Art for Europe

Kontinent der Kunst

Lutz Motzer – Ein großer Künstler und Freund

Ich werde den Tag nie vergessen, als ich damals im Herbst 2001als junger Galerist  in Leverkusen kurz davor stand, die Ausstellung zu meinem allerersten Kunstwettwerb zu eröffnen. Ich räume ein, ein wenig aufgeregt gewesen zu sein, als auf einmal dieser kleine, sympathische, ältere Herr vor mir stand und mir unbedingt seine Mappe zeigen wollte, damit ich ihn vertrete. Er wusste von dem Wettbewerb, hatte an diesem aber kein Interesse und hatte auch kein Problem damit, mich in dieser Situation anzusprechen. Auch ein wenig angetan von so viel Dreistigkeit, drückte ich ihm meine Visitenkarte in die Hand und sagte ihm, er solle sich bei mir melden, was er auch tat. Als wir uns dann später trafen, überzeugte er mich vor allem mit seinem grandiosen Sujet und später auch als Mensch, so dass ich ihn nicht nur künstlerisch vertrat, sondern auch sein Freund wurde. Ich konnte noch viel von ihm lernen, vor allem, was den Blick auf das Leben anging aber natürlich auch künstlerisch.

Die Zeit der Rosen
Als ich Lutz Motzer kennenlernte, war es die Zeit, in der meine damalige Agentur fleißig wuchs und nachdem ich mit dieser nach Leichlingen umgezogen war und dort auch größere Ausstellungsräume hatte, war er nicht nur bei der dortigen Galerieeröffnung mit Werken vertreten, sondern erhielt einige Zeit später, mit `Zeit der Rosen`, auch eine Einzelausstellung. Diese Ausstellung war ein voller Erfolg, der Künstler war genauso hochzufrieden, wie ich als Galerist. Bevor sich die Wege von Motzer und mir gekreuzt hatten, hatte er fast zwei Jahrzehnte lang künstlerisch nicht mehr gearbeitet, was man den Werken, die dann entstehen sollten aber nicht anmerkte, denn er war eher noch besser geworden. Ich organisierte noch weitere Ausstellungen für ihn, denn seine ganz besondere Art Aquarelle zu gestalten, was sowohl inhaltlich, wie auch technisch zu verstehen ist, kam nicht nur beim Publikum gut an, sondern war auch künstlerisch sehr wertvoll. Evolution, die ganz große Veränderung, die Natur, das Surreale waren seine großen Themen und immer wieder Steine, die er sein ganzes Leben lang überall gesammelt hatte und die ihm immer wieder als Vorlagen dienten. Lutz Motzer kam ursprünglich aus Wien, wo er auch seine allererste Ausstellung hatte, wenn man von seiner Zeit im Rheinland absieht, hatte er seine ganz große Zeit als Künstler in Bad Berleburg. All dies ist nun Geschichte.

Wenn sich Wege trennen
Das Leben geht immer seine ganz eigenen Wege und so sollten sich die Wege von Lutz Motzer und mir auch schon nach nur gut drei Jahren wieder trennen, zu mindestens, war ich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr sein Galerist. Damals im Herbst 2004 entschied ich mich dafür, für dieses Projekt hier für mehrere Jahre durch Europa zu reisen und die Galerie, sowie die dazugehörige Agentur wurden geschlossen. Natürlich traf ich mich so oft es ging auch während meiner Tour immer wieder mit ihm, am Anfang war er auch noch hochmotiviert aber dann hörte er irgendwann auf zu malen und hatte auch kein Interesse mehr daran, seine Werke irgendwo zu präsentieren, was nicht nur in Bezug auf seine Person, sondern auch im Kontext seiner Kunst sehr schade war. Während meiner Zeit in Köln und auch später als ich zurück in meiner Heimatstadt war, trafen wir uns auch noch einige Male. Ausstellungsangebote von mir schlug er damals aus und er wirkte sehr zurückgezogen. Außerdem hatte er sein ganzes Werk in sichere Hände übergeben. Die letzte Information über ihn erhielt ich von seiner langjährigen Lebensgefährtin, die selbst auch eine Freundin von mir ist. Man hatte sich getrennt, was natürlich weitere schlechte Nachrichten waren. In der letzten Woche erfuhr ich dann, dass Lutz Motzer im Februar diesen Jahres verstorben ist. Jetzt ist er wahrscheinlich im Künstlerhimmel und kann dort mit dem Künstler, mit dem er seine allererste Ausstellung bestritt, mit Friedensreich Hundertwasser, Wolkenbilder malen. In Erinnerung an einen großen Künstler und einen Freund, werde ich diese genießen.

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Bisher 5 Kommetare

  1. Heinz
    25. Juli 2013

    | 12:01

    ich erfreue mich jeden Tag an meinem “Motzer”.
    Es ist eine Rose, die ich vor ca. 10 Jahren von Herrn Motzer geschenkt bekommen hab.

  2. Künstlervater
    25. Juli 2013

    | 12:03

    ich besitze einen “Motzer”, und werde ihn für kein Geld der Welt verkaufen. Ein Angebot von 100.000,- € habe ich bereits ausgeschlagen

  3. Künstlervater
    25. Juli 2013

    | 12:09

    ich besitze einen”Motzer”. Auch für 100.000,- € würde ich dieses Kunstwerk nicht von der Wand hängen.

  4. Leonardo
    24. Juli 2015

    | 12:00

    Liebe Kunstgemeinde, auch in meinem Wohnzimmer hängt ein Kunstwerk vom Künstler Motzer. Ich bekam schon viele Angebote, auch im 6 stelligen Bereich. Ich werde dieses wundervolle Bild nie verkaufen.Zu groß ist die Freude, die mir das Gemälde täglich beschert. EUER LEO

  5. Malermeister
    27. Mai 2016

    | 18:04

    FREUNDE der Kunst. Einen Original Motzer bitte nicht verkaufen. Lutz ist gestorben und seine Kunstwerke werde kräftig im Preis steigen. Lieben Gruß Malermeister

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