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Kontinent der Kunst

RUHR.2010 – Die langen und dunklen Schatten

Die unvorstellbare Katastrophe bei der Loveparade 2010 in Duisburg, die auch Teil der Kulturhauptstadt RUHR.2010 war, jährte sich in der letzten Woche zum dritten Mal. Bis heute mangelt es an juristischer Aufklärung und in einem halben Jahr fangen die ersten Fristen an abzulaufen, wenn nicht endlich ein Verfahren eröffnet wird. Natürlich ist es nicht überraschend bei einer solchen Katastrophe, dass das Volumen aufzuarbeitender Daten, in welcher Form auch immer sie vorliegen, eine riesige Aufgabe ist aber es bleibt halt das Gefühl, dass dies nicht das einzige Problem ist, warum noch nichts wirklich Nachhaltiges passiert ist. Vertreter der Stadt, Polizei und Wirtschaft, eine Ansammlung von Verdächtigen, die Raum für die Spekulation bietet, dass es durchaus keine Gerechtigkeit geben werden könnte. Dies bedeutet für Duisburg, dass 21 Menschen ihr Leben lassen mussten und 541 Personen zum Teil schwerverletzt wurden und sich die Anzahl der Traumatisierten dieses Tages wohl nie klären lassen wird. Da darf es eigentlich nicht möglich sein, dass die so wichtige Frage nach der Verantwortung, vielleicht nie geklärt werden wird. Wenn man sich überlegt, dass hier wohl auch die Gier mit im Spiel war, nach Erfolg und natürlich auch nach Prestige und Kapital, sieht man, wie dies auch im Bereich der Kultur einfach nur schädlich ist. Es wurde genau das Gegenteil dessen erreicht, was man erreichen wollte und natürlich bleibt so auch ein langer und dunkler Schaden an der Kulturhauptstadt RUHR.2010 hängen und dies hat sie eigentlich nicht verdient. Außer, dass es natürlich hier Gerechtigkeit geben muss, sollte man dieses grausame Unglück deshalb eben auch als Warnung vor der Gier im Kulturbereich verstehen. Im Bereich der Loveparade hat dies schon einmal funktioniert, denn der unfassbare Plan, dieses Konzept in Berlin im letzten Jahr unter neun Namen wieder aufleben zu lassen, scheiterte und wurde nach einem großem Medienhype, glücklicherweise doch abgesagt.

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