgerissen war. Ich habe keine Ahnung, was man mit meinem Gepäck veranstaltet hat, vielleicht möchte ich es auch gar nicht wissen, mir war nur bald klar, dass ich dies alles nicht einfach so auf sich beruhen lassen konnte. Eine geprellte Kniescheibe und ein zerstörtes Gepäckstück ist für eine Flugreise in meinen Augen etwas viel. Nun ist es aber auch so, dass ich noch andere Dinge zu tun habe, als mich um die Unzulänglichkeiten irgendwelcher Fluglinien zu kümmern und so dauerte es einige Wochen, bis ich mich schriftlich an die Hapag-Lloyd Express GmbH wenden konnte, die für TUIfly verantwortlich ist. Ich schilderte der Geschäftsführung den Sachverhalt und bat im Sinne einer unkomplizierten Schadensregulierung, um Freitickets für meine nächste Reise nach Kärnten. Stattdessen erhielt ich ein ausführliches Entschuldigungsschreiben vom Customer Service, in welchem ich unter anderem darauf hingewiesen wurde, dass ich den Gepäckschaden binnen sieben Tagen hätte melden müssen und somit keinen Anspruch mehr hätte. Immerhin erhielt ich als Entschuldigung einen Gutschein über 10 Euro für den Bordshop. Natürlich werde ich diese Art des Service zukünftig bei der Wahl meiner Fluglinie berücksichtigen. Bis dahin kann ich nur sagen: Danke!

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Schade, bislang hatte noch keiner eine Meinung

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