Art for Europe

Kontinent der Kunst

Endlich wieder Kunst ums Runde

Aus aktuellem Anlass unterbreche ich die Reihe mit Reiseberichten aus Dänemark noch einmal kurz, verspreche aber das diese natürlich bald fortgesetzt wird. Endlich ist es wieder soweit und der Ball rollt wieder auf ganz hohem Niveau, denn am letzten Freitag startete in Südafrika die Fußballweltmeisterschaft 2010 und auch Deutschland hat am Wochenende schon ins Geschehen eingegriffen. Das ich auch eine Vorliebe für die Ballkultur, für die Fußballkunst habe, zeigt sich hier auch nicht das erste Mal. Reiste ich zur letzten WM, die bekanntermaßen 2006 in Deutschland stattfand, noch durchs Land, stellt es sich diesmal etwas anders dar. Zum einen gibt es nun direkt von der Interessensgemeinschaft Art for Europe (IG A4E) ein ganz eigenes Blog zum Thema Fußball, für welches ich ebenfalls verantwortlich bin aber auch ansonsten verspricht es ein heißer Sommer für mich zu werden. Dies bedeutet aber auch, dass ich die meiste Zeit der WM 2010 in Südafrika über wohl in Köln sein werde.

200 Jahre Melatenfriedhof

Nachdem ich selbst die letzten Wochen künstlerisch doch bis auf die Erstellung einiger Photokunstreihen etwas ruhiger unterwegs war, was sich zum einen mit der Arbeit für das neue Blog begründet aber auch damit, dass ich natürlich auch 01-melaten-ueberfluegelt-9419.jpgwieder mit Portugal und den Niederlanden in Europa unterwegs war, wird es wohl auch noch etwas so bleiben. Denn als nächstes steht noch einiges im Bereich Architekturphotographie auf dem Programm und außerdem werde ich noch eine Photowerkreihe über den Melatenfriedhof hier in Köln machen, denn dieser feiert  am bzw. ab dem 29. Juni 2010 bis zum Jahresende, mit verschiedenen Events, seinen 200. Geburtstag. Ich hatte während meiner seit 2004 andauernden Reise durch Europa die Gelegenheit immer wieder verschiedenste Friedhöfe in vielen Ländern dieses Kontinents zu besuchen und es sind auch viele interessante Photokunstwerkreihen entstanden, die auch zeigen wie unterschiedlich, auch kulturell, mit dem Thema Tod in Europa umgegangen wird. Der Melatenfriedhof zählt aber mit Sicherheit zu einem der schönsten und da er ganz in der Nähe meines Wohnsitzes, in meiner Kölner Wahlheimat liegt, bin ich auch immer wieder gerne dort.

Photoarbeiten über Friedhöfe zählen schon lange zu meinen großen Leidenschaften und ich beschäftige mich mit diesem Thema eigentlich schon seit dem Beginn meiner Künstlerkarriere. Ich konnte auch auf diesem Gebiet schon große Erfolge verzeichnen, was einen Künstler natürlich auch immer mit Stolz erfüllt. Es ist diese besondere Stimmung an diesen ganz 02-melaten-waechterin-0080.jpgbesonderen Orten, gerade auch in den kalten Jahreszeiten, wobei letztendlich auch hier jede Jahreszeit ihre ganz eigenen Reize hat. Also, wie Ihr nun wisst, zählen Friedhöfe und Architektur zu zwei Themenkomplexen die diesen Sommer relevant werden aber es gibt auch noch einen weiteren und der hat zwar irgendwie auch mit Architektur oder besser gesagt Städtebau zu tun, fällt für mich allerdings am ehesten in den Bereich meiner Dokumentation über Kunst und Kultur in Europa. Es geht um die zuletzt schon angedeutete Aktion des renommierten Architekturfotografen H.G. Esch, der zur Zeit noch immer für sein neues Projekt durch China reist. Allerdings wird das, was er Anfang August in Salzburg präsentiert nur bedingt mit den großen asiatischen Lebensräumen zu tun haben, in der Hauptsache geht es ganz direkt um Salzburg selbst. Da ich diese Stadt auch sehr mag und seit dem Beginn meiner Tour nicht mehr dort war, ist dies natürlich auch für mich die Gelegenheit für einen Besuch in dieser schönen Stadt.

H.G. Esch und sein Salzburg?

Vor einigen Wochen traf ich mich bei ein wenig Sushi mit H.G. Esch hier in Köln und er erzählte mir von seinem allerneusten Projekt und infizierte mich direkt damit. Es geht dabei um den österreichischen Landschaftsmaler Johann Michael Sattler (1786-1847) 03-salzburg-religion-2451.jpgder 1824 auf Anregung von Kaiser Franz I. (1768-1835) plante ein Rundgemälde der Stadt Salzburg zu malen. Als Standpunkt wählte er die Festung Hohensalzburg, von der aus Salzburg gut zu überblicken ist. Dort fertigte er erste Skizzen an, aus denen dann zwischen 1825 und 1829 ein Panorama entstand, welches 26 Meter lang und fast 5 Meter hoch ist. Zunächst stellte Johann Michael Sattler das Panorama als Rotunde in Salzburg auf dem damaligen Hannibalplatz aus, später reiste er zehn Jahre lang auf einem Hausboot durch Europa, um das Gemälde Menschen in Wien, Prag, Paris, Köln und  anderen Metropolen zu zeigen. Gerade auch für die damalige Zeit ein ebenso spannendes, wie außergewöhnliches Kunstprojekt.

Im Jahr 2010 besichtigte H.G. Esch während eines Besuchs in Salzburg zur Vorbereitung seiner Ausstellung in der Leica Galerie Salzburg die Neue Residenz und ist von dem einzigartigen Panoramagemälde von Johann Michael Sattler fasziniert. In Zusammenarbeit mit der Leica Galerie Salzburg beschließt H.G. Esch das Gemälde in der Art nach zu fotografieren, wie es auch damals entstand, natürlich auch von genau diesem 04-salzburg.jpgStandpunkt aus. So besteht nun ab August 2010 die Möglichkeit die Veränderungen dieser schönen Stadt in den letzten gut 200 Jahren zu betrachten, was natürlich gerade auch architektonisch sehr spannend ist. H.G. Esch wird die Panoramaaufnahme mit einer Leica S2 und dem dazugehörigen, gerade entwickelten Weitwinkelobjektiv realisieren und in Anlehnung an das beschriebene Rundgemälde von 1829 in einer Rotunde 1:1 zur Größe des Originals in 26 Metern Breite und 5 Metern Höhe präsentieren. Wie Johann Michael Sattler plant auch H.G. Esch diese Installation mit dem Titel `Das Salzburg Panorama 2010` nicht nur in Salzburg, sondern auch an weiteren Orten und in verschiedenen Städten zu zeigen. Persönlich finde ich die Adaption dieser Idee, gerade auch im Kontext des Vergleichs, überragend und freue mich schon auf die Präsentation seines ersten großen Projektes in Österreich.

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Bislang ein Kommentar

  1. 15. Juni 2010

    | 14:48

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