Art for Europe

Kontinent der Kunst

Depeche Mode – Eine Zeitreise

Alles begann Anfang der 1980er, um genau zu sein vor 30 Jahren. In England, in Basildon in der Grafschaft Essex, fanden sich einige junge Männer ein, um die Welt musikalisch bis in die Gegenwart zu prägen, was damals wahrscheinlich noch niemanden klar war. Nach ersten Bandgründungen durch Vince Clarke ab Mitte der 1970er, kam dann auch der heutige Sänger Dave Gahan zur Band und gab ihr ihren jetzigen Namen. Depeche Mode war geboren. Clarke, der Mann der ersten Stunde dieser Band, der sie von Anfang an so prägte, sollte diese allerdings schon nachdem ersten Album, welches Ende 1981 erschien, wieder verlassen, ist aber in dem Album, um welches es hier geht, wieder mit einem Remix vertreten. Nach seinem Abgang Anfang der 1980er stieß dann zu Dave Gahan, Martin Lee Gore und Andrew Fletcher, auch noch Alan Wilder. Wilder, der auf dem kommenden Album ebenfalls mit einem Remix vertreten ist, blieb der Band bis Mitte der 1990er treu, so dass sie fast anderthalb Jahrzehnte in einer Formation spielte und einen Hit nachdem anderen lieferte. Nicht umsonst zählt Depeche Mode mit über 100 Millionen verkauften Tonträgern zu einer der erfolgreichsten Bands der Welt und dies, wie ich meine, auch aus gutem Grund. Wer es schafft über drei Jahrzehnt lang Menschen aus verschiedenen Generationen, auf verschiedenen Kontinent zu begeistern und dies in einer Zeit des stetigen Wandels, sollte wohl auch zu den ganz Großen zählen. Nun erscheint in ein paar Tagen endlich wieder ein weiteres Album der Band und wie bereits angekündigt, verspricht es ein wichtiges und grandioses Album zu werden.

Von Generation zu Generation
Schon am Titel `Remixes 2: 81-11` erkennt man, dass die Idee zu dem Album keine wirklich neue ist aber es ist ein Konzept, welches aus gutem Grund funktioniert. 2004 erschien mit `Remixes 81-04` der Vorläufer des kommenden Silberlings und depeche-mode-1.jpgdiesmal wird es noch ein bisschen interessanter werden, als noch 2004. Denn man wird durch 30 Jahre Bandgeschichte geführt und dies auf eine spannende Art und Weise, wie man auch schon an den vorab im Internet veröffentlichten Tracks merken kann. Auf der Scheibe sind Klassiker zu finden, wie zum Beispiel `Fly on the windscreen`, in der damaligen Version `Death Mix` aber es gibt auch noch wesentlich ältere Tracks, wie zum Beispiel `Puppets`. Dieser Track kommt dann aber eben in einer völlig neuen Version aus diesem Jahr daher und stellt schon fast so etwas, wie eine völlige Neuinterpretation dar. Für eingefleischte Fans der ersten Stunde, zu denen ich mich mit Stolz auch zähle, ist so etwas erst einmal gewöhnungsbedürftig, dann allerdings auch direkt schon wieder genial. So mit der Zeit zu gehen, ohne sich dabei zu verraten oder gar lächerlich zu machen, ist wahrscheinlich auch ein Geheimnis dieses ganz besonderen Erfolges. Jetzt kann man natürlich anmerken, dass es nichts wirklich Neues gibt, sondern nur älteres, überarbeitetes Material oder gar Versionen, die man schon seit Jahrzehnten kennt. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Band gerade erst mit dem Album `Sounds of the universe (SOTU)` und der passenden Tournee bewiesen hat, dass sie auch in der heutigen Zeit noch Arenen füllen kann und weiterhin Hits raushaut.

