Art for Europe

Kontinent der Kunst

Denn es wird Regen geben

Diese Textpassage, der schwäbischen Band die ich so mag, überrascht im Herbst niemanden wirklich, dies ist mir auch bewusst. Allerdings ist gerade der Oktober hier in Köln fast besser, als der Sommer es war und wenn man dann auf der Terrasse steht, die letzten Sonnenstrahlen des Jahres genießt und es einem dann auch noch plötzlich sanft auf das Haupt tropft, ist dies schon sehr merkwürdig. So wurde mir letzte Woche schlagartig klar, dass ich ein Problem habe und zwar eines mit Wasser. In kürzester Zeit war klar, was mir die Wassertropfen aus der Terrassendecke sagen wollten. Rohrbruch. Wasser, ein wirklich gelungener Gegenpart zu dem, was sich letztes Jahr kurz vor der Retrospektive `42` im KunsTraum 152 abgespielt hatte. Mir wurde aber noch etwas klar, es ist als Künstler völlig und ganz ausgeschlossen eine Ausstellung ohne Stress entstehen zu lassen. Diesen Beweis kann ich jetzt mit diesem Rohrbruch hervorragend antreten, denn bis mir das Wasser auf den Kopf tropfte, war ich perfekt im Zeitplan, was ich nun eher nicht mehr bin. Auf der anderen Seite habe ich mittlerweile genug Erfahrung, um zu wissen, dass auch diesmal am Ende des Tages wieder alles passt.

Feuer und Wasser

Hatte ich, oder viel mehr die Kölner Berufsfeuerwehr, noch im letzten Jahr mit einem kleinen Feuer im Kühlschrank zu kämpfen, sah es in diesem Jahr doch etwas anders aus. Es gilt zu mindestens in diesem Fall, dass ich sagen muss, Feuer ist 01-bad-baustelle-5817.jpgangenehmer als Wasser. Im letzten Jahr reichte es ein wenig zu lüften und einen Kühlschrank zu entsorgen und alles war erledigt. In diesem Jahr gestaltet sich dies alles wesentlich komplexer. Nicht nur das hier das Badezimmer für Wochen eine Baustelle sein wird, da sich der Rohrbruch hier befand, gibt es noch wesentlich weitergehende Schäden. Die Behebung dieser ganzen Schäden ist es auch, die mich von Zeit zu Zeit etwas aus dem Konzept bringen. So gut wie täglich dürfte ich mich in der vergangenen Woche mit Handwerken beschäftigen, denn alleine im Badezimmer gibt es einiges zu tun. So müssen dann die neuen Badezimmerschränke, die ich letzte Woche gekauft habe im Keller verweilen. Zu allem Überfluss beschädigten dann Unbekannte zum Ende der Woche hin auch noch eines meiner Werke, welches, wie viele andere auch, schon einmal zur Probe hing. So kommt eines zu anderen. Hier ein paar Stündchen für Handwerker, da ein paar Stündchen für die Reparatur eines Bildes und plötzlich liegt man im Zeitplan schon wieder um Tage zurück. Dies wiederum wird dann doch wieder die ein oder andere Nachtschicht zur Folge haben und genau dies wollte ich diesmal vermeiden.

Nun muss man wissen, wie eine Ausstellung initiiert wird, um all dies zu verstehen. Bei mir und vieler meiner Kollegen ist es so, man bekommt ein Ausstellungskonzept präsentiert dem man sich anschließt oder aber man kreiert sein eigenes. Im Fall 02-96-snw-06-5668.jpgvon `Das postdemokratische Konjunkturpaket III` schaffte ich mir den eigenen Rahmen und ab dann nimmt das Künstlerschicksal seinen Lauf. Man legt sich auf einen Termin fest, was in meinem Fall durch den fünften Geburtstag von Art for Europe nicht allzu schwer war und dann gilt es das Konzept mit Leben zu erfüllen. Man sammelt Ideen und Material, man probiert aus und skizziert und während dieser Prozesse hat man natürlich auch immer wieder weitergehende Ideen mit denen man sich natürlich auch noch auseinandersetzen mag. Im Fall von `DPK III` gab es unter anderem die Idee, die Arbeit mit der Kamera festzuhalten und diesen Prozess allen Interessierten im Internet zur Verfügung zu stellen. Auch dies kostet natürlich Extrazeit, denn der Werkschaffungsprozess muss immer wieder zum fotografieren unterbrochen werden, die Bilder müssen gesichtet und für das Internet aufbereitet werden und natürlich auch jeden Tag veröffentlicht werden. Da mir aber all dies im Vorhinein bewusst war, habe ich diesmal extrem früh damit begonnen, die Ideen in Werke umzuwandeln und hatte jetzt eigentlich noch fast drei Wochen Zeit, um die letzten Werke abzuschließen, um mich dann darum zu bemühen alles an die Wände bzw. auf den Boden zu bekommen.

