Art for Europe

Kontinent der Kunst

Dänemark – Wo die Meere sich treffen

Nachdem es im letzten Reisebericht schon ziemlich sandig zu ging, muss ich einräumen, dass sich an diesem Zustand auch hier nichts wirklich ändern wird. Denn es wird die dänische Westküste weiter hoch gen Norden gehen und auch diesmal werden Highlights in Form einiger bereister Städte, wie zum Beispiel Frederikshavn oder Aalborg fehlen, denn um die Städte wird es im dritten und letzten Teil dieser Reisebericht über Dänemark gehen. Fährt man die Westküste gen Norden trifft man unweigerlich auf die Jammerbucht und was so traurig klingt, hat mit jammern rein gar nichts zu tun, denn es ist einfach nur traumhaft hier, vorausgesetzt man mag Sand und Meer, denn davon gibt es hier oben reichlich. Die Region Nordjütland ist, und auch das gilt es zu erwähnen, eine Tourismusregion, was für uns bei der Reise kein Problem darstellte, da wir außerhalb der Saison dort waren. Wenn man sich hier oben im Norden umschaut, wird einem allerdings auch schnell klar, warum die Gegend bei Touristen so beliebt ist, es ist diese atemberaubende Landschaft.

Wenn das Auge getäuscht wird

Eines dieser bewundernswerten Landschaftsabschnitte ist die Rubjerg Knude. Hierbei handelt es sich um eine atemberaubende Wanderdüne die fast zwei Kilometer lang ist und sich bis zu 400 Metern ausdehnt. Sie hat eine Höhe von 01-rubjerg-knude.jpggut 70 bis 100 Metern und wenn man durch diese mit Flugsand bedeckte Fläche läuft, hat man das Gefühl in einer Wüste zu sein, denn durch die Landschaftsform sieht man an vielen Stellen wirklich nur Sand und das bis zum Horizont. Das an solchen Stellen natürlich Photokunst entsteht, ist selbstverständlich. Es ist einfach ein Highlight und übrigens ganz nebenbei auch noch die größte Wanderdüne Europas und sie erinnert irgendwie an die größte stationäre Düne Europas, an die Dune du Pyla im Süden Frankreichs. Hier oben im Norden Dänemarks gibt es mitten in diesem Sandhaufen auch noch einen wundervollen Leuchtturm, den man mit dem Auto erreichen kann, allerdings bedarf dies doch ein wenig Fahrkönnen, da man bedingt durch die Mengen an Flugsand wirklich durch tiefste Sandverwehungen fährt aber der Ausblick ist es wert, auch wenn danach tagelang noch alles knirscht, gerade auch wenn, wie es der Fall war als wir dort waren, ein heftiger Wind geht.

Es sind genau diese Punkte in Europa, die es neben der reinen Kunst und Kultur so interessant machen diesen Kontinent zu bereisen. 02-daenischer-fisch.jpgEs ist diese Einzigartigkeit der Natur die einem immer wieder den Atem stocken lässt aber auch die einfachen Skurrilitäten die einem auf dem Weg begegnen. Es sind diese Gegebenheiten die ich zum einen natürlich wahnsinnig inspirierend für meine eigene Arbeit finde, von der reinen Jagd nach Motiven einmal abgesehen, ist es aber auch ein guter Gegenpol zu dem Hype des Kunstzirkus der einem in Galerien und Museen doch auch immer wieder begegnet. Man sollte niemals unterschätzen, so glücklich und zufrieden ich auch mit meiner Berufung der Kunst und Kultur bin, ist es nicht immer so entspannend und feiernd, wie es vielleicht manchmal aussieht, denn neben der Berufung, ist es am Ende des Tages auch mein Beruf, auch wenn es wohl der beste auf der ganzen Welt ist, zu mindestens für mich. Aber kehren wir in den Norden Dänemarks zurück, denn noch etwas weiter nördlich ist wieder einer dieser Wegepunkte in Europa an dem man einfach einmal gewesen sein muss, ähnlich wie der westlichste Punkt Europas in Bezug auf das Festland, der noch zuletzt auf unserem Weg in Portugal lag.

