Art for Europe

Kontinent der Kunst

HG Esch in München

Hans Georg Esch wurde 1964 in Neuwied am Rhein geboren und absolvierte eine klassische Fotoausbildung. Seit 1989 arbeitet er als freischaffender Architekturfotograf für nationale und internationale Architekturbüros und zählt heute zu den renommiertesten Vertretern auf diesem Gebiet. Neben Auftragsarbeiten ist dabei ein eigenständiges Oeuvre freier künstlerischer Arbeit entstanden, in dem Esch seinen Blick auf die gesamte Stadt öffnet. Bekannt wurden seine international ausgestellten und in Buchpublikationen veröffentlichte Serien, wie zum Beispiel `Megacities` oder auch `City and Structure`. Esch lebt und arbeitet in Hennef / Stadt Blankenberg. Aktuell findet man allerdings eine spannende Auswahl seiner großartigen Werke in München.

HG Esch CITIES UNKNOWN in der HENN GALERIE
HENN Galerie, Augustenstr. 54, 80333 München

  • Ausstellung vom 22. Juni bis 20. September 2012
  • Di–Fr 13–19 Uhr
  • Sa 11–16 Uhr

Zur Vernissage am 21. Juni 2012 um 19 Uhr sprechen:

  • Andreas Kaufmann (Leica Camera AG)
  • Stefan Lübbe (Bastei Lübbe Verlag)
  • Ulf Meyer (Architekturjournalist)
  • Begrüßung: Gunter Henn (Henn Architekten)
  • Der Fotograf HG Esch ist anwesend.

Megastädte ohne Namen
Die Henn Galerie in München zeigt HG Eschs Fotos von `Unbekannten Städten` in China. Das 21. Jahrhundert wird auch das `urbane` und das `pazifische` Jahrhundert genannt. In Ostasien wachsen im rasanten Tempo Megastädte heran, wie sie die Menschheit noch nie zuvor gesehen hat: Nicht eine oder zwei oder fünf, sondern Dutzende. Sie wachsen schnell und konzeptionslos und sind die Heimat von zwei Milliarden Menschen. Sie heißen Quanzhou, Hangzhou, Chongqing, Wuhan oder Chengdu und im Westen gibt es kaum einen, der sie auf einer Landkarte finden würde. 01_chongqing_08_small.jpgSchon heute gibt es in Ostasien dreimal so viele Stadtbewohner, wie in der gesamten westlichen Welt zusammen. Ihre unglaubliche Dynamik, ihr Raum- und Energiehunger, ihre Jugendlichkeit, ihre Hässlichkeit und die völlige Abwesenheit von Städtebau, als gestalterische Disziplin, machen sie für Architekten, Planer und Journalisten aus dem Westen gleichermaßen zugleich zu abstoßenden und enorm anziehenden Studienobjekten. Das explosive ökonomische Wachstum, dem die neuen `Megastädte ohne Namen` ihre Existenz verdanken, zeigt keine Anzeichen von Abschwächung. Die Umgestaltung der `Altstadt`-Reste ist brutal und schnell. Autofreundliche, formlose Megaagglomerationen, die auf dem Verbrauch fossiler Brennstoffe basieren, ergießen sich in die Landschaft und fressen so die Lebensgrundlage, die Agrarflächen. Japan hat vorgemacht, dass die Urbanisierung bei der `Totalstadt` nicht aufhört. Die Grenzen zwischen Architektur und Städtebau sind ebenso nachhaltig verwischt, wie die zwischen Stadt und Land. Quantität schlägt Qualität.

Urbanität der Hyperdichte
`Cities Unknown` hat HG Esch seine Fotoserie genannt. Ein frecher Titel. Denn diese Städte sind der Mehrheit der urbanen Menschheit nicht nur wohl bekannt, sie sind ihre Heimat. Es zeugt von unserer Selbstgewissheit und Eurozentrierung, dass wir nicht verfolgen, wo die Musik der Zukunft der Stadt spielt. HG Eschs Fotos zeigen die Städte so, wie sie sind: Gesichtslos, von Smog verhangen, identitätsarm, radikal heterogen, selbstähnlich bis zur Unkenntlichkeit, und alle frisch in die Landschaft gepflanzt. 02_hangzhou_06_small.jpgEschs Sammlung ist einzigartig und beklemmend und ungemein anziehend zugleich. Hier kann man den neuen Metropolen beim Wachsen zusehen. Für westliche Überheblichkeit ist beim Betrachten kein Platz. Diese Städte haben keine Vorbilder, sie müssen ihre Urbanität der Hyperdichte selbst erfinden und sind das Labor der städtischen Zukunft. Sie werden zu Siedlungsbändern, -gürteln und -brei zusammenwachsen und eine `Totalscape` schaffen, die die Fläche der ganzen Riesennation einnimmt mit kleinen abgegrenzten grünen Inseln darin: Die totale Stadt. Alle demographischen Vorhersagen sind sich darin einig, dass diese Hyperstädte nur eine Richtung kennen: Diese Megacityscapes wachsen alle gleichzeitig in den Himmel, für `Architektur` bleibt da vielfach einfach keine Zeit. All dies lässt sich übrigens auch hervorragend in der Publikation zur Ausstellung: CITIES UNKNOWN, 186 Seiten mit Texten von Klaus Honnef, Eckart Ribbeck und Raymund Scheffler, Quadriga Verlag, Berlin, bestaunen.

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