Nur das Beste für die Gäste

Natürlich muss man auch berücksichtigen, dass ich durch das Konzept `Wohnraum ist KunsTraum`, in dessen Rahmen ich `DPK III` vom 23.-25.10.2009 in Köln präsentiere, einiges an der Ausstellungsfläche selbst zu tun war. Ganz wichtig ist natürlich auch, dass ich meine Gäste im Auge haben muss, da ich diese natürlich auch verwöhnen möchte. Nun sind es noch 03-atelier-ausblick-5766.jpgweniger als 14 Tage bis es los geht und es sind noch immer nicht alle Werke fertiggestellt, stattdessen habe ich mittlerweile die Information, dass die Beschädigungen an der Terrassendecke, die meinem Atelier vorgelagert ist, so massiv sind, dass auch hier größere Sanierungsarbeiten anstehen. Dies heißt ich werde mich auch noch in den nächsten Wochen mit Handwerkern beschäftigen und auf die letzten Tage noch eine große Baustelle vor die Nase gesetzt bekommen, was die Arbeit natürlich auch nicht gerade angenehmer machen dürfte. Aber wie immer sehe ich auch im Moment wieder alles sehr positiv, denn hätte ich diesmal nicht instinktiv so früh mit den ganzen Vorbereitungen begonnen, wäre ich mit Sicherheit nicht mehr rechtzeitig fertig geworden. Außerdem steigt die Freude natürlich immer automatisch, desto näher der Termin rückt, denn auch für mich ist es sehr spannend zu sehen, wie das Gesamtkonzept nachher wirklich zusammen aussieht, denn schließlich lebt es bis zu diesem Moment nur in meinem Kopf. Außerdem und das ist wahrscheinlich noch viel aufregender, ist es immer sehr spannend die Reaktionen der Menschen auf meine Kunst mitzuerleben. Einige Menschen konnten Teile der Ausstellung schon sehen und hier gab es schon spannende Reaktionen. Dies gilt im übrigen auch für die ganzen Kommentare, die es bislang zum `Making of…` gab.

Monate lang habe ich mich nun auf dieses einzigARTige Event vorbereitet und das alles letztendlich nur für einige Stunden. Denn die Werkreihe wird erst einmal nur an diesen drei Tagen zu sehen sein. Manch einer mag sich jetzt fragen, ob die 04-98-frau-koma-kommt-04-5677.jpgRelationen da noch stimmen und ich kann versichern, dass dem so ist. Denn zum einen müssen diese Werke entstehen, ganz unabhängig davon, ob sie später einmal zu sehen sind oder auch nicht, zum anderen fand ich es sehr reizvoll diesmal zur Präsentation etwas ganz anderes auszuprobieren. Sehr wichtig ist aber auch, dass ich bislang festgestellt habe, dass alle meine Schritte in die richtige Richtung führen und Gespräche mit vielen Menschen haben jetzt schon gezeigt, dass der Weg ankommt und natürlich freut es mich auch, wenn meine Arbeit nicht nur mir alleine gefällt. Natürlich habe ich im Moment noch keinen genauen Plan, was im nächsten Jahr im Bereich von Ausstellungen noch alles passieren wird, es steht nur fest, sollte ich wieder etwas hier in Köln machen, werde ich es massiv vor Wind und Erde schützen, denn diese beiden Elemente fehlen mir in meiner kleinen persönlichen Katastrophereihe noch. Vielleicht ist all dies aber auch nur ein Zeichen und ich sollte mich als nächstes einmal in meinen Arbeiten mit den Elementen auseinandersetzen, klingt nach einer spannenden Idee, aus der man bestimmt viel machen könnte. Aber jetzt steht in gut zwei Wochen erst einmal `Das postdemokratische Konjunkturpaket III` auf dem Programm und wie immer hoffe ich auch zu diesem Event möglichst viele Leser begrüßen zu dürfen. Einladungen können übrigens auch noch weiterhin über contact (at) art-for-europe.com geordert werden.

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Schade, bislang hatte noch keiner eine Meinung

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