Art for Europe

Kontinent der Kunst

Figueras-Die Stadt Dalis

Wie zuletzt versprochen, endet heute diese Berichtreihe aus dem Grenzgebiet zwischen Frankreich und Spanien, mit einem letzten Highlight. Denn die letzte Etappe dieses Tourabschnittes, auf dem ich mit meiner Begleiterin Sigi unterwegs war, führte uns in die Stadt Salvador Dalis. Dieser Künstler zählt neben Jonathan Meese und Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) definitiv zu meinen Lieblingskünstler. Hieraus resultiert wohl auch der Fakt, dass ich nicht zum ersten Mal und auch ganz bestimmt nicht zum letzten Mal, in Figueras war. Der Besuch des Dali Hauses war aber auch in diesem Fall die Reise wert. Ich werde heute die Chance nutzen und Euch versuchen alle wichtigen Details über diesen großen, europäischen Künstler zu erläutern.

Der Beginn einer bewegenden künstlerischen Karriere

Wie bereits erwähnt, wurde Salvador Dali als Salvador Felip Domènech Dali i Cusi am 11. Mai 1904 in Figueras im Regierungsbezirk Girona in Nordspanien geboren. Mit 14 Jahren, also 1918, stellte er erstmals im Stadttheater von Figueras aus. Im Februar 1921 erlitt er dali-1.jpgeinen seiner wohl größten Tiefschläge, dadurch das seine Mutter starb. Genau dieser Schicksalsschlag sollte eine der Haupttriebfedern seines späteren Erfolgs werden. Denn den Tod seiner Mutter verstand Dali als schwere Kränkung seiner Person und wählte als Weg seiner Rache, für diese Kränkung seiner Person, den eigenen Ruhm. Im Jahr 1923 wurde er erstmals nach Streitigkeiten mit seinen Professoren, die zu Unruhen unter den Studenten führten, für ein Jahr von der Kunsthochschule `San Fernando` in Madrid verwiesen. Drei Jahre später, also im Jahr 1926 wurde er dann endgültig von der Madrider Kunsthochschule verwiesen. Im gleichen Jahr traf Dali dann auch Pablo Picasso (1881-1973) in Paris. Der gerade beschriebene Rauswurf von der Hochschule `San Fernando` in Madrid schadete Dali nicht wirklich. Denn schon sechs Jahre später im Jahr 1932, war er bei der ersten Surrealisten Ausstellung in den USA dabei. Genau in diesem Jahr begann auch seine Bekanntschaft mit Julien Green, der später sein größter Sammler werden sollte. Zwei Jahre später im Jahr 1934, begannen seine Auseinadersetzungen mit den Surrealisten anlässlich der Ausstellung seines Bildes `Das Rätsel des Wilhelm Tell`, welches zu einem triumphalen Erfolg für ihn und die New Yorker Ausstellung wurde. Im Jahr 1937 gingen die Auseinadersetzungen mit den Surrealisten, auf Grund einer Aussage zu Adolf Hitler, weiter.

Im 1938 besuchte Salvador Dali Sigmund Freud (1856-1939) in London und fertigte dort mehrere Portraits von ihm an. Im Folgejahr 1939 kam es dann zum endgültigen Bruch mitdali-2.jpgden Surrealisten. In diesem Jahr veröffentlichte er auch die `Unabhängigkeitserklärung der Phantasie und Erklärung der Rechte des Menschens auf seine Verrücktheit`. 1940 ging er nach einem Kurzaufenthalt in Paris mit seiner Frau Gala bis 1948 nach New York ins Exil. 1941 stellte er zusammen mit Joan Miró im Museum of Modern Art in New York aus. Fünf Jahre später, im Jahre 1946, erstellte er einige Entwürfe für Walt Disney (1901-1966) und entwarf die Kulisse für Alfred Hitchcocks (1899-1980) Film `Spellbound`, bevor er weitere drei Jahre später im Jahr 1949 mit Gala nach Europa zurückkehrte und die Bilderfolge `Madonna von Port Lligat` entstehen ließ. Im Jahr 1951, also in genau dem Jahr, in dem seine korpuskulare Periode begann, veröffentlichte er auch das `Mystische Manifest`. Ein Jahr später 1952 stellte er dann in Rom und Venedig aus und hielt im Folgejahr 1953 an der Sorbonne einen triumphalen Vortrag mit dem Titel `Die phänomenologischen Aspekte der paranoisch – kritischen Methode`. Im Jahr 1970 kündigte Salvador Dali die Einrichtung eines eigenen Museums in Figueras an. Im Jahr 1971 wurde dann das Dali-Museum in Cleveland, Ohio von dem Sammler A. Reynolds Moore eröffnet, welches 1982 nach Saint Petersburg in Florida verlegt wurde. Auch im Jahr 1971 begannen die Bauarbeiten für sein Museum in Figueras, welches dann im Jahre 1974 eröffnet wurde.

