Art for Europe

Kontinent der Kunst

SOTU der neuste Geniestreich von Depeche Mode

SOTU, Anton Corbijn, Bahnhof! Nun werden sich wohl einige Menschen fragen, was ich von ihnen will. Manchen wird es helfen, wenn ich diesem Buchstaben-und Wörterchaos ein wenig Klarheit einhauche, in dem ich sage, dass es um das neue Depeche Mode Album `Sounds of the universe` geht. Dieses weitere Meisterwerk des britischen Trios, welches schon in den 1980er Kult war, allerdings damals noch als Quartett, hat Mal wieder ein neues Studioalbum produziert. Die Herren Dave Gahan, Martin Lee Gore  und Andrew Fletcher ließen sich fast ein halbes Jahrzehnt Zeit aber das was ich vorab schon hören konnte, rechtfertig diese Zeit. Diese Band hat nicht nur schon seit ihrem ersten Album 1981 mein Leben beeinflusst, sie beeinflusst auch bis heute meine künstlerische Arbeit. Speziell in den letzten Jahren galt dies natürlich auch für das großartige letzte Studioalbum aus dem Jahr 2005 `Playing the angel`, welches nach einigen schwächeren Jahren, wieder ein Mal ein absoluter Hammer war. Glücklicherweise ist auch dies Mal wieder, wie schon so oft, Anton Corbijn für das Artwork etc. mit an Bord, was das ganze zu einem wirklichen kulturellen Highlight des Jahres 2009 macht.

Depeche Mode

Depeche Mode gründete sich im Jahr 1980, damals noch mit einem Mann namens Vince Clarke, der in den 1980er und auch in den 1990er mit Bands, wie Yazoo oder auch Erasure riesige Erfolge feiern dürfte. Über die Jahre oder viel mehr Jahrzehnte formte sich die Band zu dem Trio, welches auch 2009 noch alle Sternchen von DSDS in die Schranken weist. Natürlich hatte auch diese Band Tiefpunkte, da waren die Exzesse des Leadsängers Dave Gahan und es gab Alben, wie das Album `Ultra`, welches selbst ich als eingefleischter Depeche Mode Fan grenzwertig fand. Aber mit ein paar, fast nicht erwähnenswerten Ausnahmen, reden wir hier von der Band, die für feinsten Elektropop seit 12 Studioalben undDepeche Mode 40 Singles steht. Schon Anfang des Monats erscheint `Wrong`, die erste Single aus `Sounds of the universe` und auch diese verspricht ein Knaller zu werden. Ich mag dieses Kribbeln im Bauch, welches da ist, wenn diese Band etwas Neues macht. Der Song ist großartig und auch das Video ist wieder ein Mal ein Meisterwerk. Denn hier werden Geschichten erzählt, die nie langweilig werden. Für diesen gesamtkünstlerischen Erfolg der britischen Band sind natürlich nicht nur die Musiker und Produzenten etc. verantwortlich, sondern auch einer der Künstler, der neben Jonathan Meese, für mich zu den größten der Kunstszene in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten zählt. Der Sohn eines niederländische Kirchenmanns, der schon früh sein Seelenheil in London suchte, etablierte sich über die Jahrzehnte zu einem der Topfotografen der Musikwelt und produzierte unzählige weltberühmte Musikvideos. Zu seinen Kunden, von denen man auch oftmals sagen kann und muss, dass sie Freunde sind, zählen Interpreten wie die Rolling Stones, U2, Herbert Grönemeyer und eben auch Depeche Mode, dessen musikalische Arbeit er von Beginn an künstlerisch begleitet.

