Art for Europe

Kontinent der Kunst

Krieg und Frieden

Wie zu letzt beschrieben, war ich nun in Split angelangt und kam nicht, wie ursprünglich gedacht, weiter nach Griechenland. Plötzlich fiel mir ein europäischer Linienbus mit dem Zielschild Köln auf. Also zog ich mich entspannt in ein Cafe zurück, um dort noch ein Mal alle Möglichkeiten durchzuspielen und kam schon bald zu der Erkenntnis, dass es schlechtere Ideen gab, als erst ein Mal nach Köln zu fahren. Also besorgte ich mir ein Ticket, brachte mein Gepäck unter und verbrachte die Zeit bis es losging noch damit einige Photographien für meine Kunst zu machen. Die dann beginnende Reise, die mich unter anderem noch ein Mal quer durch Kroatien führen sollte, war auf ihre Art mehr als beeindruckend.

Anders als im Fernsehen

Am späten Vormittag startete ich entspannt, auf der letzten Bank des Linienbusses Split-Köln liegend, meine Rundreise durch Kroatien. Überall im Land gab es kleine Stopps und ich sah die Seite Kroatiens, die mir bislang verborgen blieb. Der Bus war bald schon bis auf den letzten Platz voll und nicht nur das sollte meine Stimmung verändern. Hier standen ganz neue Häuser direkt neben völlig zerschossenen und zerbombten Ruinen. Immer wieder fuhren wir an Feldern vorbei, die mit Minenwarnschildern versehen waren. Dies alles hatte mit dem friedlichen Europa, wie ich es bis dahin kannte, nichts mehr zu tun. Natürlich war der Krieg hier schon lange Zeit vorbei, natürlich kannte ich die Bilder aus den Nachrichten, aber selber dort zu sein war noch ein Mal etwas völlig anderes. Ich hätte nie gedacht, dass mir diese Eindrücke so Nahe gehen würden. Es war mit Sicherheit einer der emotionalsten Teilstücke der Tour für mich.

Zurück in Deutschland verbrachte ich einige Zeit bei Freunden im Bergischen Land und in Leverkusen, aber auch in einer WG in Aachen. Ich nutzte die Zeit um noch ein Mal Werke huelsberg_lingua_fantasia_19.jpgvon mir auszustellen, aber vor allem nutzte ich die Zeit um viele Photographien zu machen. Sehr schnell stand für mich auch fest, dass man natürlich auch in Deutschland schöne Photographien machen kann, aber dies natürlich nicht mein Hauptziel war. Somit war bald klar, dass ich der Kälte Deutschlands in Richtung Barcelona entfliehen würde. Bis zum anstehenden Jahreswechsel hatte sich dann auch ergeben, dass ich nicht alleine reisen würde. Denn bei meinem letzten Besuch in Stuttgart, hatte ich in einer Bar zwei Frauen kennen gelernt und ihnen von meinen Projekt erzählt. Danach trennten sich unsere Wege allerdings, ohne dass wir mehr von einander wussten, als unsere Vornamen.

Wenn Frauen etwas wollen

Sigi war aber so angetan von meinem Projekt, dass sie alles in Bewegung setzte um noch ein Mal mit mir in Kontakt zu kommen. Letztendlich schaffte sie dies auch, in dem sie mit silvestertrampen.jpgeiner Flugblätteraktion nach Leuten suchte, die mich kannten. So ergab es sich, dass sie für gut vier Wochen mit mir reisen wollte, was natürlich einiges an Planung mit sich brachte. Da sie zu Jahresbeginn vier Wochen Urlaub hatte, stand mein Abreisedatum als bald auch fest. Recht spontan beschloss ich dann Silvester nach Stuttgart zu trampen und trampen an diesem Tag war etwas ganz besonderes, denn die Menschen hatten irgendwie alle tolle Laune und ich hatte viele nette Gespräche, bevor ich abends Sigi wieder traf. Wir fuhren erst Mal mit einem ihrer drei Söhne, die anderen beiden sollte ich später kennen lernen, etwas Essen. Bald stand fest, dass wir mit einander klar kommen würden, was nach ein paar Stunden, die wir uns damals in dieser Bar getroffen hatten, nicht wirklich zwingend hätte sein müssen.

Wir verbrachten die Silvesternacht unter anderem mit einer tollen Feier im Fitz, einem Zentrum für Figurentheater Mitten in Stuttgart. Die ersten drei Tage des neuen Jahres nutzten wir dazu im Detail noch ein Mal die bevorstehende Tour zu planen. Diese sollte uns über Freiburg nach Nordfrankreich, dann weiter nach Perpignan und letztendlich nach Barcelona führen. Außerdem stand fest, dass wir die gesamte Tour trampen würden. Nun war endlich alles vorbereitet und es konnte losgehen. Ihr Sohn war so nett uns zu einem Rasthof in der Nähe Stuttgarts zu bringen. Da wir als erstes Ziel nur Emmendingen bei Freiburg anvisiert hatten, stellte es auch kein Problem dar, dass wir erst gegen Mittag starteten. Problematischer war es da schon, dass meine Freunde in Emmendingen, wo wir schlafen wollten, nicht da waren und spätestens eine Stunde nach Sonnenuntergang wurde es doch empfindlich kalt. Also gingen wir erst ein Mal in die Dorfkneipe um eine heiße Schokolade zu trinken und entspannt zu erleben, wie das Schicksal ein Mal mehr eine positive Überraschung bereithielt. Wie diese aussah erfahrt ihr demnächst, denn ich mache mich jetzt erst ein Mal wieder auf den Weg nach Barcelona und werde dann spannende Berichte von dort mitbringen.

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Bislang ein Kommentar

  1. 9. Mai 2012

    | 09:15

    [...] nur knapp 4,3 Millionen Einwohnern auf 56.500 Quadratkilometern zählt Kroatien zu den kleineren Ländern Europas. Das Staatsgebiet liegt östlich des Adriatischen Meeres [...]

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