Art for Europe

Kontinent der Kunst

Pula und der Süden Istriens

Wie im vorletzten Bericht beschrieben, ging es nun von dem schönen Küstenstädtchen Rovinj weiter südlich gen Pula. Eine völlig unspektakuläre Etappe, was man von Pula selbst und dem dort erlebten nicht behaupten kann. Denn bei Pula handelt es sich um eine über 3000 Jahre alte Stadt, die einst auch im byzantinischen Reich von Bedeutung war. Mit über 50.000 Einwohnern ist Pula auch die größte Stadt der Halbinsel Istrien. Genau dort, in der Metropole Istriens, kam ich nun eines Nachmittags, mittlerweile bei leichtem Regen, an. Ich musste feststellen, dass man hier nicht nur den Begriff Metropole, als relativ einstufen musste.

Heizung?

Ich wusste, dass es in dieser Stadt mindestens zwei Hostels gab und wie gesagt, nach dem es zuvor an der Westküste Istriens selbst auch kein großes Problem war, etwas zum schlafen zu finden, warum hätte ich mir hier Sorgen machen sollen. Ich muss gestehen, dass meine Erwartungen total überhöht waren. Natürlich sah man, wenn man genau pula-amphitheater.jpgschaute, überall Reste wirklich alter Kultur aber vor allem sah man das verbaute, nicht mehr mit den schönen Küstenorten vergleichbare, eher graue und kastenförmige Pula. Und da half auch nicht das Wahrzeichen der Stadt. Ein unter Kaiser Augustus erbautes Amphitheater. Irgendwann machte ich mich etwas deprimiert und erschöpft auf den Weg in mein geplantes Hostel. Ich bestritt den Weg, wie so viele meiner Wege, zu Fuß. So nimmt man einfach am meisten wahr. Vor allem nahm ich aber die unendlich lang erscheinenden Mauern der Werften wahr und gelangte tiefer und tiefer, in nicht gerade für die Dunkelheit gemachte Stadtteile.

Irgendwann fand ich eine kleine Werftarbeiterpinte und erklärte mit Händen und Füßen, wo ich hin wollte. Ein Gast machte mir klar, dass er mir helfen würde, da mein Ziel noch weiter außerhalb liegen würde. Kurze Zeit später saß ich, in einer echt dunklen Ecke, bei einem nicht gerade seriös wirkenden Werftarbeiter im Auto. Wir fuhren in ein Wohngebiet, die Strassen wurden immer kleiner und dunkler, spätestens als wir auf einen Feldweg abbogen, begann ich meine Entscheidung dort einzusteigen etwas zu überdenken. Bevor ich damit fertig war, hielten wir auch schon vor den Toren des Hostels. Der nette Mensch erklärte mir noch, wo ich jemanden finden würde, der mich rein ließ und verschwand wieder in der Dunkelheit. Man lernt auf einer solchen Tour, Menschen ganz anders zu vertrauen. Ab hier dauerte es nicht mehr lange bis ich mein Bett, alleine in einem Haus mit unzähligen Bettensälen, hatte. Heizung? Gab es dort nicht und das bei Temperaturen im Minusbereich, führte zu einer der ersten Nächte der Tour, wo ich ziemlich fror und das trotz Schlafsack und Decken aus acht Betten.

Sonnenaufgangsfrühstück

Kurz vor Sonnenaufgang wurde ich wach, nahm wahrscheinlich einer der kürzesten Aufenthalte unter einer Dusche, während der gesamten Tour, wahr, packte und machte mich auf an den Strand. Photos machen. Es war schon genial, wenn man dick eingepackt ist und sich bewegt ist das mit der Kälte auch halb so wild und die aufgehende Sonne, überpula-fruestueck.jpg dem offenen Meer, entschädigte schon für vieles. Außerdem hatte ich noch immer vor Augen, kurze Zeit später, in einem mollig warmen Frühstücksraum mit lecker heißem Kaffee zu sitzen. Ein weiterer schwerwiegender Irrtum. Denn hier ist man ganz und gar auf Sommertourismus eingestellt. Dies bedeutete, auch wenn es durch die ersten Sonnenstrahlen bald schon leicht über dem Gefrierpunkt war, auf der überdachten Außenterrasse frühstücken. Nur um nichts zu vergessen, sei noch erwähnt, dass es dort auch nur Tee gab. Ich war bedient, checkte am mittlerweile geöffneten Büro ein und direkt wieder aus, wofür man nicht wirklich Verständnis zeigte. Dann lief ich wieder in die Stadt um mich der Kunst zu widmen.

Zwei Dinge sind mir für Pula, was schon ab dem 6. Jahrhundert Bedeutung als Flottenstadt unter den Byzantiner hatte und dies sollte sich viele Jahrhunderte später, zu Zeiten Österreich-Ungarns, als Marinehafen noch festigen, echt hängen geblieben. Die absolut negativen Reaktionen von Künstlern und Galeristen auf Menschen mit einer Kamera und die Massen an Gebäuden mit Photoverbot. Man kann sagen, zum ersten Mal eine Stadt, die ganz klar nicht meine werden sollte. Ich habe in den letzten Jahren wirklichpula.jpg viele Künstler und Galeristen in ganz Europa kennen gelernt, aber so etwas wie dort, ist zum Glück einzigartig geblieben. Ich machte noch einige Photographien für meine eigene künstlerische Arbeit, die natürlich auch über all in Europa entstehen. Denn auch hier ist ein klarer Vorteil meiner Tätigkeit zu sehen, außer das ich die künstlerische und kulturelle Bedeutung verschiedener Städte und Regionen in Europa dokumentiere, kann ich natürlich auch immer wieder Motive für meine Kunst sammeln. So sind bis zum heutigen Zeitpunkt weit mehr als 70.000 Photographien entstanden.

Eine wundervolle Bucht

Als meine Arbeit vor Ort, wie gesagt eher enttäuschend aber nicht unspannend, zu Ende ging, trampte ich weiter nach Rijeka. Ich hatte das Glück, sehr schnell einen netten jungen Mann zu treffen, der seine, in Pula lebende Freundin besucht hatte und selber als Werftarbeiter in Rijeka lebte. Somit hatte ich eine direkte Verbindung zu meinem nächsten Ziel. Da er fließend Englisch sprach, gab es auch absolut keine Kommunikationsschwierigkeiten. Es ging dann gut 150 Kilometer durch eine wundervolle rijeka-bucht.jpgLandschaft, eine Mischung aus den schottischen Highlands und der Fauna und Flora Südfrankreichs. Etwa 60 Kilometer vor Rijeka hielten wir an einem Aussichtspunkt an. Es waren mittlerweile erträgliche 15 Grad und der Blick auf dieses kristallklare Wasser und die Insel Cres war einfach beeindruckend. Dies wiederum, muss ich bis heute sagen, war einer der schönsten Plätze, auch wenn es davon in Europa eine ganze Menge gibt, wo ich während der bisherigen Tour war. Von hier aus dauerte es auch nicht mehr lange bis er mich Mitten in der City von Rijeka raus ließ. Wie es mir dort erging, werdet ihr dann beim nächsten Mal erfahren.

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Schade, bislang hatte noch keiner eine Meinung

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