Art for Europe

Kontinent der Kunst

ESC 2015 – Wie tief kann man fallen?

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Die interessante Frage aus der Überschrift stellte sich zum Ende der letzten Woche wieder einmal in Sachen Eurovision Song Contest (ESC). Man erinnert sich noch gut an den Skandal von Baku. Man muss aber gar nicht soweit zurückschauen, denn wie sich Conchita Wurst im letzten Jahr zur Werbefigur des EU-Osterweiterungswahns machen ließ, war auch nicht gerade rühmlich, um es ganz vorsichtig zu formulieren. Mittlerweile hat es den Anschein, dass man nur noch mit schlechter PR Schlagzeilen machen will, um noch Aufmerksamkeit für ein Relikt aus längst vergangener Zeit zu erhaschen. Einen weiteren negativen Höhepunkt gab es dann eben vergangenen Donnerstag in Hannover bei der deutschen Vorentscheidung. Was die ARD, immerhin über eine Zwangsabgabe namens Rundfunkbeitrag, mit welchem man fast jeden Haushalt abzockt, wie es immer mehr Menschen sehen und so anderthalb Milliarden Euro Mehreinnahmen realisiert hat, da bot, war schlichtweg blamabel. Der Gewinner des Abends war Andreas Kümmert mit 80 Prozent, wobei man spätestens seitdem Skandal um den ADAC weiß, dass es nicht verkehrt sein kann, auch vermeintlich renommierten Rankings mit großer Skepsis gegenüberzutreten. Dieser Sieg sollte allerdings nicht zum Teilnehmer der Endrunde in Wien führen und genau an dieser Stelle fängt es an absolut absurd zu werden. Natürlich ist es allgemein fraglich, ob der ESC überhaupt etwas mit Kunst oder Kultur zu tun hat, ist es doch eher reine Unterhaltung und was man bei der ARD hier präsentierte, näherte sich doch wieder einmal massiv dem Niveau an, welches man von den Privaten kennt, welche man aber immerhin nicht mitfinanzieren muss.

Blamage oder Blamage?
Zurück zum vermeintlichen Sieger des Abends, zurück zu Andreas Kümmert. Direkt nach seinem Sieg erklärte er, dass er sich nicht in der Lage fühlen würde, dieses Ticket nach Wien anzunehmen, um dort für Deutschland anzutreten. Dies hatte verschiedene Folgen. Eine Folge war natürlich, dass man sich damit den passenden Schlagzeilen, welche man sonst wohl kaum in diesem Umfang erhascht hätte, sicher sein konnte, wenn auch durch eine Blamage und nichts anderes war das Ganze. Kümmert gab seine Nominierung für Wien prompt an die zweitplatzierte Ann Sophie weiter, die dieses Ticket, wenn auch mit Erstaunen, annahm. Dies rechtfertigte der Verantwortliche der ARD auch gleich in der für diesen Sender bekannten Art und Weise. Die neue Siegerin wirkte sichtlich irritiert, was dafür sprechen würde, dass es keine Inszenierung war. Sollte Kümmert tatsächlich einen spontanen Rückzieher gemacht haben, wie es Verantwortliche aus seinem Umfeld wiederum auch rechtfertigen, wäre es eine riesige Blamage für genau diese Protagonisten. Man merkt hier schon, egal wie man es dreht und wendet, läuft am Ende alles auf eine Blamage hinaus und es bleibt eigentlich nur die Frage, wer sich dort am meisten blamiert hatte. Lässt man sich beim Staatsfernsehen so auch weiterhin auf das Niveau der Privaten herab, wie man es wochentäglich auch schon mit Formaten, wie zum Beispiel Markus Lanz im ZDF ertragen muss, passt dieser Eklat selbstverständlich genau ins Konzept. Unterm Strich hat es der ESC so immerhin auch wieder auf diese Plattform geschafft, allerdings nur, um die Menschen davor zu warnen, sich mit dieser Form der Ablenkung zu beschäftigen, denn es lohnt einfach nicht.

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Schade, bislang hatte noch keiner eine Meinung

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