Art for Europe

Kontinent der Kunst

1179 – Das Comeback von Charlie Hebdo

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Abgesehen von der wichtige Ausgabe direkt nach dem Attentat vom Anfang des Jahres auf die Redaktion von Charlie Hebdo in Paris, erschien in der letzten Woche die erste reguläre Ausgabe des großartigen französischen Satiremagazins, nachdem sich die Überlebenden für einige Wochen eine Auszeit genommen hatten, was nach diesen Erlebnissen wohl auch die einzig richtige Entscheidung war. Wobei, wer weiß schon, was nach solchen Geschehnisse das Richtige sein mag? Fakt ist, nun erschien das Heft mit der Nummer 1.179, es ist wohl die Ausgabe des Neubeginns und es ist schön zu sehen, dass völlig unabhängig davon, wer hinter diesem grausamen Anschlag steckte, es weitergeht. Es ist ein Zeichen, es ist ein verdammt gutes Zeichen in einer Zeit, wo immer wieder versucht wird, den großen Religionskrieg mit all seinen geopolitischen Hintergedanken, zu einem Kampf der Kulturen zu machen. Wo die Ziele von Charlie Hebdo auch zukünftig zu finden sein werden, zeigte auch diese Ausgabe ganz deutlich, auch wenn dies in der christlich geprägten Welt, wie zum Beispiel im deutschen Staatsfernsehn, nur etwas verzerrt dargestellt wurde. Neben unbeliebten französischen Politkern, wurden dort auch, sowohl ein Gotteskrieger, wie ebenfalls ein christlicher Würdenträger karikiert, denn natürlich stand und steht dort auch immer das Christentum im Fokus. Dies ist umso wichtiger geworden, nachdem sich Papst Franziskus, was die Gründe anging, auf der Seite der Attentäter positioniert hatte. Gründe für große Kritik gibt es übrigens auch bei dieser Religionsgemeinschaft, zwischen Missbrauchsskandal und Rechtfertigungen, wenn es um Gewalt gegen Kinder geht, ohne Ende.

Wo sollten Religionen in der heutigen Gesellschaft stehen?
Religionen zeigen sich in jüngster Zeit vor allem auch wieder oftmals als Nährboden für verschiedenste Formen von Gewalt und natürlich muss man sich fragen, was dies für Religionen sind, welche so etwas überhaupt erst ermöglichen. Auf der anderen Seite meint man dort auch noch immer sehr weit über den Dingen zu stehen, umso unverständlicher ist es dann, dass man mit Satire ein solch großes Problem hat. Wenn nun auf Basis von Religion in der heutigen Gesellschaft die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird, kann man dies wohl mit Sicherheit nicht zeitgemäß nennen. Gerade auch in Europa haben Religionen fast alle Freiheiten, dies geht sogar soweit, dass man sich dort ganz öffentlich der Homophobie hingeben kann oder ähnliches, wenn man im Gegenzug dann versucht, Menschen, welche eine andere Auffassung zu einer bestimmten Religion oder zu Religionen ganz allgemein haben, egal mit welchen Mitteln, angehen zu können, stellt sich die Frage nach der Berechtigung. Wenn Religionen oder deren Interpretationen zur Zerstörung gesellschaftlicher Strukturen führen, muss man sich überlegen, ob ihre Bedeutung, ihre Privilegien und ähnliches nicht endlich neu bestimmt werden müssen. Am Ende des Tages sollte doch jede Form des Glaubens erst einmal Privatsache sein. Man erkennt deutlich, dass sich durch die Attentate in der französischen Hauptstadt auch an dieser Stelle vieles verändert hat und auch dieser Prozess steht noch ganz am Anfang, da ist es umso schöner einen Fels in der Brandung zu haben, der selbst den schlimmsten Tsunami überstanden hat. Dies verdient schlichtweg den allergrößten Respekt und ein unvorstellbar hohes Maß an Anerkennung.

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