Art for Europe

Kontinent der Kunst

Millionen Eindrücke

Nun ist die große Zeit der Bücher in Deutschland angebrochen, denn gerade startete die Leipziger Buchmesse, die ihre Pforten noch bis Sonntag geöffnet hat und außerdem begann am gestrigen Tag in Köln die lit.COLOGNE, die man noch bis zum 24.03.2012 besuchen kann. Man erkennt, dass es gute Gründe gibt an dieser Stelle ein wirklich grandioses Buch zu präsentieren. Es geht dabei um den im QUADRIGA-Verlag erschienen Bildband von HG Esch `Cities Unknown-Chinas Millionenstädte`. Esch ist einer der ganz Großen, wenn es um das Thema Architekturfotografie geht und schon seit Jahren macht er sich auch immer mehr einen Namen mit seinen freien Arbeiten und genau darum geht es auch in diesem fast 200 Seiten starken Werk von ihm. Esch zeigt in diesem absolut beeindruckenden Buch, neben den bekannten chinesischen Boomtowns, wie zum Beispiel Beijing oder Shanghai, vor allem auch die Metropolen, von denen man als Europäer eigentlich meist noch nie etwas gehört hat, geschweige denn jemals dort gewesen ist. Deutschland hat gerade einmal vier Millionenstädte und selbst die größte, die Hauptstadt Berlin, wirkt im Kontext dieses Buches doch eher überschaubar. Eine Sache, die Esch hier wirklich durch seine einzigartige Art der Fotografie schafft, ist es dieses ganz andere urbane Leben auch für Europäer etwas verständlicher zu machen.

Die Größe Chinas
HG Esch wurde 1964 im schönen Neuwied am Rhein geboren und ist seit 1989 als freischaffender Architekturfotograf für nationale und internationale Architekturbüros weltweit unterwegs, um deren Projekte für Großkonzerne fotografisch festzuhalten. Natürlich ist dies, neben den technischen Vorteilen, die eine so lange Auseinandersetzung mit diesem Thema mit sich bringt, auch ein großer Vorteil dahingehend, dass er sich mit Metropolen bestens auskennt und genau weiß, wie man deren ganz besonderen Bann festhalten kann. 01-shanghai-07-2009-1-hg-esch.jpgEs ist immer wieder eine Herausforderung, wie ich es empfinde, sich alleine nur mit der Größe Chinas im Ansatz vertraut zu machen, denn es sind tatsächlich Millionen Eindrücke, die auf einen einprasseln. Diese nun genau so zu bannen, ohne dass sie einen erschlagen oder abschrecken, ist eine der Besonderheiten dieses Buchs, welches nach einer Idee von HG Esch und Oliver Schwabe entstanden ist. Esch schafft es hier, wie man es von seinen Arbeiten gewohnt ist, auch diesmal wieder sehr gut Emotionen zu transportieren. Er fängt immer wieder den ganz besonderen Moment ein, der einen dann beim Anblick dieser Bilder wirklich überzeugt. Die unzähligen Werke die in diesem edlen Bildband präsentiert werden, kommen übrigens fast genauso beeindruckend daher, wie wenn man sie im Großformat in einer seiner Ausstellung sieht, so hat man also immer eine ganz besondere, große Werkschau von HG Esch im Bücherregal stehen, was natürlich auch wieder für dieses Buch spricht.

Mehr als nur großartige Fotokunst
Nun muss man allerdings auch sagen, dass dieses großartige Buch von HG Esch noch mehr bietet, als die angesprochenen, erstklassigen Fotokunstwerke. Denn all dies wird von Texten begleitet, die unter anderem aus der Feder von Klaus Honnef, Publizist, Kurator und Professor für Theorie der Fotografie oder auch Eckhart Ribbeck, Professor am Städtebau-Institut der Universität Stuttgart stammen. Auch diese Text machen dem Leser, aus den verschiedenen Herangehensweisen heraus, noch einmal sehr viel deutlicher, was man in den Werken von HG Esch alles sehen kann. 02-wuhan-06-2010-hg-esch.jpgDiese äußerst lesenswerten Texte runden dieses Buch noch einmal richtig ab. Diese Verschmelzung der Texte und der Fotokunstwerke macht deutlich, wie gut für dieses Buch auf den verschiedenen Ebenen zusammengearbeitet wurde und das man von hoher Professionalität sprechen kann, was natürlich bei solch namhaften Protagonisten auch nicht anders zu erwarten ist. Dieser Bildband öffnet sprichwörtlich Horizonte und bildet natürlich auch und dies in einem Maß, welches weder anstrengend noch nervraubend ist. Aber es zeigt eben auch wirklich große Kunst, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Wie man merken kann, hat mich dieses Buch wirklich überzeugt und ich bin mir sicher, dass es am Ende des Tages allen Lesern und Betrachtern so gehen wird, denn es nimmt einen mit auf eine ferne Reise in ein so unvorstellbares Land und bezaubert einen einfach nur.

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Bislang ein Kommentar

  1. 19. Juni 2012

    | 12:05

    [...] Neben der Industrie ist die Tourismusbranche weiterhin ein wichtiger Sektor des Landes, der jedoch in den vergangenen Jahrzehnten etwas zurückging. Während Italien in den 1970er-Jahren noch das meistbesuchte Land der Welt war, befindet es sich heute nur noch an fünfter Stelle hinter Frankreich, Spanien, den USA und China. [...]

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