Art for Europe

Kontinent der Kunst

Einführende Worte

Bevor ich nun beginne, mich mit Euch auf den Weg über den Kontinent der Kunst zu machen, möchte ich noch einiges Allgemeines loswerden. Ich werde versuchen pro Woche ein bis zwei Einträge zu schaffen. Vieles wird sich damit beschäftigen, was ich bis lang erlebt habe aber natürlich wird es auch immer wieder brandaktuelle Reisehighlights, Ausstellungskritiken etc. geben. Leider hat die Vorbereitung auf diesen blog schon gezeigt, dass es einige Highlights der Tour, zum Beispiel im Bereich der Galerien nicht mehr gibt, deshalb seit nicht irritiert, wenn nicht immer alles verlinkt ist. Aber nun lege ich einfach ein Mal los und beschreibe Euch, wie alles seinen Anfang nahm, damals im Herbst 2004.

Der Start

Wenn man eine solche Reise vor sich hat, muss man erst Mal einiges in seinem Leben neu organisieren, dies bedeutete in meinem Fall, dass ich als erstes eine 120 qm Wohnung auflösen musste und mich für einige Monate, mit dem nötigsten in ein kleines Apartment, in der Nähe meines damaligen Ateliers zurückzog. Die harte Zeit der Vorbereitung beinhaltete dann verschieden Arztbesuche, um die ganzen Impfungen zu bekommen, Behördengänge mussten erledigt werden und vieles mehr in diese Richtung. Am Ende standen einige Nächte mit einer Isomatte, einem Schlafsack und einem gepackten Rucksack, in einem ansonsten völlig leeren Apartment. Es waren harte Nächte, mit einem ziemlich komischen Gefühl im Bauch und immer wieder die Frage danach, ob ich das Richtige tun würde.

Der Tag an dem die Tour beginnen sollte war gekommen. Da es dann doch alles schneller und besser lief als geplant, startete ich gut zehn Tage früher, als angedacht. Es ging in die Die MoselNähe von Koblenz, wo ich einen befreundeten Künstler, Norbert Schmitt, besuchte. An dieses erste Ziel brachte mich noch mein Vater mit dem Auto, denn ich habe bis heute das Glück, völligen Rückhalt durch meine Eltern zu haben. Von dort aus ging es dann weiter nach Freiburg, wo ich noch Freunde besuchte und dann nach Stuttgart, um einen alten Schulfreund zu besuchen. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht annähernd klar, dass Stuttgart in der Folgezeit noch bedeutsam für mich werden sollte. War es bis Stuttgart noch mehr eine Art `Freunde besuchen Tour`, änderte sich dies nun mehr und mehr. Erst Mals versuchte ich in Stuttgart eine andere Form des Vorankommens, hatte ich nach der ersten Etappe mit meinem Vater, für die folgenden die Bahn genutzt, war mir nach mehr Abenteuer, also trampte ich nach Freising in der Nähe von München, wo ich einen weiteren Künstler, Gunnar Kollin, traf.

So ist das eben im Leben

War bis hierhin alles noch sehr solide geplant, wurde es ab hier spannender, denn Gunnar hatte ich einige Jahre zuvor im Web kennen gelernt, also kannten wir uns nicht wirklich persönlich. Wir hatten zwar immer einige Projekte geplant aber hatten es nie geschafft uns zu treffen. Damals lebte er noch in der Nähe von Berlin. Wirklich terminlich verabredet waren wir auch nicht. Es war mehr diese `ruf einfach an, wenn du da bist Geschichte`, die nach gut zehn Tagen für mich noch etwas neu war. Es klappte alles Freisinghervorragend und somit hatte ich auch eine tolle Zeit in Freising. Genau dort begann dann auch der Winter, die Menschen begannen ihre Winterreifen aufzuziehen, ich musste meine dickere Kleidung auspacken und weiter ging es gen Alpen. Dies hieß natürlich Veränderung, aber genau die sollte so oder so mein ständiger Begleiter werden.

Ich kam in Salzburg an, eine Stadt die ich zuvor schon unendlich oft besucht hatte und die ich bis heute sehr mag. Problem, das Wetter war, wie erwartet, gekippt und hatte ich Salzburg bislang irgendwie immer nur im Sommerregen erlebt, regnete es dies Mal nicht. Dafür schneite es und das war nicht wirklich angenehmer. Ich suchte mir ein Hostel am Stadtrand und machte das Beste aus der Zeit. Dies bedeutete, dass ich tagsüber durch die interessanten Galerien, wie Matomba für afrikanische Kunst, aber auch Ateliers wie das Salzburg Ermanovon Ermano, streifte. Er hat eine wirklich geniale Art, verschiedene Bereiche der Erde, vielschichtig in Öl zu präsentieren und stellte schon so etwas, wie ein Highlight in der Stadt für mich dar. Die Abende verbrachte ich im Hostel mit netten Menschen aus Kanada, Japan, Brasilien und Kroatien, die ich dort kennen gelernt hatte und wir hatten sehr viel Spaß. Hier wurde mir langsam aber sicher klar, wie gut meine Entscheidung für dieses Projekt war.

Kein Wetter für Österreich

Irgendwann hieß es dann aber auch Abschied nehmen von Salzburg. Für mich stand fest, dass es eine der Städte bleiben wird, die ich wohl immer wieder besuche, auch wenn es in Sachen Kunst, interessantere gibt. Eigentlich sollte es weiter nach Innsbruck gehen, da das Wetter aber immer miserabeler wurde, beschloss ich kurzfristig mit dem Zug über Klagenfurt nach Ljubljana in Slowenien zu fahren. Eine schicksalhafte Entscheidung, in jedem Fall. Denn bald schon war klar, dass es bei den Wetterverhältnissen keine Möglichkeit gab nach Klagenfurt zu gelangen. Was für mich erst Mal bedeutete, dass ich froh war, entspannt im Zug zu liegen und nicht getrampt zu sein. In Villach hieß es dann Schienenersatzverkehr, dies bedeutete das Ende der Gemütlichkeit und ab in den Bus nach Rosenbach, wo es in einen schicksalhaften Anschlusszug ging.

Dieser Zug brachte mich dann zwar, durch die wundervoll verschneiten Berglandschaften, raus aus dem damaligen Schengenraum aber es gab auch noch eine faustdicke Überraschung…

…aber das erfahrt Ihr beim nächsten Mal.

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Bislang ein Kommentar

  1. 20. Oktober 2015

    | 10:18

    lieber “Reiseleiter”
    Ich bin heute mehr durch Zufall auf deine Reiseseite gestoßen- bin nicht so der PC-Spezi, der sich dauernd mit den Netzwerken beschäftigt; denn bisher hat mir das an konkret nachvollziehbaren künstlerischen Geschichten wie Ausstellungsmöglichkeiten, Aufträgen oder gar Kunst-Verkäufen nix gebracht oder zumindest hab ich es nicht mitbekommen-deine Sache klingt aber interessant und liest sich ganz nett. Vielleichtbleibt ja auf diese Wiese die eine oder andere Stadt oder gar Galerienadresse hängen, an die ich mich mal wenden könnte, um dort künstlerisch tätig zu werden. Das wäre schon ein fruchtbares Ergebnis, da meine Kunst nach Aussage vieler Menschen nicht unbedingt die ist, die sich die Leute übers Sofa hängen wollen….
    mit Künstlergruß
    Andreas

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