Art for Europe

Kontinent der Kunst

Taste the waste

Valentin Thurn zeigt mit seinem Dokumentarfilm `Taste the waste` ein großes Problem unserer heutigen Zeit auf. Es geht um die Thematik der Lebensmittel-verschwendung bzw. der Lebensmittel-vernichtung. Ein Thema, welches natürlich politisch, wie auch wirtschaftlich sehr relevant ist, allerdings auch kulturell nicht zu unterschätzen ist. Genau dies ist auch der Grund, warum ich dieses so wichtige Thema auch auf dieser Plattform zur Dokumentation von Kunst und Kultur in Europa aufgreifen möchte. In einer Gesellschaft in der es immer schnelllebiger zu geht und man meint, sich mit so vielen Dingen einfach nicht mehr auseinandersetzen zu können, ist es wichtig, dass gegen diese Trends gearbeitet wird. Denn jeder hat die Chance etwas gegen die bestehenden massiven Fehler unseres heutigen Systems zu tun und Beiträge dazu, wie eben auch der angesprochene Film von Valentin Thurn, sind da natürlich besonders lobenswert hervorzuheben. Denn auch der Bereich Kunst und Kultur bietet unendlich viele Möglichkeiten sich für eine bessere Welt einzusetzen und Beispiele, wie die unvorstellbare Hungernot in Ostafrika, belegen, wie wichtig es ist an solchen Stellen aktiv zu werden. Persönlich vertrete ich die Meinung, dass es auch eine Aufgabe der Kunst und Kultur ist, sich für eine menschenwürdige Gesellschaft einzusetzen und nicht auch hier nur den Zielen des globalisierten Raubtierkapitalismus zu folgen.

Die falsche Farbe
Die Fakten, die der Dokumentarfilm `Taste the waste` von Valentin Thurn aufzeigt, sind erschreckend, sind alarmierend aber leider zum Teil auch nur einfache Alltagsnachrichten, die man viel zu leicht schon als eine Art Normalität einstuft. Da werden tonnenweise Tomaten vernichtet, da sie farblich eingescannt werden und mit dem Ergebnis bestimmt wird, ob sie es in den Handel schaffen oder ob sie vernichtet werden. 01-wegwerfgesellschaft-a4e0149.jpgAuch dies ist wieder ein Zeichen dafür, wie viel Negatives die Europäische Union mit sich bringt. Es gibt Normen für die Richtigkeit der Farbe von Gemüse, so etwas ist unvorstellbar aber trotzdem eine der traurigen Realitäten unserer Zeit. Es ist natürlich ein allgemein gesellschaftliches Problem, ist doch ein Großteil der Menschen in der heutigen Zeit visuell völlig auf dem falschen Dampfer. Alles muss perfekt und im höchsten Maße ästhetisch aussehen. Lang vergessen scheinen da die Kochbücher von Oma, die fast alles verwerteten aber nun in der totalen Wegwerfgesellschaft muss alles zu mindestens frisch aussehen, wie belastet es dafür mit Chemie und so etwas ist, scheint da auch nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen, genau wie der Preis. Der Preis hat hier gleich eine doppelte Bedeutung, denn auf der einen Seite könnte man ohne all den Subventionswahn und ähnliche Fakten, preiswerter und nachhaltiger produzieren und auf der anderen Seite zahlt natürlich auch die Umwelt und damit am Ende des Tages auch unsere Gesundheit ihren Preis für diesen Wahnsinn, der nur der Gewinnmaximierung dient.

Containern
Nun muss man auch einräumen, dass es auch außer dem Film von Valentin Thurn schon gesellschaftliche Bewegungen gibt, die sich gegen diesen Wahnsinn einsetzen und hier sprechen wir natürlich von Trends, die sich hoffentlich immer mehr durchsetzen werden. Einer dieser Trends ist das so genannte Containern. 02-anders-essen-a4e0322.jpgHierbei trifft man sich, um die Abfallcontainer der großen Lebensmittelketten, der Discounter nach Brauchbaren zu durchsuchen. Man sollte nun aber nicht glauben, dass dies nur etwas ist, was von Menschen betrieben wird, die von der Armut betroffen sind. Es sind Menschen die ein Zeichen setzen wollen und hierfür sogar bereit sind Straftaten zu begehen, denn man muss anmerken, dass das Containern letztendlich im Sinne des Gesetzes nichts anderes darstellt als Diebstahl, wo man auch klar erkennt, dass bei alldem natürlich auch die Politik gefordert ist, denn es kann nicht sein, dass die Wirtschaft zu entscheiden hat, was noch, in welcher Form zu verwerten ist und was nicht, dies sollte doch eine ureigenste Entscheidung des Verbrauchers selbst sein. Natürlich könnte man nun eine ganz eigene Diskussion über die Illegalität solcher Aktionen, die mittlerweile schon einen gewissen Kultstatus erreicht haben, beginnen aber viel wichtiger ist es doch wohl deutlich zu machen, dass es so etwas überhaupt geben muss. Man sieht deutlich, wie sehr sich hier der gesamte Umgang mit Lebensmitteln verändern muss. In erster Linie natürlich von Seiten der Produzenten und Händler aber auch von Seiten der Verbraucher, die sich vielleicht auch häufiger auf die Rezepte von Oma verlassen sollten und dies auch schon im ganz eigenen Interesse.

Die Wegwerfgesellschaft und die Kunst
Die hier geschilderten Probleme, die auch in `Taste the waste` so schön verdeutlicht werden, sind natürlich ein großer Bestandteil der heutigen Wegwerfgesellschaft und der dazugehörigen, leider schon viel zu weit verbreiteten Mentalität. Hier muss man natürlich auch einräumen, dass all dies schon einen Platz in der Kunst gefunden hat. 03-erdrueckholung-3992-k.jpgSo ist Abfall, den man durchaus auch allzu oft als Luxusabfall bezeichnen kann, schon seit Jahrzehnten ein beliebtes Material in der Kunst. Abfall dient aber nicht nur als Material in der Kunst, sondern wird auch gerne als Motiv genutzt. Auch in meiner Arbeit spielen Abfälle immer wieder eine dementsprechende Rolle. So waren immer wieder Teile, die aus dem Müll unserer Gesellschaft stammten, später Werkbestandteile meiner Werkreihe `Das postdemokratische Konjunkturpaket III`, welche sich auch inhaltlich kritisch mit unseren heutigen Lebensformen auseinandersetzte. In der Photographie findet man dieses Thema bei mir gerade auch in verschiedenen Werkreihen über die wunderschöne Insel Vlieland wieder, wo ich zum Beispiel mit Reihen, wie `IKONeN des Sands` oder auch `StrandGut` auf die alltägliche Verschmutzung der Meere aufmerksam machen möchte, dessen Folgen man auch täglich hier an den Stränden vorfindet. Man sieht, ich möchte mit diesem Bericht nicht nur viele Menschen bewegen sich den angesprochenen Film von Valentin Thurn anzusehen, um ein besseres Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen, sondern auch versuchen möglichst viele kreative Menschen zu erreichen, damit auch sie dieses Thema für ihre Arbeit nutzen und dies alles im Sinne einer besseren Zukunft für uns alle.

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