Art for Europe

Kontinent der Kunst

Die Reise durch Frankreich

Nach drei brandaktuellen Berichten aus Barcelona, geht es nun wieder weiter mit meinem Reisebericht von Stuttgart nach Spanien. Wie zuletzt berichtet, waren meine Freunde leider trotz einer Verabredung nicht da und ich hatte mich mit meiner Begleiterin für dieses Tourstück, in die Dorfkneipe von Emmendingen zum aufwärmen zurückgezogen. Man beäugte uns und unser Gepäck schon sehr skeptisch und während ich so in die Runde schaute, fiel mir jemand auf, von dem ich dachte ihn zu kennen. Ich sprach ihn an, ob wir uns kennen würden, was er verneinte. Woher sollte ich auch hier, außer meinen Freunden, irgendjemanden kennen? Sigi und ich begannen gerade zu planen, was wir tun sollten, wenn meine Freunde nicht mehr auftauchen sollten, als mich gerade beschriebener Fremder noch ein Mal ansprach und sagte, dass er mich doch kennen würde.

Regen im nordfranzösischen Belfort

Hubertus, so hieß er, machte mir klar, dass wir uns einige Monate zuvor auf einer Kunstmesse in Leverkusen kennen gelernt hatten. Ich hatte dort, noch kurz bevor ich auf Reisen ging, einige meiner Werke präsentiert. Die Welt ist und bleibt doch ein Dorf. Hubertus bot uns an, falls meine Freunde nicht mehr auftauchen sollten, könnten wir die ganze Nacht bei ihm klingeln und natürlich hätte er auch einen Schlafplatz für uns beide. belfort-galerie.jpgBis circa Mitternacht warteten wir aber meine Freunde blieben verschollen, also gingen wir zu Hubertus und schliefen dort. Nach einem leckeren Frühstück, starteten wir dann am nächsten Morgen bei nasskaltem Winterwetter in Richtung Frankreich. Da unser eigentliches Ziel nun ein Mal Barcelona war, mussten wir es zu erst an die französische Mittelmeerküste schaffen und dies sollte sich als wesentlich komplizierter erweisen, als wir dachten. Denn an diesem Tag schafften wir es gerade Mal bis in die nordfranzösische Kleinstadt Belfort. Dies entspricht einer Strecke von gerade ein Mal 100 Kilometern, also die Hälfte dessen, was wir am Tag zuvor geschafft hatten. Belfort ist nicht gerade die Wiege der französischen Kunst, auch wenn es selbst hier Galerien und auch ein Museum gibt. Aber im Sinne der Kunst muss man diese Kleinstadt nicht sonderlich erwähnen.

Dummerweise hingen wir hier bei Regen zwei ganze Tage fest aber wir machten das Beste aus unserem Aufenthalt. Nach dem wir einen halben Tag lang bei Nieselregen nichtbelfort-zitadelle.jpgvom Fleck gekommen waren, beschlossen wir eine weitere Nacht im Motel zu verbringen und checkten wieder ein und machten trotz des Regens diese Kleinstadt unsicher. So entdeckten wir die sehr bemerkenswerte Zitadelle von Belfort, die man sich, wenn man ein Mal in der Gegend ist, in jedem Fall ansehen sollte. Sie stellt zusammen mit dem Löwen von Belfort, das Wahrzeichen der Stadt dar. Außerdem hatte ich so die Möglichkeit noch ein Mal meine E-Mails zu checken und wir deckten uns mit arabischen Leckereien ein, denn das Motel lag etwas außerhalb der Innenstadt, in einem sehr arabisch geprägten Stadtteil, wie man sie auch im Norden Frankreichs vielfach vorfindet. Am nächsten Tag klarte das Wetter etwas auf, was natürlich gerade auch für uns ein Motivationsschub war und positiv gestimmt kamen wir dann auch Mittags endlich los und mit jedem Kilometer den wir südlicher kamen, wurde es wärmer und sonniger.

Unplanmäßig in den Alpen

Dann passierte etwas, was mir bis dahin auf der Tour noch nicht passiert war und auch zum Glück nie wieder passiert ist. Irgendwie schliefen sowohl Sigi, wie auch ich bei einem älteren Ehepaar im Wagen ein. Da die Kommunikation wohl nicht zu hundert Prozent gepasst hatte, weckte man uns kurz vor Sonnenuntergang und ließ uns an einer ziemlich verlassenen Mautstation irgendwo in Frankreich raus. Dies bedeutete erst Mal raus finden, wo man überhaupt war. Der Gebirgszug in sichtweite, ließ mich Schlimmes befürchten und die Befürchtungen sollten sich bestätigen. Wir waren völlig vom Kurs abgekommen und direkt am Fuße der Alpen angelangt, was nicht gerade hilfreich war. Zu Mal mir klar war, dass so wundervoll warm der Tag war, es hier kurz vor den Alpen im Januar gravierend abkühlen würde, wenn die Sonne erst ein Mal ganz untergegangen sein würde. Wäre ich nicht so ein verdammter Glückspilz, hätte mich dieser verlassene Ort und die untergehende Sonne wahrscheinlich irgendwie nervös gemacht aber so wusste ich das alles gut werden würde.

Die Sonne war noch nicht ganz untergegangen, da hielt auch schon ein netter, junger französischer Fahrlehrer der auf dem Weg nach Perpignan war. Genau das was wir jetzt brauchten, eine Person die gerade durch ans Mittelmeer fährt. So fuhren wir gen Sonnenuntergang und waren einige Zeit später in Perpignan. Dieser Abschnitt hatte nur einen winzigen Haken, der aber glücklicherweise nicht weiter ins Gewicht fiel, denn ich hatte vor lauter Glück meine Handschuhe im Wagen liegen lassen. Da gerade auch für frankreich-im-januar.jpgmeine Begleiterin Sigi die letzten Tage sehr anstrengend waren und sie mit der Reiseform, aber auch mit dem Wetter nicht so gut klar kam, wollte sie den Abend nutzen um zu feiern, denn schließlich waren wir der spanischen Grenze schon ganz nah. Aber wir waren eben auch noch nicht am Ziel, weshalb ich eine Feier für etwas verfrüht hielt. Ich ließ mich aber trotzdem überzeugen und so feierten wir bis spät in die Nacht in einem Steakhouse in Perpignan. Gerade für Sigi machte dies den nächsten Tag um ein vielfaches anstrengender und es sollte bei sommerlichen Temperaturen von fast 20 Grad noch eine anstrengende Etappe über Landstrassen werden, bis wir das erste tatsächliche Ziel, das französische Künstlerdorf Collioure, direkt an der französischen Mittelmeerküste, ereichten.

So hatten wir es geschafft, gut 1.100 meist nasskalte Kilometer und wurden mit außerordentlich viel Kunst belohnt aber darüber berichtete ich beim nächsten Mal.

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Schade, bislang hatte noch keiner eine Meinung

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