Art for Europe

Kontinent der Kunst

Pro East Side Gallery und Kolbhalle

Schon seit längerer Zeit gehen die Piraten der Neuzeit, die Lenker und Nichtdenker des Raubtierkapitalismus, gegen die Kunst und Kultur vor. Nun scheint einmal mehr eine neue Ebene erreicht zu sein. War das Vorgehen bislang meist durch den Entzug von Kapital gekennzeichnet, gibt es nun einen neuen Trend. Während Umsätze und daran gekoppelte Bonifikation immer weitere Exzesse aufzeigen, verkündet man, dass es auf der Gewinnseite nicht so rosig aussieht und man sparen müsste und deshalb natürlich auch Geld im Bereich der Kultur wegfallen müsste. Diese Art erkennt man übrigens ähnlich auch auf der Seite des Staates. Man erfreut sich ständig an neuen Rekorden bei den Steuereinnahmen, um gleich auch zu erklären, wie leer die Kassen doch seien. Die Konsequenzen sind die, die man auch von Seiten der Wirtschaft her kennt. Kunst und Kultur kann man durchaus als Herz und Seele der Gesellschaft ansehen und so etwas sollte man sich nicht durch schnöde Gewinnmaximierungsinteressen eines kleinsten Personenkreises stehlen lassen. Auch hier ist der Widerstand in der Gesellschaft gefordert, wie man es im Kontext der East Side Gallery in Berlin oder auch in Sachen Kolbhalle in Köln gerade erleben kann. Es sind solche Zeichen, die gesetzt werden müssen, auch gegen den neuen Trend.

Von Berlin bis Köln
In Berlin soll gerade das längste zusammenhängende Mauerstück, die legendäre East Side Gallery, zerfetzt werden und dies für ein beliebiges Bauprojekt und dies obwohl man hier von einem unter Denkmalschutz stehenden Stück Geschichte und Kunst spricht. Berlin verliert sich immer mehr im Sumpf von Investoren. Berlin blamiert sich immer wieder mit Bauvorhaben, wie man jüngst am Hauptstadtflughafen erkennen konnte und deshalb muss sich etwas tun. Tief im Westen, im Kölner Kultstadtteil Ehrenfeld, sieht es auch nicht anders aus. Hier soll die Kolbhalle geräumt werden, ein wichtiger Ort der Kunst und Kultur, in dem auch ich schon tolle Zeiten verbracht habe, Interviews geführt habe und vieles mehr. Auch hier soll Kulturschaffenden die Basis entrissen werden, damit Investoren weiter an der nächsten Immobilienblase arbeiten können. Auch dies gilt es zu verhindern. Es ist erst vier Jahre her, dass Köln, durch den bis zum heutigen Tage nicht aufgeklärten Einsturz seines Stadtarchivs, unvorstellbare Werte im Bereich der Kulturgüter verloren hat. Auch von daher sollte man sehr vorsichtig sein, was man in dieser Stadt noch alles vernichten will, damit Bauprojekte funktionieren oder eben auch nicht funktionieren. Der Angriff auf Herz und Seele einer ganzen Gesellschaft muss gestoppt werden, von Ost nach West, denn es kann nicht sein, dass sich in einer Demokratie eine kleinste Gruppe immer wieder gegen die Mehrheiten durchsetzt, denn dann wäre es keine Demokratie mehr.

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