Art for Europe

Kontinent der Kunst

Die Eurokrise und die Kultur in Europa

Die Eurokrise nimmt immer dramatischere Formen an, vor allem wenn man sie als einen weiteren Baustein der Weltwirtschaftskrise ansieht. Das Problem dieser Krise ist, dass den Menschen, der Mehrzahl an Unternehmen und auch sehr vielen staatlichen Einrichtungen das Kapital entzogen wird. Schon seit längerer Zeit kann man verfolgen, wie Kultureinrichtungen von Theatern über Museen bis hin zu Galerien unter dieser Entwicklung leiden. Europa ist ein Kontinent mit einer traditionell sehr starken kulturellen Prägung, Deutschland war einst das Land der Dichter und Denker, all dies wird in diesen Tagen der Kapitalverschiebung geopfert. Denn nicht nur, dass Unternehmen im Bereich der Kultur auch kürzen müssen, was einfach auf Kosten der Vielfalt geschieht, entzieht man auch den Menschen mit steigender Armut und der weiteren Rodung des Sozialstaates oftmals den Zugang zur Kultur. Kultur kann aber nun einmal nicht nur zum Nulltarif geschaffen werden. Wenn nun aber das Geld auf Seiten der Förderer ausgeht und man so andere Einnahmequellen, wie zum Beispiel Eintrittsgelder, forcieren muss, die sich, wie gerade erläutert, auch immer weniger Menschen leisten können, stellt dies ein massives Problem für die Gesellschaft dar. Deshalb ist es wichtig, dass auch jeder Kulturliebhaber gegen den Ausbeutungswahn dieser Tage protestiert. Natürlich sind auch die Kulturschaffenden gefordert und müssen den Menschen viel mehr vermitteln, worum es tatsächlich geht.

Kann man davon leben?
Eine Frage, die jeder Kulturschaffende wahrscheinlich schon mindestens einmal in seinem Leben gehört hat. Eine Frage die aber auch beweist, wie tief der pure Gewinnmaximierungsgedanke schon in dieser Gesellschaft verhaftet ist. Kultur darf nicht nach den Regeln der Gewinnmaximierung funktionieren, dass muss man den Menschen wieder ins Gedächtnis zurückrufen. Außerdem wirkt diese Frage in einer Welt die nur noch auf Pump überleben kann, in der so gut wie jeder Mensch ein Sklave seiner Bank oder seines Arbeitgebers ist, doch ein wenig zynisch. Das aktuelle Wirtschaftssystem in der westlichen Welt ist schon längst gescheitert und wenn es erst einmal gänzlich kollabiert ist, wird sich die Frage, wer, wovon, wie leben kann, für die meisten Menschen noch einmal ganz neu stellen. Kultur zu schaffen ist genauso harte Arbeit, wie vieles andere auch. Auch dieses Verständnis ist ein wenig verloren gegangen. Der Ohnmacht der Politik, auch in diesem wichtigen gesellschaftlichen Bereich, muss ein Ende gesetzt werden und Kultur bietet sich natürlich auch hervorragend als Mittel der Kritik an und sollte noch wesentlich massiver als solches eingesetzt werden. Auch die Gesellschaft in Deutschland driftet immer mehr auseinander, die Spaltung hat System und dazu zählt offensichtlich auch, an wichtigen Stützpfeilern, wie der Kultur, zu sägen. Diesem Trend muss Einhalt geboten werden.

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