Art for Europe

Kontinent der Kunst

H. G. Esch bei LUMAS in Köln

Wenn man ein Projekt wie Art for Europe ins Leben ruft, ist eines der wichtigsten Bausteine das man ein sehr gutes Netzwerk aufbaut und pflegt. Man braucht Tipps, man braucht Einladungen, denn ohne all dies ist ein solches Projekt nicht durchführbar. Deshalb bin ich sehr froh seitdem Projektstart im Herbst 2004 von so vielen lieben Menschen eingeladen worden zu sein und so viele hilfreiche Tipps bekommen zu haben. Genau ein solcher Tipp erreichte mich nun aus Karlsruhe, witzigerweise bezog er sich auf meine Wahlheimat Köln. Jemand aus meinem Netzwerk hatte eine Kritik zur weltweite agierenden Galeriekette LUMAS in der FAZ gelesen und mich darauf hingewiesen, dass es auch eine Filiale in Köln geben würde und dort die Vernissage des Architekturfotografen H. G. Esch stattfinden würde. Dies war natürlich ein Tipp für den man sich auch gerne Mal an einem dieser regnerischen, Schmuddelwetterabende in die Bahn setzt und ins Zentrum fährt. Natürlich sind nicht alle Tipps immer das Gelbe vom Ei, dies wäre auch eine übertriebene Darstellung, aber dieser Tipp war wirklich gut.

Die Galerie

Im Jahr 2004 wurde die Galeriekette LUMAS von Kunstsammlern in Berlin gegründet. Heute gibt es weltweit 14 Galerien mit einem Schwerpunkt im Gründerland Deutschland. So gibt es Filialen unter anderem in München, Stuttgart, Hamburg und eben auch in Köln. In Zusammenarbeit mit mittlerweile 120 internationalen Künstlern bietet man handsignierte Fotokunst in Auflagen die meist zwischen 75 und 150 Exemplaren liegen. Die Preisspanne für Werke dieser Auflagen liegt oftmals nur zwischen 120 und 800 Euro. Genau dieses Konzept, welches nicht zwingend auf der Basis Kunst als Anlageobjekt aufbaut, sondern das Gefallen wieder in den Fordergrund stellt, wird von der Presse hoch gelobt. Allerdings muss man sich natürlich auch Fragen, wie groß der Markt zwischen Highend-Kunst und meist unbedeutender Massen- bzw. Billigware von Möbelhäusern ist. Die Zeit wird es zeigen. Die Galerie LUMAS in Köln ist in der Mittelstraße 15 zwar am Rande der Haupteinkaufsstrassen positioniert aber trotzdem noch in einer sehr prädestinierten Lage für Kunst gelegen. Die Werke werden hier auf drei hellen und einladenden Ebenen präsentiert, die auch schon ein Mal zum verweilen einladen. Die Art, wie die hier präsentierte stilvolle Kunst angeboten wird, erinnert leider manchmal doch ein bisschen an einen Discounter, was der gezeigten Kunst nicht immer unbedingt gut tut. Das Personal ist sehr freundlich und zuvorkommend und auch nicht aufdringlich. Eine gute Mischung aus Understatement und Fachlichkeit, die einen Besuch doch sehr angenehm macht.

Der Künstler

Der aus Neuwied stammende 44 Jahre alte Künstler H. G., was für Hans Georg steht, Esch, ist ein renommierter Architekturfotograf, der schon für Firmen wie DaimlerChrysler, Sony oder auch die Deutsche Bank arbeitete. Allerdings hat er mittlerweile einen ebenfalls sehr guten Ruf als Kunstfotograf, womit die Übergänge zwischen seinen Auftragsarbeiten für zum Beispiel die Industrie und seinen freien Arbeiten als Künstler oftmals fließend sind. Sein Portfolio bietet eine weltweite Auswahl spannendster Architekturfotografie, welche oftmals tiefe Einblicke in die Megacities der Wirtschaftszentren dieser Erde zu lassen. Seine Werke sind noch bis in den März 2009 hinein in der Galerie LUMAS in Köln zu sehen. Hier findet man in den Werken von H. G. Esch immer wieder die Wohnquartiere derer, die die asiatischen Produktions- und Handelsstätten in Bewegung halten. Wenn man sich allerdings auf diese Art der Fotokunst einlässt, wird einem noch etwas sehr deutlich, die Monotonie der Oberflächlichkeit der Gesellschaft in der wir alle leben. Denn seine Werke wirken auf den ersten hektischen Blick monoton und langweilig, es sind eben keine Arbeiten deren Tiefe man Mal eben im vorbeigehen aufsaugen kann. Es sind Werke die zum verweilen einladen, um nicht zu sagen, geradezu verpflichten. Wenn man sich dann von ihnen aufsaugen lässt, wird einem klar was sich hinter der Oberfläche, dieser scheinbar klaren Strukturen, versteckt hält, das wahre Leben, die Individualität die es auch in solchen Megacities gibt. Denn jeder Cluster für sich verfügt letztendlich doch über so etwas wie persönliche Eigenschaften. Das Geheimnis ist es zu verweilen, sich auf diese Art einzulassen und nicht schnell vorbeizuziehen. Mich persönlich haben seine Werke überzeugt, da sie für mich auch beweisen, dass man selbst mit Architekturfotografie gelungene Gesellschaftskritik darstellen kann.

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