Art for Europe

Kontinent der Kunst

Kult-Kunst und Genuss in Kärnten

Wie im letzten Reisebericht bereits angekündigt, wartete in Kärnten noch ein wirkliches Highlight auf mich, über welches ich nun schreiben werde. Seit fast fünf Jahren bereise ich jetzt schon Europa und dokumentiere Kunst und Kultur und Kenner wissen, dass ich auch einen Hang zur guten Küche habe und all dies sollte sich bei diesem Treffen in Völkermarkt in der Nähe von Klagenfurt vereint zeigen. Grandiose Kunst, viel Kultur aber auch kulinarische Hochgenüsse. Ganz zu schweigen davon, dass es in dieser grandiosen Landschaft, mit Blick auf die Karawanken, anmutet als befindet man sich in einer riesigen Naturarena, die einfach nichts anders als ein hohes Maß an Kreativität zu lässt, merkt man auch, dass man hier mit Herz und Seele bei der Sache ist. Das Leitmotiv `So schmeckt Kärnten-So schmeckt Europa`, welchem man hier folgt, hat mich natürlich gerade auch im Rahmen meines Konzeptes sehr neugierig gemacht. Danja und Christian Kulterer, um die es hier gehen soll, sind Menschen, die es geschafft haben mich davon zu überzeugen, dass sie einen eigenen Bericht verdient haben, in denen es um ihre Philosophie aber auch um ihre Empfehlungen gehen wird.

Danja Kulterer

Danja hat sehr viele Talente. Sie ist nicht nur die, die mit den Fröschen spricht, wenn es bei einem guten Glas Wein auf der Terrasse Abends ein Mal zu laut werden sollte, weil sich die Frösche im Gartenteich nun ein Mal mitunterhalten wollen und sie diese zum schweigen bringt, sie ist vor allem auch eine außerordentlich begnadete Künstlerin. Dieser Umstand hat gerade erst dafür gesorgt, dass eines ihrer großartigen Werke die Titelseite des österreichischen Society-Magazin schmückte. Als ob dies nicht schon Ehre genug sei, teilte sie sich diese Auszeichnung mit der weltberühmten österreichischen Künstlerin Maria Lassnig, die übrigens auch aus Kärnten stammt. Danja selbst kommt ursprünglich nicht aus Kärnten, sondern aus dem schönen Wangen im Allgäu, wo sie 1970 geboren wurde und aufwuchs, bevor sie das Leben und die Liebe 1995 nach Kärnten lockten. Hier lebt und arbeitet sie in einem Umfeld, welches für große Kunst, wie geschaffen ist. In den warmen Monaten 01-kulterer-terrassenblick-3136.jpgbraucht sie noch nicht ein Mal ein Atelier, da sie einfach auf der Terrasse mit einem traumhaften Ausblick und ständig anderem, neu inspirierendem Licht arbeiten kann und auch diesen Faktor merkt man ihren Werken an. Das Licht, die Energie ist ein ständiger Begleiter in ihren Werken und genau dieser Fakt zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeiten. Was mir persönlich an ihrer Kunst, wie aber auch an ihrer Person noch sehr gefiel, ist die Tatsache, dass sie in keine Schublade passt, denn ihre Werke versprühen eine wahnsinnige Individualität ohne konzeptlos zu sein.

