Art for Europe

Kontinent der Kunst

Das postdemokratische Konjunkturpaket III

Was ist Kunst und vor allem wer ist ein Künstler? Eine spannende Frage, die schon immer kontrovers diskutiert wurde und auf die es bis zum heutigen Tag keine schlüssige Antwort gibt. Ich will mir auch gar nicht anmaßen eine Antwort auf diese Frage zu geben, ich amüsiere mich nur gelegentlich darüber, wie verschieden Menschen und Institutionen aber auch Künstler selbst, versuchen diese Frage zu beantworten. Gerade auch in Deutschland ist man Meister des Schubladendenkens und da wird die Beantwortung dieser Frage natürlich umso wichtiger. Aber es geht auch weit über diese Frage hinaus. So scheint es vor allem auch sehr wichtig zu sein, dass man Geld verdient, am besten sehr viel Geld, denn dann ist man wer. Es ist spannend, dass sich viele Menschen immer erst einmal mit der Einnahmeseite eines Menschen auseinandersetzen, anstatt mit seinem Werk, mit dem was er Tag ein und Tag aus schafft. Witzig ist vor allem auch, dass diese Herangehensweise oft von Menschen kommt, die vermeintlich gegen Kapitalismus und ähnliche Ansätze sind. Ich verstehe mich als Künstler, unabhängig von diesen kapitalistischen Grundgedanken. Ich habe etwas zu vermitteln und habe unter anderem die Kunst als ein Medium dafür gewählt und das ist meine Legitimation und bestimmt nicht mein Kontostand.

Aus aktuellem Anlass

Wenn ich auf einen Banker treffe, käme ich nie auf den Einfall diesen als erstes danach zu fragen, was er monatlich verdient und ob er damit seinen Lebensunterhalt finanzieren kann. Als Künstler ist dies aber meist die erste Frage, die einem gestellt wird. 01-der-freundliche-herr.jpgIch sehe meine Finanzen als meine Privatsache an und setze voraus, dass dies auch so akzeptiert wird. Außerdem erkennt man gerade auch in Zeiten der Weltwirtschaftskrise sehr schön, wie scheinheilig diese ganze Finanzdebatte ist. Denn, wenn es keine Kredite mehr gibt, wenn Menschen plötzlich ihre Kredite nicht mehr bedienen können, sehen viele plötzlich sehr alt aus, was wiederum einfach nur dafür spricht, was sie tatsächlich besitzen. Genau diese Scheinheiligkeit, diese, in unserer Gesellschaft weit verbreitete, Heuchelei ist auch ein Thema mit dem ich mich in meiner aktuellen Werkreihe `Das postdemokratische Konjunkturpaket III` auseinandersetze. Es geht aber auch um Themen, wie zum Beispiel Schönheitswahn und das Älterwerden, ein Thema welches auch gerade aus demografischer Sichtweise für Deutschland immer wichtiger wird. Natürlich ist aber auch die Politik allgemein ein Thema mit welchem ich mich in meinen Arbeiten auseinandersetze. Im speziellen geht es mir darum zu ergründen, wie es um die Demokratie in Deutschland bestellt ist, schließlich ist dieses Jahr das Superwahljahr und das Jahr in dem in Deutschland zum erstenmal die Wahlen durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht werden, was auch wieder für sich selbst spricht. Darüber hinaus erhält aber natürlich die Weltpolitik auch ihren Platz.

Ich habe mich in den letzten fünf Jahren, also seitdem Start des Projektes Art for Europe, in meinen Arbeiten, wie aber auch in meinem Leben ganz allgemein, sehr viel mit dem Thema Spiritualität auseinandergesetzt, was sich gerade auch in meinen 02-angel-at-work.jpgverschiedenen Werkreihen zum Thema Engel gezeigt hat. Dieses Thema beschäftigt mich natürlich auch weiterhin und es entstehen auch im Moment Werke zu diesem Thema, trotzdem wird es in der aktuellen Werkreihe nur eine Nebenrolle einnehmen. In früheren Werkreihen und Ausstellungen habe ich mich viel mehr mit politischen Themen auseinandergesetzt, als ich es in den letzten fünf Jahren getan habe. Allerdings hat sich politisch, wie natürlich auch wirtschaftlich und auch gesellschaftlich soviel in dieser Zeit verändert, dass ich es auch als so etwas wie meine Pflicht ansehe, hier auch künstlerisch noch aktiver zu werden. Was allerdings in dieser Werkreihe auch nicht zu kurz kommen darf, ist meine Bewunderung für Künstler, wie zum Beispiel Jonathan Meese, Jürgen Klauke oder auch Robert Motherwell. Es sind für mich persönlich alles großartige Künstler, die diese Welt doch sehr nachhaltig mit ihrem Werk verändert haben oder auch noch immer dabei sind dies zu tun. In dieser Ausstellung werden nun zum ersten Mal verschiedene Werke von mir zu sehen sein, die durch diese drei Künstler beeinflusst wurden. Hierbei ist es mir sehr wichtig ihre Ideen, ihre Kreativität in mein Bewusstsein und meine Zeit zu übertragen und somit durch die Vermengung dieser Komponenten etwas völlig Neuartiges entstehen zu lassen, ohne sich dabei allerdings von der Wurzel selbst zu trennen.

