Art for Europe

Kontinent der Kunst

Dada – 100 Jahre Kunst und Krieg

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass 2016 natürlich auch in Sachen Kunst und Kultur ein sehr bedeutendes Jahr werden wird und dies zeichnet sich schon ziemlich früh mit einem ersten wichtigen Geburtstag ab. Der Dadaismus feierte in diesen Tagen den 100. Geburtstag. Dada entstand einer gewissen Logik folgend 1916. Er zeichnete sich vor allem durch die Ablehnung konventioneller Kunst und bürgerlicher Ideale aus und er beeinflusst die Kunst bis in die heutige Zeit, was natürlich auch noch einmal die Bedeutung für die Kunst an sich unterstreicht. Schaut man sich die Gründe für die Entstehung des Dadaismus genauer an, merkt man schnell, dass es diese bald wieder geben könnte. So gelangt man auch zur Frage, wo eine ähnliche Bewegung in der heutigen Kunst bleibt. Im Wesentlichen war es eine Revolte gegen die Kunst von Seiten der Künstler selbst, die die Gesellschaft ihrer Zeit und deren Wertesystem ablehnten, also genau dies, was in der heutigen Zeit so wichtig wäre. Dies erkennt man auch daran, dass im Sinne der Künstler, Dada für den totalen Zweifel an allem stand und für die Zerstörung von gefestigten Idealen und Normen. Die durch Disziplin und die gesellschaftliche Moral bestimmten künstlerischen Verfahren wurden durch einfache, willkürliche und meist zufallsgesteuerte Aktionen in Bild und Wort zerstört. Wichtig war den Dadaisten dabei vor allem auch immer, dass Dada gar nicht zu definieren sei. Konsequenterweise führte dies auch dazu, dass der Dadaismus, als er sich zu festigen begann, wieder vernichtet wurde, da er so drohte zu dem zu werden, was man eigentlich zerstören wollten. Dies wiederum machte Dada wieder zu dem, was er ursprünglich sein sollte, die vollkommene Anti-Kunst, die schlichtweg unklassifizierbar war. In dieses wundervoll chaotische Gesamtbild passt übrigens auch sehr schön, dass es zur Herkunft des Begriffs verschiedene, sich gegenseitig ausschließende Theorien gibt. Totaler Individualismus, riesiges Chaos und totale Zerstörung, als künstlerische Antwort auf die grausamen Fakten, welche in der damaligen Zeit geschaffen wurden, lässt das Verlangen nach einer solchen Kunst in der heutigen Zeit noch einmal sehr verständlich werden.

Immer wieder Krieg
Europa steht wieder kurz davor in Flammen aufzugehen, was nichts anderes bedeutet, als Krieg. Natürlich sind die heutigen Kriege nicht mehr mit denen vergangener Zeiten zu vergleichen, was die Aussicht allerdings kein Stück besser macht. Während des Ersten Weltkriegs breitete sich Dada in ganz Europa aus und dies war durchaus als eine Antwort auf diesen Krieg zu verstehen. So protestierten Künstler überall durch gezielte Provokationen gegen diesen Krieg und das obrigkeitsstaatliche Bürgertum, was längst auch schon die Kunst zerfraß. Die Parallelen zur heutigen Zeit sind auch an dieser Stelle kaum zu übersehen, was auch dafür gilt, dass man sich gegen den Nationalismus stellte. Man muss wissen, dass es kein Zufall war, dass der Dadaismus in der Schweiz seinen Lauf nahm, war diese doch auch im Ersten Weltkrieg schon neutral und bot so den Künstlern aus den am Krieg teilnehmenden Staaten Schutz und Möglichkeiten, welche ihnen sonst durch Schließung der Grenzen oder durch den Einzug zum Militärdienst genommen worden wären. Alles begann übrigens am 5. Februar 1916 in der Züricher Spiegelgasse 1, ganz in der Nähe der Exilwohnung von Wladimir Lenin (1870-1924). Dort gründete Hugo Ball (1886-1927) zusammen mit seiner Freundin Emmy Hennings (1885-1948) das Cabaret Voltaire und es sollte die Keimzelle für alles Folgende bilden und erklärt auch, warum Zürich im Mittelpunkt des Jubiläums in Sachen Dadaismus in diesem Jahr steht. Dada kann man nicht kopieren und es kann auch keinen Dadaismus 2.0 geben, wie die Erklärungen dazu belegen aber jedem Künstler, jedem Kulturschaffende sollte klar sein, dass die heutige Zeit nach einem großen Zeichen gegen das vorherrschende System, gegen den eingeschlagenen Weg förmlich schreit. Vielleicht sollte man dies bei diesem Jubiläum einfach ein bisschen mehr vor Augen haben.

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