Art for Europe

Kontinent der Kunst

Die Katzen von Groznjan

Wie zu letzt beschrieben, verließ ich nun das schöne Piran in Slowenien und machte mich auf den Weg zur kroatischen Grenze, um kurz vorher dem Künstler Marin Mahnic noch einen Besuch in Portorose abzustatten. Ich kam auch recht gut in sein Dorf. Allerdings musste ich dann feststellen, dass man es dort nicht so mit der logischen Anordnung von Hausnummern hatte, wie ich es aus Deutschland kannte. Dies bedeutete, ich stand vor einem Hügel voller Häuser, die nicht logisch angeordnet waren. Nachdem ich drei Mal in die Hänge gelaufen war und mir auch kein Anwohner weiterhelfen konnte, gab ich mich geschlagen. Mangels Telefon, was ich ja wie beschrieben, zuvor in Piran im Meer versenkt hatte, beschloss ich mich auf den Weg nach Kroatien zu machen.

Mit dem Tarnzelt an der Grenze

Allgemein gesprochen, verlief dieses Vorhaben auch absolut reibungslos, denn bald hielt ein netter Slowene an, der auf dem Weg über die Grenze war und nahm mich mit. Unterwegs erklärte er mir netterweise, dass wir die EU verlassen würden. Ein Detail, welches ich wirklich für einen Moment vergessen hatte. Aber auch der Grenzübertritt war kein Problem, selbst mein außen am Rucksack hängendes Zelt im Tarnlook, irritierte die kroatischen Zöllner nicht wirklich. Kurz hinter der Grenze, direkt an einer Hauptstrasse, ließ mich mein Fahrer raus. Bald schon hatte ich einen netten Kroaten gefunden, der sehr gut deutsch sprach und mich sogar noch direkt bis an mein vermeintliches Tagesziel brachte. Denn als erstes wollte ich nach Groznjan, ein kroatisches Künstlerdorf in den valley-of-artists.jpgBergen, gut zehn Kilometer von der Hauptstrasse entfernt. Mein Fehler war es nur, dass ich bei der Frage, ob ich dort oben jemanden kennen würde, nicht nachhakte. Er ließ mich genau am Kirchplatz raus und es war wundervoll dort. Der wundervolle Blick in die unendlichen Wälder, überall Kunst und diese Ruhe. Kurz gesagt, es war wie in einem Traum. Eine Schwarzweißphotographie von hier oben, schaffte es später sogar, in die engere Auswahl zu meiner Ausstellung `Europa` in Düsseldorf.

Es dauerte nicht lange bis mir auffiel, dass dort oben nichts los war und ich somit problemlos meinen großen Rucksack zur Dorferkundung, an der Kirche zurück lassen konnte. Nach und nach setzten sich die vielen kleinen Puzzleteile in meinem Hirn zusammen. Denn ich entdeckte einige Galerien, nett anmutende Weinpinte aber alles war verschlossen. Ich fand genau eine Galerie die geöffnet hatte. Hier war man über meinen Besuch sichtlich überrascht, denn wie man mir hier erklärte, hält sich in diesem Künstlerdorf von September bis Mai niemand auf. Schade, dass wir schon fast Weihnachten hatten. In diesem Moment wurden mir mehrere Fakten klar. Eine Frau, ein Hund und circa 22 Katzen. Hier oben würde mich nichts weiterbringen, ich musste schleunigst ins nächste Dorf gelangen. Dies bedeutete im Klartext, den größten Teil, der etwa zehn Kilometer Strecke bis zur Hauptstrasse, mit vollem Gepäck laufen. Der Vorteil, es ging nur bergab. Der Nachteil, mit über 20 Kilo Gepäck ist auch das nicht so witzig.

Die Bounty

Im Tal, wieder an der Hauptstrasse angelangt, fand ich bald eine junge Frau, die mich mit ins nächste Dorf namens Buje nahm. Dort sollte ich eine Stunde warten, bis sie von einem Treffen mit ihrem Freund zurück sei, dann würde sie mich mit in ihr Hostel, ein Boot namens `Bounty` im Hafen von Rovinj mitnehmen. Denn hier, circa 80 Kilometer von der rovinj-kustendorf.jpgKüste entfernt, würde ich kein Hostel finden. Alles klang eigentlich richtig gut, trotzdem sagte mir mein Instinkt, mein Gepäck nicht im Wagen zurückzulassen. Was soll ich sagen, über zwei Stunden später war die Sonne untergegangen und sie war noch immer nicht aufgetaucht. Mittlerweile war es auch dort nachts um den Gefrierpunkt und mir war nicht wirklich nach zelten, was natürlich noch immer eine Alternative gewesen wäre. Ich versuchte es weiterhin mit trampen und siehe da, eine junge Frau hielt an und nahm mich mit. Sie musste nicht allzu weit fahren aber erklärte mir, da ich in der Gegend nichts mehr zum schlafen finden würde, sollte ich einfach mit zu ihr kommen. Ihr Mann wäre Architekt und würde sich immer über Besuch freuen.

Natürlich lehnte ich dieses Angebot nicht ab und fand mich kurze Zeit später in einem wundervollen kleinen Haus in Umag wieder. Es war ein wundervoller Abend, mit leckerem Tee aus dem eigenen Garten, ich hatte sogar einen Laptop und eine Flatrate zur Verfügung, so dass ich mich auch noch Mal in aller Ruhe um meine E-Mails etc. kümmern konnte. Nach so viel toller kroatischer Gastfreundschaft, brachte man mich am nächsten Morgen erst Mal wieder zur Hauptstrasse. Mein erstes Ziel an diesem Tag war Rovinj an der Küste. Schließlich musste ich noch herausfinden, ob es das Hostel `Bounty` wirklich gab. Ich kam wieder recht gut voran, lernte wie es ist, früh am Tag schon Selbstgebrannten zu trinken. Da zwei ältere Herren mir noch kurz ihr Haus zeigten, welches ich doch bitte in Deutschland verkaufen sollte. So etwas musste dann natürlich mit Hochprozentigen begossen werden. Aber immerhin, war ich mittags in Rovinj und rovinj-bounty.jpgfand sogar die `Bounty`. Die Spinnenweben überall zeigten mir, dass hier schon länger niemand mehr war. Eines der Rätsel der Tour, welches sich bis heute nicht lösen sollte. Auch wenn Rovinj ein beschauliches Dorf am Meer war, beschloss ich noch weiter in die 3.000 Jahre alte Stadt Pula zufahren. Auch dies klappte reibungslos.

Und was ich dort, ganz im Süden Istriens erlebte, erfahrt ihr beim nächsten Mal.

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Bislang ein Kommentar

  1. 8. Juni 2014

    | 15:28

    [...] bedeutende Bergbauindustrie verzeichnen. Eine wichtige Einnahmequelle ist jedoch nach wie vor der Tourismus. Kroatien ist vor allem für die langen Strände und die hunderten vorgelagerten Inseln [...]

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