Die Bilder der Band
Depeche Mode ist eine Band, die auch schon immer sehr viel Anspruch auf das Visuelle gelegt hat. Spricht man nun bei dieser Band von Photographien oder großartigen Videos, ist man auch immer ganz schnell bei Anton Corbijn und damit bei einem wirklich Großen auf diesen Ebenen. Corbijn, den ich auch zu meinen großartigen Vorbildern zähle, kommt ursprünglich aus den Niederlanden, wo er als Sohn eines Geistlichen aufwuchs. Nun lebt er in London und hat mit vielen depecke-mode-2.jpggroßen Bands von den Rolling Stones über U2 bis Herbert Grönemeyer, mit dem ihn eine große Freundschaft verbindet, zusammengearbeitet. Wie die Band auch, hat sich natürlich auch Corbijn über all die Jahre weiterentwickelt und auch dies in eine äußerst positive Richtung. Ganz im Gegensatz zu Depeche Mode und ihren Bandmitgliedern, ist er allerdings all die Jahre im Hintergrund geblieben und auch ich erlebe immer wieder Menschen, die Arbeiten von ihm kennen, egal ob es sich hierbei um Cover oder aber Videos handelt und erstaunt sind, dass sie die Person dahinter nicht kennen. Ohne die Prägungen eines Anton Corbijn hätten die letzten Jahrzehnte anders ausgesehen und so etwas über einen Künstler sagen zu können, zeigt, wie wichtig er für seinen Bereich ist. Das aktuelle Video der Band `Personal Jesus 2011-The Stargate Mix`, welches pünktlich zum diesjährigen Geburtstag von Dave Gahan im Internet veröffentlicht wurde, mutet zwar zum Teil an, als sei es von Corbijn, stammt allerdings von Andrew Faber und wurde in Tschechien aufgenommen. Es gilt in meinen Augen allerdings auch zu den Highlights, wenn man über Videoclips dieser Band spricht.

Harte Zeiten
Auch wenn ich Depeche Mode für die beste Band der Welt halte, wäre es gelogen, zu sagen, dass es auch hier keine Tiefpunkte gab. Zu diesen Tiefpunkten zähle ich ganz persönlich die Zeit nach der ersten großen Welle des Erfolges. Dieser Erfolg führte zu einigen Drogenproblemen bei Dave Gahan und dann verließ, wie zu Beginn des Berichtes erwähnt, auch noch depeche-mode-3.jpgAlan Wilder 1995 die Band und es wurde an einem Comeback gearbeitet und so erschien 1997 das Album `Ultra`, welches mich persönlich zum ersten Mal nicht wirklich komplett überzeugte. Leider bewiesen mir die Briten, dass es noch schlimmer ging, denn dass im Jahr 2001 erschienene Werk `Exciter` zählt für mich bis zum heutigen Tage, als das schlechteste Album, welches diese Band jemals auf den Markt gebracht hat. Wie so oft im Leben sollte es sich hierbei aber nur um eine Phase handeln, die bei einer Bandgeschichte von 30 Jahren auch durchaus vorkommen darf. Diese Phase endete 2005 mit `Playing the angel`, einem absolut überzeugenden Werk, welches mich bis jetzt auch künstlerisch sehr beeinflusst und auch hier gab es wieder nicht nur was für die Ohren, sondern auch wieder brillantes für die Augen von Anton Corbijn. Das dieses Album kein Zufallsprodukt war, zeigte die Band dann vor zwei Jahren mit dem Werk SOTU und hier gibt es eine limitierte Box zu, die einfach unschlagbar ist, sowohl musikalisch, da man hier unter anderem auch geniale, alte Demo-Versionen findet, wie aber natürlich auch wieder visuell, da es viel Bildmaterial von Anton Corbijn gibt. Wer all dies noch besser verstehen mag, dem empfehle ich wirklich sich das kommende Album zu holen und in 30 Jahre guter Musik zu versinken.

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Bislang ein Kommentar

  1. 31. Mai 2012

    | 17:13

    [...] Nationen seit einer gefühlten Ewigkeit. Das hat einen einfachen Grund: Früher bildete Tschechien zusammen mit der Slowakei die Tschechoslowakei. Zum 1. Januar 1993 wurde das Land jedoch [...]

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