Art for Europe

Kontinent der Kunst

Kunst und Antisemitismus

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Beutekunst bleibt auch weiterhin ein heikles Thema, wie man zuletzt an der Kunstsammlung des Cornelius Gurlitt (1932-2014) erkennen konnte und in diesem Zusammenhang ist man auch ganz schnell beim Thema Antisemitismus. Ein Problem, welches gerade erst wieder für Schlagzeilen sorgte. In diesem Kontext muss man natürlich auch genau schauen, wo selbiger forciert wird. Der Kunstmarkt ist in weiten Teilen längst Teil eines ablehnungswürdigen Wirtschaftssystems geworden, in dem es kaum noch um die Kunst selbst geht, sondern diese eigentlich nur noch als Anlagegut betrachtet wird. Dieser Markt ist natürlich völlig und ganz frei von religiöser Ausrichtung oder Herkunft der handelnden Akteure zu sehen. Wenn man aber nun die Empfänger, also meistens die Erben derer, von denen damals Kunst erbeutet worden war, so ins Licht rückt, als wären es alles nur Kunstliebhaber, denen es nur um die Kunst ginge, führt diese Pauschalisierung zu einem Problem. Gerade erst wurde das erste Werk aus der bereits angesprochenen Sammlung des Cornelius Gurlitt zu einem Rekordpreis von über 2,6 Millionen Euro in London versteigert. Zwei Reiter am Strand von Max Liebermann (1847-1935) war das Werk, welches dort unter den Hammer kam. 1901wurde dieses Werk vom passionierten Breslauer Kunstsammler David Friedmann (1857-1942) erworben und tauchte nun eben wieder auf und konnte dem rechtmäßigen Erben übergeben werden. Hierbei handelte es sich um den Großneffen David Toren, der es eben zur angesprochenen Versteigerung gab.

Ein völlig normaler Prozess
Wer den Kunstmarkt auch nur am Rand im Auge hat, weiß, dass dies ein völlig normaler Prozess war und auch eine Rekordsumme für solche Gemälde nichts Außergewöhnliches ist. Der Knackpunkt ist die eben angesprochene Verknüpfung von Religion, Herkunft und Liebe zur Kunst. Kommt es nun zu dem angesprochenen Verkauf durch den rechtmäßigen Besitzer, ist dies wieder Wasser auf die Mühlen mancher Dummschädel, die es nie verstehen, sich allerdings durch so etwas auch noch bestätigt fühlen könnten. Warum muss man Juden schon wieder, wenn auch in einem positiven Kontext, ausgrenzen, in dem man ihnen ein besonderes Verhältnis zur Kunst unterstellt. Schaut man sich die christlichen Schatzkammern an, sieht es dort nicht anders aus aber man käme wohl kaum auf die Idee, bei einem christlichen Verkäufer seine Religion in einen besonderen Kontext zur Kunst zu stellen. Längst tobt schon wieder ein Religionskrieg auf diesem Planeten, da ist man mit solchen Herangehensweisen wirklich schlecht beraten und sorgt nicht dafür, dass Antisemitismus weniger wird. Dieser Fakt ist natürlich auch ein Indiz dafür, mit welcher Heuchelei in Teilen der Medien an die tägliche Arbeit gegangen wird. Auf der einen Seite beteiligt man sich an solchen Pauschalisierungen, wie der gerade genannten und auf der anderen Seite läuft man Sturm gegen alles, was auch nur im Entferntesten mit Antisemitismus zu tun haben könnte. Vielleicht sollte man hier in Zukunft einfach etwas geschickter agieren.

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Schade, bislang hatte noch keiner eine Meinung

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