Art for Europe

Kontinent der Kunst

Jonathan Meese die Peitsche und ich

Nachdem die letzten Berichte meistens ganz klar im Zeichen meines Projektes `42` standen, gibt es nun wieder einen spannenden Bericht von meiner Reise. Es geht, wie man unschwer erkennen kann, um den Künstler den ich wohl am meisten schätze. Mein Glück ist es, dass ich Jonathan Meese nicht nur als Künstler und somit natürlich auch seine Werke sehr schätze, sondern ihn auch als Mensch sehr zu schätzen gelernt habe. Schon in den Zeiten um die Jahrtausendwende, als ich noch als Galerist im Rheinland tätig war, und noch nicht für dieses Projekt durch Europa reiste, faszinierte mich die Kunst von Meese. Leider hatte ich es nie geschafft Werke von ihm in einer Ausstellung zu sehen, eine seiner beeindruckensten Werkschauen in Frankfurt, hatte ich seiner Zeit leider verpasst. Irgendwie war mir aber auch immer klar, dass ich zu mindestens seiner Kunst auf meiner Reise begegnen würde und so kam es dann auch.

Von Süddeutschland bis in den Norden

Es war Winter und ich war Mal wieder im schönen Stuttgart, wie häufiger während meiner Tour, als ich den Tipp bekam, kunsthalle-mannheim.jpgdass Werke von Meese in der Kunsthalle Mannheim zu sehen wären. Da ich wegen eines Interviewtermins so oder so noch nach Mannheim musste, ließen sich diese Termine schön miteinander verbinden. Da waren sie, die Werke des 1970 in Tokyo geborenen Jonathan Meese und ich konnte sie endlich ein Mal `live` erleben, was natürlich noch ein Mal etwas ganz anderes war, als sie über irgendwelche anderen Medien zu betrachten. Ich muss allerdings gestehen, dass ich erst ein Mal etwas enttäuscht war. Die Kunsthalle in Mannheim ist eine sehr schöne, gar keine Frage, der Gesamteindruck stimmte auch, aber die Werke die von Meese hier zu sehen waren, alles samt Portraits, sagten mir nicht zu. Ich war etwas enttäuscht, denn es entsprach nicht dem Bild, welches ich mir bis dato von seiner Kunst gemacht hatte. Aber natürlich trifft auch hier zu, dass man sich im Leben immer mindestens zwei Mal trifft und Meinungen auch mit der Zeit reifen können.

Gut ein Jahr später, ich hatte meine Zelte mittlerweile in Norddeutschland, in der Nähe von Bremen im Teufelsmoor aufgeschlagen, sollte sich eine weitere Chance ergeben sich mit dem Werk von Meese direkt auseinanderzusetzen. Ich europa-cz-veraenderung.jpghatte gerade meine Ausstellung `Europa` im Landtag in Düsseldorf eröffnet und war noch damit beschäftigt diese nachzuarbeiten, als ich auch schon nach Hannover musste, wo ich einen Termin mit einem großen Versicherungskonzern hatte, um Gespräche über einen Kunstwettbewerb zu führen. Gerade wieder zurück im Teufelsmoor, stellte ich fest, dass Meese in Stade ausstellte.  Er präsentierte hier zusammen mit seinem guten Freund Daniel Richter `Die Peitsche der Erinnerung`, ein sehr stark archäologisch angehauchtes Kunstprojekt. Es war großartige und endlich sah ich Werke, die so waren, wie ich sie mir bis dahin vorgestellt hatte. Es passte einfach alles, auch der Ort an dem diese Werke zum ersten Mal zu sehen waren, das Kunsthaus Stade, passte zu den hier gezeigten Arbeiten. Ich muss sagen, nach diesem Besuch war die Enttäuschung aus Mannheim wie weggeblasen.

Manchmal passt es im Leben einfach

Angetan von diesem großartigen Kunstprojekt, freute ich mich natürlich umso mehr, als ich einige Tage später zu einer leipzig-meese.jpgPodiumsdiskussion nach Stade eingeladen wurde, an der unter anderem auch Jonathan Meese und der 1962 in Eutin geborene Daniel Richter teilnahmen. Vorher hatte ich aber noch einige Tage in Leipzig zu tun, hier schrieb ich unter anderem an einer Story über das Museum der bildenden Künste. Während den Recherchen fiel mir auf, auch hier gab es Meese und Richter unter einem Dach. Zum einen fand ich eine riesige Collagenarbeit von Meese im Treppenaufgang, zum anderen befindet sich in diesem Museum auch mein absolutes Lieblingswerk `Dog planet` von Daniel Richter. Angetan von dieser Stadt, in der ich zuvor noch nie gewesen war, sie aber dafür im Verlauf des Projektes noch häufiger besucht habe, reiste ich wieder zurück nach Norddeutschland ins Teufelsmoor und freute mich auf das Treffen mit Meese und Richter. Vorher hatte ich allerdings noch eine Führung durch die Ausstellung `Naturstücke-Stück Natur` in der Galerie Bredbeck in Osterholz-Scharmbeck für einige Freunde zu organisieren, die sich für meine Werke in dieser Gemeinschaftsausstellung interessierten.

Aber dann war es endlich soweit, ich machte mich wieder auf in dieses wirklich empfehlenswerte kleine Städtchen im Norden der Republik und genoss dort einen wundervollen Abend, umgeben von großartiger Kunst und vielen netten huelsberg-meese-stade.jpgMenschen. Denn außer das es eine sehr anregende Diskussion zum Thema `Moderne Kunst` gab und wer schon ein Mal eine Diskussion mit Meese miterlebt hat, weiß was in diesem Zusammenhang anregend bedeutet, kam ich mit Meese auch privat ins Gespräch und wir verstanden uns bei einem leckeren Glas Rotwein auf Anhieb richtig gut, um nicht zu sagen, es passte einfach. Sehr schnell stand fest, dass dies mit Sicherheit nicht unser letztes Treffen gewesen sein sollte. Was an diesem Abend allgemein auch noch sehr positiv war, war das sehr viele Menschen anwesend waren, mit denen man sehr interessante Gespräche über die heutige Kunstszene führen konnte. So unterhielt ich mich noch einige Zeit lang mit Jutta de Vries, die ich bei meinem ersten Besuch in der Ausstellung schon kennen lernen dürfte, aber auch mit Harald Falckenberg, der in Hamburg-Harburg eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Deutschlands besitzt. Der Abend neigte sich dem Ende zu und es stand fest, dass sich die Geschichte mit Meese noch fortsetzen sollte. Aber dazu später mehr.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter

Schade, bislang hatte noch keiner eine Meinung

Auch Deine Meinung zur Kunst ist wichtig