Anton Corbijn

Ein stückweit ist dieser grandiose Fotokünstler, Videoproduzent und wie man ihn sonst noch bezeichnen möchte, natürlich auch mit dem Erfolg der Bands gewachsen, die er nun schon über Jahrzehnte begleitet. Aber er hat es auch immer geschafft seine eigen Kunst, relativ losgelöst von der reinen Musikarbeit, zu schaffen. Er war auch der Künstler, dessen Ausstellung ich als letzte in Deutschland, bezeichnenderweise damals 2004 in Köln, gesehen habe, bevor meine Reise durch Europa für Art for Europe begann . Leider habe ich seitdem allerdings auch keine Ausstellung mehr von ihm gesehen. Seine Werke strahlen für mich eine unendliche Tiefe, Sensibilität und Ruhe aus und dies alles gekoppelt mit einer tiefgehend oder auch einfach nur ganz banalen Aussage. Da Anton Corbijn den perfekten Spagat geschafft hat, den sich wohl viele Künstler wünschen, da er zum einen rein künstlerisch arbeitet, zum anderen aber auch schon in den Bereich der Werbung und des Marketing reinarbeitet, hat er hier die perfekte Synergie geschaffen. Außerdem hat er es geschafft, als Person relativ unbekannt zu bleiben. Denn jeder derDepeche Mode mit aktueller Musik seit den 1980er zu tun hat oder hatte, diese konsumiert, kennt Teile seines künstlerischen Schaffens, wobei ich behaupte, dass die wenigsten seinen Namen kennen oder ihn gar als den brillanten Künstler wahrnehmen, der er nun ein Mal ist. Dieser Fakt dürfte wohl Fluch und Segen gleichermaßen sein. Jeder der Musik ab den 1980er liebt und eine Leidenschaft für grandiose fotografische, wie auch videotechnische Arbeit hat, sollte sich unbedingt `The work of director Anton Corbijn` zulegen. Diese DVD aus dem Jahr 2005 zeigt, außer den gerade genannten videotechnischen Highlights, auch ein grandioses Booklet mit tollen bis witzigen und skurrilen Skizzen etc. des Künstlers. Das auf diesem Silberling vorhandene Videomaterial ist ein Hochgenuss von seinen Frühwerken für die rheinländische Formation Propaganda und ihrem Track `Dr. Marbuse` oder den Klassikern `Atmosphere` von Joy Division bis hin zu Größen wie Golden Earing, Nick Cave, Metallica und eben Depeche Mode.

Die perfekte Synergie – SOTU de luxe

Nachdem dieser Bericht schon zeigte, dass SOTU die marketingbrillante Abkürzung für `Sounds of the universe` ist, was für mich auch einige Probleme aufwirft, denn diese Ausrichtung auf SEO und Handys etc. halte ich für diesen Markt für eher kontraproduktiv. Scheinbar ist die Musikindustrie aber darauf aus ihr eigener größter Totengräber zu werden, denn DSDS und Popstars scheinen nicht gerade die Basis für einen soliden dauerhaft angelegten Markt zu sein und so schafft es die Musikindustrie immer seltener Werke zu schaffen, für die Menschen bereit sind Geld zu investieren. `Sounds of the universe` stellt hier eine Ausnahme dar. Denn mit diesem Album werden (leider) alle Märkte bedient aber somit vor allem auch der, der Menschen die ein Gesamtkunstwerk erwerben wollen. War die Veröffentlichung des letzten Albums in diesem Bereich noch nicht perfekt bedient, da die limitierte Version von `Playing the angel` zwar schon ein Highlight war, allerdings nicht Depeche Modeannähernd zu vergleichen mit der limitierten Version des `Sounds of the Universe`-Albums, kracht es hier richtig. Zu einem recht angemessenen Preis, erhält man in diesem Box-Set drei CD und eine DVD, die sich wirklich lohnen und das nicht nur für völlig Musikverrückte. Denn man erfährt auch viel über die Bandgeschichte, unabhängig davon ob man von der jüngsten Vergangenheit, also der Produktion des aktuellen Albums spricht oder ob es um Demoversionen von genialen Tracks aus den 1980er geht. Diese vier Silberlinge bieten einfach unendlich viel und sind quasi Zeitzeugen der Musikgeschichte der Band. Aber das ist noch lange nicht alles, neben einigem, ich will es Mal Fan-Schnickschnack, wie Poster etc. nennen, gibt es auch ein 84-seitiges Hardcoverbooklet und hier zeigt sich wieder die Brillanz von Anton Corbijn, der auch wieder den Ausschlag für das Artwork dieses Albums gab. Es ist auch hier wieder die Art, wie er die Band mit der Musik, optisch in seinen einzigartigen Bildern verknüpft. Ein weiterer Meilenstein in der Karriere dieses großartigen Künstlers. Wer solche Gesamtkunstwerke, wie diese de luxe-Version auf den Markt bringt, muss sich um Raubkopien oder ähnliches keine Sorgen machen. Es ist aber natürlich aufwendiger, als eine Musiksoap. Persönlich habe ich aber meine Vermutung ,wer am Ende des Tages das Rennen machen wird.

Bahnhof

Und was sollte das am Anfang mit dem Bahnhof? Ganz einfach, auf der letzten Etappe meiner Tour, also in Budapest, sah ich das Plakat für ein Depeche ModeKonzert von Depeche Mode im Sommer in der Stadt und sah damit zum ersten Mal Teile des genialen Artworks zu `Sounds of the universe` amBahnhof von Budapest. So schnell rast die Zeit, denn bald habe ich schon die de luxe-Version des Albums in Händen und werde mich kurz danach von meiner Wahlheimat Köln auf gen Österreich machen, denn dort gibt es einige wichtige Vorbereitungen für das Highlight des Projektes 42 im Jahr 2009 vorzubereiten. Danach werde ich dann noch ein Mal kurz nach Deutschland zurückkehren, um einiges organisatorisches zu klären, bevor es auch schon wieder nach Italien geht.

I just can`t get enough

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