Art for Europe

Kontinent der Kunst

Bob Dylan und die Mull of Kintyre

Wie im letzten Bericht über diesen Reiseabschnitt bereits beschrieben, startete unsere Tour durch Schottland und England etwas südlich von Glasgow. Ursprünglich hatten wir geplant direkt nach Glasgow zu fahren, da aber nichts über eine ordentliche Spur Spontaneität geht, beschlossen wir Glasgow erst Mal zu meiden. Denn nachdem wir wieder längere Zeit zuvor in Barcelona und Köln unterwegs waren, bevorzugten wir erst ein Mal ein wenig die Ruhe von Schottland zu genießen. Aber noch bevor wir diese fanden, fanden wir unseren Weg ans Meer. Wir waren in einem eigentlich nicht erwähnenswerten Städtchen namens Saltcoat und genossen kurz die See und besorgten uns Vorräte für die nächsten spannenden Tage die vor uns lagen.

Von Glasgow nach Kintyre

Von Saltcoat aus ging es vorbei an Glasgow zum Loch Lomond. Loch stammt aus dem loch-lomond-5393.jpggälischen und bedeutet soviel wie Gewässer, dies kann in Form eines Sees aber auch eines Fjords vorkommen. Loch Lomond hatte ich noch von meiner letzten Reise in guter Erinnerung, war dieses Mal allerdings erst Mal etwas enttäuscht, da hier, wie an vielen anderen Orten Schottlands, mittlerweile auch der Massentourismus angelangt ist. So wurden wir erst Mal von einer gruseligen Shoppingmall begrüßt. Allerdings fanden wir bald ein schönes Cafe auf dem See, wo wir das erste Mal in Ruhe schottische Luft durchatmen konnten. Von hier aus suchten wir uns unsere erste Übernachtungsmöglichkeit und trafen es mit Blick auf Firth of Clyde in Sandbank auch gleich perfekt an. Denn es war auch noch perfekt gelegen, um recht früh am Folgetag benmore-mammutallee-5503.jpgunser erstes Ziel, den Benmore Botanic Garden zu erreichen. Ich bin nun wirklich kein Mensch mit einem grünen Daumen aber war hier, gerade auch von den für diese Anlage so bedeutenden Mammutbäumen, ziemlich überwältigt. Somit wurde es für mich nicht nur ein erstes künstlerisches Highlight, sondern auch ein botanisches. Denn genau hier fand ich außerdem eine aktuelle Ausstellung mit großartiger Fotokunst von Mark Edwards. Er präsentiert hier seine zum Teil auch schockierenden Fotografien im Kontext zu Bob Dylans Hard Rain. So konnte der Tag weitergehen.

Der Tag blieb auch noch weiterhin interessant. So besuchten wir noch das kleine crarae-friedhof-5676.jpgTouristenstädtchen Inveraray, um von dort aus den auch beeindruckenden Crarae Garden zu besuchen. Außer das mich auch hier die Art, wie dieser Garten angelegt war, begeisterte, war diesem Garten auch noch ein kleiner Friedhof vorgelagert und da ich natürlich auch weiterhin fleißig Friedhöfe, als Bestandteil europäischer Kultur dokumentiere, kam ich auch hier voll auf meine Kosten. Nach einer weiteren Übernachtung ging es dann in Richtung südliches Kintyre und hier stand nach einem Besuch in Campbeltown, welches die größte Stadt dieser Halbinsel ist, natürlich auch die, in etlichen Songs besungene, Mull of Kintyre auf dem Programm. Der Weg zu diesem wirklich sehr abgelegenen Leuchtturm, war in jedem Fall das härteste Stück Wegstrecke, welches es auf der ganzen Tour zu bewältigen galt. Über 20 Prozent Steigung bzw. Gefälle und das auf einer fast nur aus Kurven bestehenden Single Track mull-of-kintyre-5815.jpgRoad, mit so gut wie keinen Passing Places. Aber auch dies haben wir gemeistert. Nachdem wir mit dem Southend, auch noch den südlichsten Punkt der Halbinsel besucht hatten, ging es über verschiedene Highlights, wie zum Beispiel die Saddel Abbey, wo ich auf einen weiteren interessanten Friedhof stieß, weiter nach Skipness. Auch hier besuchten wir noch ein Mal eine Ruine und ich fand erste Motive die in der Albaacht Werkreihe verewigt sind. Somit war dieser Teil der Reise auch schon sehr bedeutsam für meine Kunst, denn neben der gerade genannten Werkreihe, fand ich auf Kintyre auch meine Inspiration für das Blue Bell Xray Experience.