Der Ruhm und das Ende

1976 verließ ihn John Peter Moore, der seit 1962 sein Sekretär war, um sich ganz der Errichtung eines Dali Museums in Cadaques zu widmen, welches er dann als `Museo dali-3.jpgPerrot-Moore` im Jahr 1978 eröffnete. Am 10. Juni 1982 starb Dalis Frau Gala und wurde, auf eigenen Wunsch hin, im Schloss Pubol beigesetzt. Im gleichen Jahr wurde Dalis Parkinsonerkrankung so schlimm, dass das malen zur Qual wurde. Gut einen Monat nach dem Tod von Gala, wurde Dali vom spanischen König, Juan Carlos, zum Marquis de Pubol ernannt und lebte fort an im Schloss Pubol, welches ihm Gala geschenkt hatte und kehrte somit seinem Landhaus in Port Lligat, welches er zuvor durch Zukäufe immer wieder erweitert hatte, den Rücken. Im Mai des Jahres 1983, also fast genau ein Jahr nach dem Tod seiner Frau, malte er sein letztes Bild mit dem Titel `Der Schwalbenschwanz`. Im Folgejahr 1984 erlitt er bei einem Zimmerbrand auf Schloss Pubol schwere Brandverletzungen. Im darauf folgenden Jahr 1985 ließ er den Flügel, in dem er sich schon längere Zeit aufhielt, umbauen und ganz dem `Museo Teatro Dali` zuschlagen. Er nannte es `Torre Galatea`. Am 23. Januar 1989 um 10.15 Uhr starb Salvador Dali im Krankenhaus von Figueras an Herzversagen und wurde, auf eigenen Wunsch hin, in der Krypta unter dem Kuppelsaal des `Museo Theatro Dali` in Figueras beigesetzt. Sein gesamtes Vermögen, wie auch seine Werke vererbte er dem spanischen Staat.

Nun habt ihr die wichtigsten Fakten über diesen großartigen Künstler in geballter Form erhalten. Man muss noch dazu sagen, dass Salvador Dali der erste große Künstler war, der durch seine künstlerischen Arbeiten zu Lebzeiten reich wurde, womit sich auch in kommerzieller Sicht, eine neue Zeitrechnung in der Kunst ergeben sollte. Natürlich hatten wir, wie die Bilder zeigen, alle wichtigen Punkte Dalis in Nordspanien mitgenommen und dali-4.jpgOrte wie Port Lligat oder auch Cadaques sind ganz besondere Orte, aber das `Museo Theatro Dali` in Figueras, welches man wie beschrieben, sowohl als seine künstlerische Geburtsstätte, wie auch als sein Mausoleum ansehen muss, ist eines der für mich spannendsten und bedeutendsten Museen in ganz Europa. Denn hier sieht man seine ganze künstlerische Entwicklung, eingebunden in ein architektonisches Gesamtkunstwerk. Die Kraft und die Magie die von diesem Ort ausgehen sind eigentlich kaum in Worte zu fassen, so überrascht es auch nicht, dass ich alles in allem mindestens einen ganzen Tag lang damit verbracht habe, rund um das Museum Außenaufnahmen entstehen zu lassen und natürlich einen gesamten Tag im Museum selbst unterwegs war. Mit diesem Highlight endete dann auch diese Etappe und ich fuhr nach Deutschland zurück um mich behandeln zu lassen und Sigi reiste weiter nach Barcelona. Jetzt begebe ich mich für einige Wochen nach Schottland und melde mich danach mit frischen, künstlerischen und kulturellen Highlights zurück.

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Bisher 2 Kommetare

  1. 4. Juli 2010

    | 09:06

    [...] nach einer schwachen 1. Hälfte und einem spannenden Kampf in der 2. Halbzeit mit 1:0 gegen Spanien raus. Nun verbleibt vom amerikanischen Kontinent her nur noch Uruguay und die darf man wohl als [...]

  2. 14. März 2012

    | 08:50

    [...] Spanien ist zwar bekannt als beliebtes, warmes Urlaubsland, doch bietet es auch mehrere große Gebirgssystemen, die In West-Ost-Richtung verlaufen. Zu ihnen zählen die Pyrenäen, das kantabrische Gebirge, das kastilische Scheidgebirge, das Zentrale Hochland von der Senke des Guadalquivir, und das Betische Kordillere. [...]

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