Das Meertreffen

Grenen oder auch Skagens Gren, was übersetzt soviel heißt wie der Ast von Skagen, ist der nördlichste Punkt Dänemarks, wenn man einmal von Grönland absieht. 03-die-meere-von-grenen.jpgDies alleine macht diesen Punkt natürlich schon einzigartig aber es gibt hier noch mehr, denn hier vereinen sich Skagerrak und der Kattegat, je nach Auslegung kann man auch sagen, dass an diesem Punkt die Nordsee auf die Ostsee trifft und es ist schon sehr spannend einfach nur dort zu stehen und den Ausblick zu genießen und egal wie kalt es auch ist, muss man einfach einmal am Schnittpunkt dieser Meere im Wasser gestanden haben. Abgesehen von diesem besonderen Stück Natur, ist die Stadt Skagen aber auch zu empfehlen, denn es ist ein verträumtes nettes Hafenstädtchen am Ende der Welt, wo man den Flair einer Hafenstadt aufsaugen kann. Wenn man sich von hier aus wieder weiter gen Süden bewegt, denn gen Norden geht es hier nun einmal aus dänischer Sicht nicht mehr, kommt man irgendwann in die Kommune Rebild, die auch noch zu Nordjütland gehört und hier erwartet einen ein weiteres Naturspektakel, welches man in seine Reiseplanung einbeziehen sollte. Ein Vorteil an diesem Ort ist, es ist nicht mehr ganz so sandig, auch wenn man nicht im Ansatz davon sprechen könnte, dass es hier keinen Sand mehr gäbe.

Rebild Bakker ist ein Naturschutzpark der von Doktor Max Henius, der im Jahr 1881 nach Chicago in die USA übersiedelte, gegründet wurde. Es ist eine riesige Heidelandschaft in der man ausgiebigst spazieren kann, die Natur bewundern kann und immer wieder auf zum Teil auch sehr entspannte Schafe trifft. 04-rebild-bakker.jpgDie Landschaft stellte schon den krassen Gegenpol zu dem ganzen Sand der vergangenen Tage dar, war aber mindestens genauso schön. Man sieht doch ganz eindeutig auch an diesem zweiten Teil über meinen Turn durch Dänemark, dass dieses Land sehr, sehr viel zu bieten hat und es war bislang noch nicht die Rede von den größeren Städten, die wir natürlich auch besuchten aber dies wird Thema des nächsten Teils aus Dänemark, der diese Reihe dann auch abschließen wird. Dänemark steht zwar im Moment nicht auf der Liste, was meine aktuelle Reiseplanung angeht aber ich kann einen Besuch bei unseren nordischen Nachbarn nur empfehlen. Wo wir gerade beim Thema aktuelle Reiseplanung sind, sei erwähnt, dass gerade auch auf diesem Gebiet im Moment wieder einiges in Bewegung ist, denn außer dass ich mir noch viele Highlights im Ruhrgebiet im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr2010 ansehen muss, wird es wohl auch bald schon nach Salzburg gehen und hierzu sei an dieser Stelle nur schon einmal verraten, dass es etwas mit H.G. Esch zu tun hat. Ihr seht es bleibt auch weiterhin spannend.

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Bisher 2 Kommetare

  1. 8. Juni 2010

    | 10:33

    Dänemark – Wo sich die Meere treffen…

    Viel Spannendes auch ganz aus dem Norden Dänemarks bietet der Künstler und Wahlkölner Thorsten H…

  2. 20. Juni 2010

    | 12:05

    [...] noch einmal fast 2,2 Millionen Quadratkilometer hinzukommen. Vom Klima her gilt für Dänemark und Färöer ein gemäßigtes maritimes Klima und in Grönland herrschen [...]

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