Es ist schön anders zu sein

Die Werkreihe an der ich nun schon seit einigen Monaten arbeite, wird natürlich auch wieder Leinwandarbeiten beinhalten aber es werden auch Installationen zu sehen sein. Alles natürlich in einer diktatorischen Sichtweise auf Material und Inhalt. Daher auch das `postdemokratische`, denn wenn man feststellt, dass einen die Entscheidung und das Votum der Massen nicht weiterbringt, wird es Zeit auf dieses Mittel zurückzugreifen. Dies klingt erschreckend, ist aber letztendlich auch wieder nur der Realität geschuldet. 03-berlin.jpgDenn was ist eine Demokratie wert, mit dessen Inhalten sich ganz offensichtlich nur noch eine Minderheit auseinandersetzt. Ein Votum aber von dem ganzen Großen abgegeben wird, also auch von denen die für etwas stimmen, was sie nicht kennen. Eine solche durch den Einfluss der Massenmedien sehr gut steuerbare Scheindemokratie, muss einfach eine passende künstlerische Antwort erhalten und somit den Spiegel vorgehalten bekommen. Die momentane Regierung hat schon zwei große Konjunkturpakete auf den Weg gebracht, leider ist von diesen noch nichts bei mir angekommen, deshalb greife ich nun auch hier zur Selbsthilfe und bringe mit dieser Werkreihe mein eigenes Konjunkturprogramm auf den Weg. Da die Massen ohne zu murren bereit sind Milliarden ihrer Steuergeldern für die Banken und die Industrie zur Verfügung zu stellen, setze ich voraus, dass sie auch bereit sind ihren Beitrag zur Unterstützung meiner Arbeit zu leisten. Antworten auf Fragen nach der Sinnhaftigkeit dieses Programms werden im übrigen erst gegeben werden, wenn die Massen diese Frage auch an die Wirtschaft und die Politik gestellt haben.

Alle Arbeiten aus dieser Werkreihe werden vom 23.10.2009 bis zum 25.10.2009 in einer Art Performance in Köln präsentiert. Die Einladungen, zu diesem ganz besonderen künstlerischen Highlight des Jahres 2009, erhält man unter anderem über meine Informationsmails, für welche man sich jeder Zeit gerne unter reiseberichte (at) thorsten-huelsberg.de anmelden kann und so erleben kann, wie aus Wohnraum ein KunsTraum entsteht. Natürlich kann man die Entstehung auch im Internet verfolgen. Seit Ende August werden hier in regelmäßigen Abständen Photographien veröffentlicht, die den Weg bis zur Ausstellung immer aktuell aufzeigen. Natürlich wird auch fleißig zu diesem Thema gezwitschert, hier für muss man sich einfach nur als Verfolger in meinen Twitteraccount eintragen. Kunst verändert sich und die Welt in jedem Augenblick und es ist schön ein Teil dieses wichtigen Prozesses zu sein und daran mitzuwirken, wie sich der Weg verändert und dabei das weit in der Zukunft liegende Ziel modelliert. 04-deine-stimme-5243.jpgFür mich persönlich ist die Kunst meine Berufung aber natürlich auch ein wundervolles Medium, um meine Thesen und Gedanken zu verbreiten und dies noch einmal auf einem ganz anderen Wege, als ich es mit meiner journalistischen Internetplattform fairschreiben.de auch täglich mache. Jeder Mensch hat eine Stimme, nur leider nutzt sie nicht jeder, umso wichtiger ist es, dass andere Menschen dieses umso intensiver tun und genau dies ist unbezahlbar, weder in Euro, noch in Dollar oder Yen, dass sollte man bei allem auch niemals vergessen.

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