Art for Europe

Kontinent der Kunst

Endlich Hauptstadt! Ruhrgebiet 2010

Seitdem Wochenende ist es nun Realität. Mit dem Ruhrgebiet ist eine ganze Region mit mehr als 5,3 Millionen Einwohnern Kulturhauptstadt Europas 2010. Ruhr.2010.Beim Ruhrgebiet handelt es sich quasi um ein Ballungszentrum in einem Ballungszentrum, denn das Ruhrgebiet liegt in Nordrhein-Westfalen, also meinem Heimatbundesland, welches das Bundesland mit den meisten Einwohner in ganz Deutschland ist. Hier findet man mehr Museen und Galerien als in London und Paris zusammen, was die Region natürlich auch auszeichnet aber es ist auch eine Region im Wandel und dieser verläuft nicht immer so rosarot, wie man es gerne, gerade auch im Moment, darstellt. Trotzdem gratuliert natürlich auch die Interessensgemeinschaft Art for Europe (IG A4E) dem Ruhrgebiet zu dieser Ehre und ich werde in diesem Jahr mit Sicherheit noch häufiger über dieses Thema schreiben. Beginnen möchte ich aber nun mit meinen persönlichen Eindrücken aus der Region und diese müssen nicht immer rein etwas mit Kunst und Kultur zu tun haben.

Die Kunst des Wandels

Das Ruhrgebiet war über Jahrzehnte lang die Montanregion und sorgte für viel Arbeit aber auch für viel Schmutz. Mit dem 01-ruhrluft.jpgUntergang der Schwerindustrie begannen auch die massiven Probleme der Region, die bis in die Gegenwart noch immer zu spüren sind. Denn hohe Arbeitslosigkeit ist in der Region noch immer ein großes Problem. Auch wenn man es im Ruhrgebiet nicht gerne hört, ist es auch noch immer kein Luftkurort, dies fällt mir gerade immer wieder auf, wenn ich aus dem Norden der Republik über die A1 zurück gen Süden reise. Während meiner seit 2004 andauernden Reise über diesen Kontinent habe ich aus den verschiedensten Gründen auch immer wieder diese Region besucht und ich muss unter dem Strich einräumen, dass es immer eine große Freude war, denn man kann hier wirklich viel erleben und trifft eigentlich auch immer wieder auf einen wirklich netten und herzlichen Menschenschlag. Eines meiner Ziele war auch immer wieder Essen, also die Stadt die nun stellvertreten für das Ruhrgebiet die Kulturhauptstadt repräsentiert und wo am Samstag auch der Festakt zur Eröffnung auf dem Gelände der Zeche Zollverein stattfand und Herbert Grönemeyer seine Ruhrgebietshymne `Komm zur Ruhr` präsentierte.

In Essen, wie natürlich auch an vielen anderen Stellen im Ruhrgebiet, merkt man sehr schön, dass Kunst und Kultur auch 02-essen-hundertwasserhaus.jpggerade dann gefragt ist, wenn eine Stadt, eine Region am Boden liegt. Es ist oft schwer, gerade auch für nicht so bekannte Künstler, sich in Boomstädten oder angesagten Vierteln durchzusetzen. Herrscht allerdings Tristesse und Leerstand sind die Künstler, die Kulturschaffenden gerne gesehene Gäste, was natürlich ein bisschen traurig ist. Man kann somit aber natürlich auch die Kunst und Kultur immer als Indikator eines positiven Wandels betrachten und für das Ruhrgebiet im Gesamten wäre dies natürlich durchaus wünschenswert. An dieser Stelle möchte ich neben dem gerade erwähnten Gelände der Zeche Zollverein aber noch auf ein persönliches Highlight von mir in Essen hinweisen, es geht um das Grugapark-Gelände, was vielen durch den wunderschönen Park wohl vor allem im Kontext der Botanik ein Begriff sein dürfte aber es gibt hier noch viel mehr zu sehen. Nicht nur das dieser Park über eine beachtliche Anzahl wundervoller Skulpturen verfügt, findet man auf dem Gelände auch ein wundervolles Hundertwasser-Haus. Menschen die diese Reiseberichte häufiger lesen, wissen nun, dass ich ein ausgewiesener Friedensreich Hundertwasser Bewunderer bin, von daher ist es natürlich auch aus einer persönlichen Sichtweise nicht überraschend, dass ich hier noch einmal speziell darauf hinweise.

