Art for Europe

Kontinent der Kunst

Am Ende steht immer der Kontrollverlust

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Es ist nun genau vier Jahre her, da verstarb die große Souldiva Amy Winehouse mit gerade einmal 27 Jahren und trat so dem sagenumwobenen Club 27 bei. In diesen Tagen hört man wieder sehr viel von der wirklich begnadeten Sängerin und ihrem Tod durch eine Alkoholvergiftung, fassbarer wird all dies dadurch allerdings nicht. Am Ende war es eben, wie leider so oft, der Kontrollverlust, welcher auch dieses junge Leben zerstörte. In der Musikbranche ist dies selbstverständlich nichts Neues, so stand im Mai schon der 35. Todestag des legendären Ian Curtis an. Curtis war Frontmann der Kultband Joy Division, was ihm allerdings auch mit zum Verhängnis werden sollte. Früh traten bei ihm Anzeichen von Epilepsie auf, welche er allerdings auf seine Experimente mit Drogen und Medikamenten zurückführte, mit denen er auch schon sehr früh begonnen hatte. All dies sollte dem 1956 geborenen Songwriter und Gitarristen immer mehr über den genialen Kopf wachsen. Der Erfolg wurde immer größer und genau so ein Problem, wie seine Affären, welche letztendlich dafür sorgten, das auch seine junge Familie zerbrach. Eigentlich war 1980 eine Auszeit angedacht, stattdessen sollte es dann aber auf eine Tour durch die USA gehen, hinzu kam, dass Curtis es nicht schaffte seine Ehefrau Debbie davon zu überzeugen die mittlerweile eingereichte Scheidung zurückzuziehen. Ian Curtis verlor so in der Nacht vom 17. auf den 18. Mai 1980, genau einen Tag vor Beginn der Tournee, dann endgültige die Kontrolle und erhängte sich in seiner Heimatstadt. Curtis wurde gerade einmal 23 Jahre alt. Die Witwe Debbie Curtis hielt all dies in einem Buch fest und dieses ist ein Baustein für einen wirklich absolut brillanten Film von Anton Corbijn, der von größter Bedeutung für diesen großartigen Fotokünstler ist.

Control
Unter diesem Titel gab der niederländische Fotokünstler Anton Corbijn, über den auch hier immer wieder berichtet wird, sein Filmdebut und schaffte gleich ein vielfach ausgezeichnetes Werk. Dies ist natürlich der optimale Einstieg, um sein Schaffen als Filmemacher etwas näher zu beleuchten, wie es für dieses Jahr versprochen wurde. Wie bereits angedeutet, geht es in diesem großartigen Film, um das Leben, das Werk und eben auch um den frühen Tod von Ian Curtis. Es ist aber weit mehr, als nur eine schlichte Verfilmung des angesprochenen Buchs von Debbie Curtis. So führte Corbijn Gespräche mit damaligen Begleitern, welche sich teilweise nie zuvor dazu geäußert hatten, was sich damals Ende der 1970er Jahre alles abgespielt hatte. Auch wenn es sich hierbei um ein Filmdebut handelt, ist dem mittlerweile in London lebende Corbijn der Umgang mit der Materie Film nicht ganz neu, überzeugte er doch zum Zeitpunkt dieses Filmdebuts die Musikwelt schon seit Jahrzehnten mit grandiosen Musikvideos für Bands, wie zum Beispiel Depeche Mode. Wer sich mit diesem Teil seiner Arbeit schon einmal etwas näher beschäftigt hat, wird bei dem hier besprochenen Film immer wieder Sequenzen erkennen, welche eindeutig eine glasklare Handschrift erkennen lassen. Der rote Faden setzt sich damit auch in diesem Bereich seiner Kunst fort, was man auch bei anderen Filmen von ihm, welche hier auch noch vorgestellt werden, ebenfalls deutlich spürt. Dies bedeutet, dass dieser, fast genau zwei Stunden lange Schwarzweißfilm nicht nur etwas für Fans von Joy Division ist, sondern auch für Liebhaber der großen Kunst eines Anton Corbijn. Nach diesem biografischen Leckerbissen geht es demnächst mit etwas völlig anderem weiter, allerdings kann ich jetzt schon sagen, dass man auch dort den roten Faden klar wieder findet.

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