Art for Europe

Kontinent der Kunst

Morgens irgendwo in Europa

Wie zu letzt beschrieben, erreichte ich eines Morgens die kroatische Hafenstadt Split. Ich kam mit dem Nachtbus aus Rijeka, was circa 400 Kilometer nördlich gelegen ist. Split ist mit gut 200.000 Einwohnern und noch ein Mal doppelt so vielen in der Umgebung, die zweitgrößte Stadt Kroatiens und die größte und bedeutendste Stadt Dalmatiens. Es liegt an der kroatischen Adriaküste auf der Halbinsel Marjan und hat somit auch eine wichtige Rolle in der Schifffahrt und genau unter anderem dieser Punkt, sollte für meine weitere Reise noch sehr bedeutsam werden.

Der Weg von Südkroatien nach Griechenland

Morgens 5 Uhr, irgendwo gut 1.500 Kilometer von der alten Heimat entfernt, wird einem einiges klar. Das erste was einem in einer solchen Situation klar wird, ist der Wunsch nach split-faehren.jpgeinem anständigen Kaffee. Ich hatte die Nächte zuvor schon nicht so gut geschlafen. Ich war noch immer, auch gerade wenn ich abends versuchte zur Ruhe zu kommen, sehr aufgewühlt, denn schließlich stand ich noch am Anfang meiner Reise und hatte vor allem auch die ganze Nacht zuvor nicht geschlafen. Glücklicherweise gab es auch hier am Busbahnhof, der am Hafen von Split gelegen ist, um diese frühe Zeit problemlos Kaffee. Etwas was übrigens bis heute für die gesamte Tour durch Europa gilt. Kaffe gibt es überall und immer. Zwei bis drei Tassen Kaffee später, war ich dann auch wieder bereit mich um die Planung dessen, was nun anstand zu kümmern. Ich musste von hier aus, also vom Süden Kroatiens aus, irgendwie nach Griechenland gelangen und das wie immer möglichst preiswert.

Da ein großer Teil der Spannung auf dieser Tour darin begründet ist, sich oftmals von den Gegebenheiten vor Ort leiten zu lassen, hatte ich erst Mal keinen wirklichen Plan, wie es nun weiter gehen sollte. Dies sollte sich allerdings dies Mal als klarer Fehler herausstellen. Denn immerhin war ich nun in dem Teil Europas, wo noch vor gar nicht allzu langer Zeit, der letzte große Krieg dieses Kontinents tobte und heute räume ich ein, dass dies ein Fakt war, den ich tatsächlich völlig unterschätzt hatte. Ich machte mich auf zu den Ticketshops der Reedereien. Ich dachte mir ich könnte einfach gemütlich mit einem Schiff die Küste bis kurz hinter die griechische Grenze runter schippern. Fehlanzeige. Der einzige mögliche Seeweg von Split nach Griechenland wäre über Italien gewesen und das hätte mich ein Vermögen gekostet. Das schöne an einem Ausgangspunkt wie Split ist allerdings, dass man viele verschiedene Optionen hat. Eine weitere war die Einladung von Axelle, die ich in Ljubljana kennen gelernt hatte. Ich musste nur irgendwie über den Landweg in den Kosovo gelangen. Einige Gespräche mit Menschen die ich in Split traf weiter, stand fest das diese Option definitiv zu unsicher gewesen wäre.

Mit dem Zug von Split bis nach Athen

Aber es gab ja noch die Option mit dem Zug zu fahren. Mein Gedanke war natürlich, wie so oft, der aller einfachste. Dies bedeutete, einfach mit dem Zug immer gerade die Küste runter bis nach Griechenland. Die Frau im Bahnhof lachte mich ziemlich aus, als ich ihr auf der Karte zeigte, wie meine Routenplanung war und schon wieder hatte ich die split.jpgKriegsfolgen außer Acht gelassen. Aber da auch die Menschen hier in Split wahnsinnig hilfsbereit sind, versprach man mir, sich darum zu kümmern, dass ich irgendwie mit dem Zug an die griechische Küste kommen würde, es würde nur etwas dauern bis man eine Möglichkeit gefunden hätte. In diesem Moment wurde mir klar, wie viele Menschen etwa täglich diese Reiseroute nutzten. Nicht viele, so viel stand Mal fest. Nach gut 30 Minuten hatte man eine Route für mich gefunden. Für etwas mehr als umgerechnet 100 Euro, sollte ich von Split nach Sarajevo fahren, dort in den Zug nach Belgrad umsteigen und dann von dort aus weiter nach Athen reisen. Von Athen bis zur Küste müsste ich dann sehen, wie ich mich durchschlage.

Der Vorschlag war soweit so gut. Es gab aber Dinge an diesem Plan die mich irritierten. So unter anderem die Reisedauer von gut zweieinhalb Tagen. Mit Aufenthalten in Städten, wie Sarajevo und Belgrad, die allerdings nicht zum übernachten reichen würden. Dreieinhalb Tage ohne Schlaf, in einigen der gefährlichsten Städte in Europa. Es gab split-burger.jpgReiserouten die es mir mehr angetan hätten. Aber wo waren die Alternativen? Heute weiß ich, es wäre alles halb so wild gewesen. Heute habe ich aber auch schon Nächte in krassen Städten Europas hinter mir, weiß wie es ist tagelang ohne Schlaf auszukommen. Damals wusste ich all dies allerdings noch nicht. Also beschloss ich erst ein Mal ein ordentliches Frühstück in Form eines leckeren Burger zu mir zu nehmen. Dann stimmte ich noch einige Sachverhalte per Mail mit der Heimat ab, um dann, wie aus dem Nichts, die fehlende Option zu erhalten. Welche dies war und wie es weiterging erfahrt ihr wie immer beim nächsten Mal.

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Bislang ein Kommentar

  1. 19. Juni 2012

    | 11:52

    [...] 26 Grad, im Winter zwei Grad. Ungefähr 750 Millimeter Niederschlag fallen jährlich in Kroatien. Im Gegensatz dazu ist das Klima an der adriatischen Küste um einiges feuchter und mediterran. [...]

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