Glück auf!

Der Bergbau, wie eben auch die Stahlindustrie hat die Region eine halbe Ewigkeit geprägt und prägt die Region natürlich bis 03-dortmunder-u.jpgin die heutigen Tage und dies ist natürlich auch so gewollt. Nicht umsonst gibt es in der Region unzählige Industriedenkmäler, die sich nicht nur als Motive und Kulissen anbieten. Aber wie bereits erwähnt, hat auch dieser Wandel nicht wirklich komplett funktioniert und hohe Arbeitslosigkeit in der Region ist genauso ein Problem, wie auch das zum Beispiel Städte wie Oberhausen eigentlich nur noch ihre Schulden verwalten. Die Hoffnungen der Städteplaner, dass man das Wegbrechen eines ganzen Industriezweigs in relativ kurzer Zeit durch die Ansiedlung anderer Betriebe auffangen könnte, hat so nicht funktioniert. Es verhält sich hier ähnlich, wie im Osten der Republik, wo man auch große Pläne für den Aufschwung nach der Wende geschmiedet hatte, auf den die Menschen dort bis jetzt vielfach warten. Es scheint so auch nicht ganz überraschend, dass sich das Ruhrgebiet durchgesetzt hat, natürlich hat dies auch sehr viel mit der kulturellen Vielfalt und Qualität zu tun aber es ist wohl auch mit der Hoffnung verbunden, dass es zukünftig besser laufen soll. Genau dies wäre den Künstlern, Kulturschaffende aber auch allen anderen Menschen in der Region zu wünschen, denn sie hätten es mit Sicherheit verdient.

Es wird wichtig sein, dass auch hier die Nachhaltigkeit gegeben ist, denn es hätte niemand etwas davon, wenn nun ein Jahr 04-essen-architektur.jpgalle vom Ruhrgebiet sprechen, sich dort einfinden und diese großartige Region danach wieder in der Vergessenheit versinkt. Man muss auch beachten, dass es ganz unabhängig von diesem Titel in der Region auch vorher schon sehr viele kulturelle Highlights gab. Man darf niemals den Fehler machen und dieses Gebiet nur auf die Arbeit reduzieren, denn das würde dem Ruhrgebiet bei weiten nicht gerecht und wäre auch den Einwohner gegenüber nicht fair. Denn ohne ein gewisses Kulturverständnisse, ohne ein Interesse an der Kunst hätte sich all dies dort niemals ansiedeln können bzw. aus der Gesellschaft heraus erwachsen können. Denn Kunst und Kultur brauch auch immer einen gewissen Nährboden um zu wachsen, groß zu werden und sich immer weiter zu vermehren und wie gut dieser Nährboden im Ruhrgebiet ist, beweist sich natürlich auch gerade in diesen Tagen sehr stark und man kann hier durchaus von der Blütezeit sprechen. Wie gesagt, es ist jetzt an allen Beteiligten nicht nur für ein grandioses Jahr zu sorgen, sondern auch dafür zu sorgen, dass diese wundervolle Pflanze der Kultur nicht verwelkt. Ich wünschen von hier aus, aus vollem Herzen: Glück auf!

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Bisher 2 Kommetare

  1. 15. Mai 2011

    | 18:20

    [...] große Sieger, wenn man in Deutschland vom Fußball spricht. War das letzte Jahr mit der Ruhr.2010 für das Ruhrgebiet die große Zeit der Kultur, ist es dieses Jahr wohl die große [...]

  2. 24. April 2013

    | 07:33

    [...] des weltweit gleichzeitig stattfindenden Live-Earth-Festivals. Namhafte Künstler wie Herbert Grönemeyer gaben sich hierbei die [...]

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