Art for Europe

Kontinent der Kunst

Der Bauch Europas

Heute soll es einmal um meinen Bauch gehen. Das ist natürlich nur bedingt richtig, eigentlich geht es darum, woher dieser Bauch, der mir schon vor Jahrzehnten meinen Spitznamen gab und der manchmal da ist aber auch immer mal wieder verschwindet, kommt. Fleißige Leser wissen nun, es geht um eine meiner großen Leidenschaft, es geht um das Kochen und damit natürlich auch um ein Stück Kultur und dies geht bei mir weit über die Grenzen Europas hinaus. Man kann von Bäuchen halten was man will, ich kann für mich nur sagen, dass ich meinen Bauch liebe und ob er nun als schön empfunden wird oder nicht, ist mir erst einmal völlig egal. Ohne diesen Bauch wäre ich auf jeden Fall nicht der, der ich nun einmal bin und er gehört zu mir, wie meine langen Haare. Das es mehr als nur ein gewöhnlicher Bauch ist, zeigt sich wahrscheinlich auch dadurch, dass mein Bauch mittlerweile schon zur Kunst geworden ist und schon ausgestellt wurde und auch darauf blicke ich mit Stolz zurück. Aber, wie gesagt, es soll in diesem Bericht weniger um eine Hommage an meinen Bauch gehen, als viel mehr um eine Hommage an das Essen, welches ich in so vielen wundervollen Formen auf meiner Reise durch Europa genießen dürfte und für welches ich natürlich auch immer wieder gerne selber gesorgt habe.

Die anderen…
Ich war gerade erst gestartet, damals im Herbst 2004, und war bei Bernd Krieg, einem Künstler den ich einige Zeit zuvor auf einer Kunstmesse getroffen hatte, eingeladen, als es schon traumhaft losging. Es war die zweite Station, von mittlerweile tatsächlich unzähligen und ich war in der Nähe von Freiburg und damit ganz in der Nähe der französischen Grenze, was natürlich auch die Esskultur beeinflusst und ich muss sagen, 01-schnecken-krieg-a4e0043.jpgich habe seit diesen Tagen nie wieder so leckere Schnecken verzehrt, wie damals dort. Von dort aus ging es dann übrigens weiter nach Stuttgart und auch hier fällt mir direkt eine Episode zum Thema leckeres Essen ein. Stuttgart war während der ganzen Tour, dank eines lieben, alten Schulfreundes, auch immer wieder ein Anlaufpunkt und die Grillabend mit Blick auf den wunderschönen Bahnhof von Stuttgart, den man nun dem Kommerz opfern will, sind bis zum heutigen Tage auch unvergessen. Aber natürlich gab es auch traumhaftes Essen außerhalb meines Heimatlandes, so werde ich das Grillen in Piran, direkt in einer Seitengasse mit Blick auf die Adria, wohl niemals vergessen Hier konnte man wirklich sehen, wo das Grillgut einige Stunden zuvor noch war. Ein Essen darf natürlich in dieser Liste auch nicht fehlen und dafür muss ich mich geografisch gar nicht soweit von Slowenien entfernen. Was ich damals bei der Künstlerin Danja Kulterer in Kärnten von ihrem Mann, einem wirklich begnadeten Koch, serviert bekam, bleibt wohl ebenfalls unvergessen.

Ich merke jetzt schon, wie viele geniale Essen ich in dieser Aufzählung auslassen muss, damit dieser Artikel nicht ewig wird aber eines ist mir persönlich noch sehr wichtig und zwar, dass ich auch immer das ganz einfache Essen furchtbar genossen habe. Unvergessen ist hier die Fahrt mit dem kolumbianischen LKW-Fahrer Diego, der für eine große spanische Spedition auf dem Weg in die Schweiz war und mich vom spanisch-französischen Grenzgebiet mit in den Schwarzwald nahm. 02-es-fr-a4e0120.jpgEier, Speck und Bohnen und das gebraten mit der Hitze des Motors an einer verregneten französischen Landstraße, genial gewürzt und dazu das obligatorisch Weißbrot. Was will der Mensch mehr, um glücklich zu sein? Es sind so oft im Leben die Kleinigkeiten, die einfach nur völlig genial sind. Ähnlich verhielt es sich damals mit dem griechischen LKW-Fahrer der mich von Schweinfurt, wo ich eine liebe Freundin besucht hatte die mir diese tolle Gegend etwas näher gebracht hatte, mit bis nach Klagenfurt nahm, da ich einmal wieder auf dem Weg in die schöne slowenische Hauptstadt Ljubljana war. Irgendwo in den Alpen hielten wir an und trafen auf die Besatzung eines türkischen LKW, was ich mir nun eher problematisch vorstellte, war einfach nur schön. Da es keine gemeinsame Sprache, außer Hände und Füße, gab, gab es auch keinen Raum für großartige Diskussionen, allerdings gab es viel Raum für ein tolles Abendessen, denn es wurde von beiden LKW-Crews etwas zusammengeworfen und auch dies war wieder einfach ein leckerer Traum.