Vom Wasser des Lebens und Schnee im Frühsommer

Nach soviel Inspiration konnten wir Kintyre mit ruhigstem Gewissen verlasen und dunchraigaig-6025.jpgsteuerten in Richtung weiterer mythischer Kultstätten, die nicht nur in Bezug auf Jahrtausende alte Steinkreise, wie den von Dunchraigaig sehr interessant waren. Wir waren im Tal von Kilmartin angelangt. Ab hier wurde es dann, nach weiteren Besuchen verschiedener Castles, wie zum Beispiel dem Carnassarie Castle, vor allem landschaftlich beeindruckend. Wir fuhren durch Teile der schönsten schottischen Landschaften und konnte so immer wieder großartige Panoramen, wie zum Beispiel am Loch Awe oder auch am Loch Etive genießen, bevor wir am frühen Abend Mal wieder auf eine etwas größere Stadt trafen. Wir erreichten Oban, diese Stadt zählt etwas mehr als 8.000 Einwohnern und liegt an der Westküste Schottlands. Es ist der Hauptfährhafen für die Inneren und Äußeren Hebriden. Außer der wunderschönen Lage, von der Ihr Euch auch in der schon erwähnten Albaacht Werkreihe überzeugen könnt, hat Oban den McCaig`s Tower. Dieses Bauwerk begann der Bankier John Stuart McCaig, als Nachbau des Kolosseums von Rom, 1897 bauen zu lassen.loch-linnhe-6267.jpg Er ließ es unter anderem bauen um der Bevölkerung Arbeit zu geben. Problem, der Bau wurde nie fertig gestellt, da es nach seinem Tod an Interesse und Kapital fehlte. Ein letztes erwähnenswertes Highlight der Stadt ist die Destillerie, die man durch aus zu einer bedeutendsten Schottlands zählen kann. Aber auf das Wasser des Lebens, werde ich in einem der nächsten Berichte noch ausführlich eingehen. Nachdem dieser Tag mit dem Besuch unserer ersten Destillerie während dieser Tour und einem schönen Abend am Loch Linnhe ausklang, wussten wir schon, dass uns ein weiterer Tag mit absoluten landschaftlichen Highlights bevorstehen würde.

Alles begann mit einem Besuch des Lochan bei Glencoe. Atemberaubend, anders kann glencoe-lochan-6328.jpgman es einfach nicht beschreiben. Aber dieser verhältnismäßig kleine See ist einfach so bezaubernd gelegen und man hat hier selbst im Frühsommer noch schneebedeckte Gipfel. Wir waren im Gebiet von Ben Nevis. Somit wird es Zeit für weitere Einweisungen in die gälische Sprache. Glen ist mit Tal zu übersetzen und Ben ist eine Bezeichnung für Berg, wobei Ben Nevis auch noch ein ganz besonderer ist. Auch wenn er mit 1.344 Metern im Vergleich zu den Gipfeln der Alpen nicht gerade riesig ist, ist er der höchste Berg Schottlands und sogar ganz Großbritanniens. Eine seiner Eigenschaften ist es seinen Gipfel die meiste Zeit hinter Wolken zu verstecken. Aber nicht nur während unseres Besuches auf Inverlochy Castle konnten wir ihn im Ganzen genießen. Nach diesem Stopp besuchten wir das Glenfinnan Monument, welches in unmittelbarer Nähe zum Viadukt von Glenfinnan liegt. Diese 376 Meter lange und 30 Meter hohe Betoneisenbahnbrücke, deren 21 Bögen in der Zeit von 1897 bis 1898 entstanden, dürften einige auch aus den Harry Potter Filmen kennen. Denn hier wurde sowohl für Harry Potter und die Kammer des Schreckens, wie auch für Harry Potter und lower-falls-6467.jpgder Gefangene von Azkaban gedreht. Dieser Tag sollte aber auch noch spektakulär enden. Denn zum Abschluss ging es in das Glen Nevis, wo ich zwar hin und wieder etwas klettern musste um an spektakuläre Motive zu kommen aber auch das lohnte sich und machte zu dem noch riesigen Spaß. Nachdem wir so zum Beispiel noch in den Genuss der Lower Falls gekommen waren, endete der Tag damit, dass wir ein paar Tramper aus Norddeutschland aus dem Tal mit hinaus nahmen. Sie hatten sich völlig mit der Distanz vertan und ich hatte so die Möglichkeit einige Kilometer, der unzähligen die man mich schon durch ganz Europa mitgenommen hat, zurückzugeben. Beim nächsten Mal erfahrt Ihr dann was es mit Dennis, denn wir beim Abendbrot kennen lernten, auf sich hatte und wie es in einem der besten B&B der Tour war.

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Bisher 3 Kommetare

  1. 18. Juni 2008

    | 21:03

    Tolle Photos! Ich hab’s bisher leider noch nicht nach Schottland geschafft.

  2. 19. Juni 2008

    | 08:56

    Hallo Thomas, ich kann Dir nur raten unbedingt ein Mal nach Schottland zu reisen, es ist einfach genial dort. Weitere Photos, wenn auch eher künstlerisch angehaucht, findest du auch auf meiner website!

  3. 9. April 2009

    | 13:39

    Vor Jahren habe ich den Sommer in einem kleinen gemieteten Cottage in der Nähe von Oban verbracht, es war kühl, windig, einsam, phantastisch, still, wunderbar.
    Gruss von Rosie

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