Aber künstlerisch gab es für mich noch viel, viel mehr Interessantes bei diesem Treffen zu entdecken. So fuhr ich mit Danja in das einige Kilometer entfernt liegende Bleiburg in der Nähe der slowenischen Grenze. Zum einen sollte ich diesen Ort kennen lernen, weil er noch sehr relevant für mein Projekt 42 werden könnte und zum anderen ging es darum, dass sich 02-bleiburg-3159.jpgBleiburg als Kunststadt der Europaausstellung 2009 präsentiert. In diesem Rahmen sind dort übrigens auch Werke von Danja zu sehen. Es war ein spannender Besuch bei dem ich auch gleich das Haus der renommierten österreichischen Künstlerin Kiki Kogelnik (1935-1997) bestaunen dürfte. Man merkt doch sehr schnell, dass Kärnten auch auf dem kulturellen Sektor außerordentlich viel zu bieten hat und es sollte noch weitergehen. Ich erhielt noch eine weitere Empfehlung, leider gab es verschieden Faktoren die einen kurzfristigen Besuch, dieser grandiosen Location für Kunst, verhinderten. Es ist die Rede vom Museum Liaunig in Neuhaus, welches auch in Kärnten in der Nähe der slowenischen Grenze liegt. Diese großartige Kunstsammlung zeigt zeitgenössische, österreichische Kunst ab 1950 und außerdem setzt sie Highlights mit weiteren international renommierten Künstlern, wie zum Beispiel Max Ernst (1891-1976). Die hier gezeigte Sammlung zählt zu den bedeutendsten in ganz Österreich und ist auch international auf höchstem Niveau anzusiedeln. Das erst 2008 eröffnete Museum überzeugt allerdings nicht nur durch die beieindruckende Kunstsammlung, sondern ebenso durch eine, in das Gesamtkonzept passende, grandiose Architektur, die auch sehr sehenswert ist.

Christian Kulterer

Christian ist die bessere Hälfte von Danja, wie man so schön sagt und man muss weiter auch sagen, dass sein Leben nicht minder kreativ und abwechslungsreich ist. Eine gute Beschreibung seiner Person besagt, dass er ein Schwammerl riechender Wild-Kräuterpädagoge, gelernter Koch und Betriebswirt ist. Seine ganze Leidenschaft gilt neben dem Kochen, auf welches ich später noch ein Mal zurückkommen werde, den qualitativ hochwertigen Lebensmitteln Kärntens, die er über die Grenzen Österreichs hinweg verkauft. Er importiert aber auch bestes Olivenöl, Balsamico Essig und Kaffee aus Italien und holt die beste Schokolade aus Frankreich. Auch hier erkennt man ganz klar den europäischen Gedanken. All diese Leckereien aus den verschiedensten Ecken dieses Kontinents findet man in seiner Spezialitäten-Ideenwerkstatt, für welche er den 03-kulterer-laden-3142.jpgBauernhof seines Großvaters liebevoll umgebaut hat. Diese Räumlichkeiten sind natürlich für alle Freunde des qualitativ hochwertigen Gaumengenusses zugänglich. Übrigens findet man natürlich auch hier eine Vielzahl an Kunstwerken seiner Frau. Ganz besonders beeindruckte mich aber seine Kreativität im Umgang mit den angebotenen Lebensmitteln, so gibt es Holzkisten mit Schokoladentrüffel die mit Kunstwerken von Kiki Kogelnik oder auch Gustav Klimt (1862-1918) bedruckt sind oder auch andere hochwertige Lebensmittel mit Kunstetiketten. Dieser ganz besondere Laden sprach wirklich meine Sinne an, warum ich ihn hier auch ausdrücklich empfehlen möchte, schaut einfach Mal rein, denn so schmeckt Kärnten.

Was Christian kulinarisch für seine Kunden auf den Ladentisch zaubert, bringt Danja in ihrer Farbenküche auf die Leinwand, ein weiterer schöner Satz der beschreibt, welch eine Symbiose dort oben auf ihrem Hügel in Kärnten herrscht. Das der Hausherr so sensationell kocht, dass sich viele private Gäste wünschen, er würde ein Restaurant eröffnen, kann ich, nachdem auch ich in diesen Genuss kam, nur bestätigen. Denn die geniale Küche war eines der ersten die Dinge, die mir bei Danja und Christian zu Hause auffiel und ich sollte noch am gleichen Abend erfahren, wie sinnvoll diese Küche in diesem Haushalt ist, denn es geht hier keineswegs um ein Statussymbol, sondern um das, was man auf diesem 04-kulterer-essen-3134.jpgNiveau der hohen Kunst des Kochens einfach braucht. Ich wurde an diesem Abend gleich mit mehreren Gängen verwöhnt und schon die Vorspeise, die ein weiterer toller Beweis des Teamgeists war, denn hierfür war Danja verantwortlich, überzeugte mich. Es gab unter anderem eine Creme mit Oliven und Thunfisch und dies sind beides Zutaten, die ich eigentlich nicht esse aber in dieser Kombination war es einfach nur außerordentlich lecker. Aber auch die Hauptspeise, ein auf der Zunge dahinschmelzendes argentinisches Steak an grünem Spargel, war ein Traum, wie auch die Früchtekombination mit Eis und Küchlein mit dem dieses Mahl ausklang. Außer das ich hier ein paar wahnsinnig kreative Menschen kennen lernen dürfte, muss ich sagen, dass es auch Menschen sind, die ich hoffentlich bald ein Mal in meiner Wahlheimat in Köln begrüßen darf. Ob ich dann allerdings koche, überlege ich mir bis dahin in aller Ruhe.