…und ich
Nun ist es aber auch so, dass, wie man hier einmal monatlich am Rezept des Monats erkennt, ich auch leidenschaftlich gerne selber koche. Meine Vorlieben sind fleißigen Lesern bekannt, Pasta und ordentlich scharfe asiatische Küche und alles mit viel Knoblauch, soll schließlich gesund sein. 03-daenisches-asien.jpgNun mag sich manch einer fragen, woher erst einmal der grundlegende Hang zum Kochen kommt und hierfür muss ich ganz klar mein wundervolles Elternhaus verantwortlich machen, denn übertrieben gesagt, konnte ich wohl schon kochen, bevor ich laufen oder sprechen konnte und dafür danke ich meiner Familie bis zum heutigen Tag. Woher der Hang zu Pasta kommt, kann ich gar nicht so genau bestimmen, anders verhält es sich da mit der Vorliebe für das Asiatische. Denn zu Schulzeiten hatte ich viel mit Menschen zu tun, die aus dieser Ecke der Welt, die ich auch noch unbedingt näher entdecken mag, kamen bzw. eine ganze Zeit ihres bisherigen Lebens dort verbracht hatten, was sich natürlich auch in Deutschland auf die Kochgewohnheiten und die verwendeten Zutaten auswirkte und ich muss sagen, ich bin voll darauf hängen geblieben. Vielleicht ist es auch dieser internationale Einfluss, der mich in all den Jahren begleitet hat, der mich zu einem Reisenden, einem Künstler und einem Kochfanatiker gemacht hat. Letztendlich soll es auch egal sein, denn auch hier könnte man sagen, Hauptsache das Ergebnis stimmt. Dies sollen allerdings bitte andere Menschen beurteilen.

Wenn man nun über Jahre so schön und freundschaftlich bekocht wird und dies quer über einen ganzen Kontinent und die Leidenschaft des Kochens auch noch selber tief in sich trägt, bleibt ein wenig Bauch eben auch nicht aus und ich kann nur sagen, ich möchte wohl auf so gut wie kein Essen der letzten Jahre und Jahrzehnte verzichten. Nun aber genug darüber, wer und was diesen Bauch alles gezüchtet hat, denn die Frage die noch offen ist, ist die, wie er zur Kunst wurde und dies hat mit Erika Post, einer befreundeten Tonkünstlerin aus meiner Heimatstadt Leverkusen zu tun. 04-mein-bauch-a4e0690.jpgIrgendwann begann sie mit Tonabdrücken von Bäuchen schwangere Frauen. Dadurch inspiriert, wollte sie auch einmal eine Werkreihe über Männerbäuche machen und hatte doch akute Probleme Herren zu finden, die sich für dieses besondere Kunstprojekt zur Verfügung stellte. Ich war vom ersten Moment an angetan und fand die Idee großartig und so nahm sie einen Abdruck meines Bauches und dieser wurde so zu einem Teil dieses Kunstprojektes. Später wurde dieses im Leverkusener Forum präsentiert, was mich natürlich schon auch mit Stolz erfüllte. Mein Bauch oder viel mehr ein Abdruck dessen, in den Räumen für große Kunst und Kultur in meiner Heimatstadt, dies hatte schon was. Das war sie auch schon, die Geschichte über meinen Bauch und das, was ihn dazu machte, was er jetzt ist, ein Teil der Kunst und Kultur Europas.

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Bislang ein Kommentar

  1. 31. Juli 2013

    | 08:23

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