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Bisher 3 Kommetare

  1. 12. Juni 2009

    | 10:00

    Guten Tag Herr Hülsberg,
    ich habe soeben den Artikel, den sie über die Kulterers verfasst haben mit großem Vergnügen gelesen. Ich bin mit Beiden seit 2 Jahren dick befreundet und plane mit Danja gemeinsame Kunstprojekte. Am 3.Oktober werden wir im Rahmen der Langen Nacht der Museen in Klagenfurt gemeinsam in einer Vernissage ihrer Bilder, kombiniert mit 12 frech-frivolen Liedern, komponiert von meinem Mann Ralf Gregan, Filmregisseur und Drehbuchautor, präsentieren. Ich kann Alles bestätigen, was sie über die Kulteres und über meine Heimat im allgemeinen schreiben, bin ich doch auch in Watzelsdorf und Ratschitsch aufgewachsen um dann später in Graz Musik und Italienisch zu studieren. Mein Weg als Opern- und Konzert-Sängerin führte mich dann aber ab 1994 nach Deutschland, wo ich an mehreren Opernhäusern Berlin, Bremen, Dessau, Cottbus mehrere Jahre tätig war.Es gab ein berufliches Zwischenjahr in meiner Heimat Kärnten 2007-08, in dem ich Danja und Christian erst so richtig zu Freunden gewann. Und obwohl ich kurz danach zu meinem Mann nach Berlin zog, sehen wir uns immer, wenn ich sporadisch nach Kärnten komme. Ich finde es einfach toll, was die Beiden beruflich miteinander auf die Beine gestellt haben und es wird, wie ich denke, von der bodenständigen Bevölkerung noch viel zu wenig geschätzt..aber so ist das halt bei künstlerischen Menschen…Wenn Einer mit so kreativem Geist und noch dazu erfolgreich am Land lebt, dann wird er auch immer etwas skeptisch beäugt. Das ist auf Mallorca, wo ich in den Sommermonaten mit meinem Mann lebe, etwas anders, denke ich. Auf dieser Insel gibt es richtige Ansammlungen von Künstlerdörfen siehe Deiá, Val de Mossa, oder Sóller, wo ich lebe und etliche Komponisten, Sänger, Pianisten, Maler, Bildhauer, Schriftsteller etc. zu meinen Freunden zählen darf.. Na ja , ist ja auch kein Wunder bei den vielen landschaftlichen und anderen sinnlichen Reizen dieser Insel, dass man als Künstler dort gerne leben will…Aber immer habe ich auch im Hinterkopf den Ausblick auf meine Kärntner Karawanken mit dem Hochobir und wenn ich dann wieder mal “daham” bin, dann werde ich ganz still und dankbar, dass ich in einen so schönen Flecken Erde hineingeboren wurde.
    Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!
    hasta luego y muchos saludos

    Waltraud Gregan-Mucher

  2. 29. Juni 2010

    | 08:32

    [...] sowie natürlich auch noch für ihre Uhren. Im letzten Jahr richteten sie gemeinsam mit Österreich, die bei diesem Turnier leider nicht dabei sind, die EM 2008 aus. Die Eidgenossenschaft gilt [...]

  3. 28. April 2016

    | 05:25

    […] Land in seiner heutigen Form widererrichtet. Insgesamt gibt es neun Bundesländer: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien, um […]

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